01.10.2026
Vortrag in der Studium-Generale-Reihe Eastern Cityscapes. Von der Ostsee bis zum Mittelmeer
Abstract
Temeswar (rum. Timișoara, serb. Temišvar, ung. Temesvár), die Hauptstadt der Region Banat in Rumänien, gilt aufgrund ihrer Lage und der multiethnischen Zusammensetzung ihrer Bevölkerung als dessen „Tor zum Westen“. Im Dreiländereck Rumänien, Serbien und Ungarn gelegen ist Temeswar die Projektionsfläche verschiedener Zugehörigkeiten. In Temeswar hat im Dezember 1989 die Revolution gegen das kommunistische Regime begonnen, was die Stadt zum Symbol des Widerstands und der Wende gemacht hat. Als „Kulturhauptstadt Europas“ 2023 hat Temeswar ihre kulturelle Diversität und Fortschrittlichkeit in den Vordergrund gerückt und mit dem Motto „Shine your light! Light up your City!“ auf die frühe elektrische Beleuchtung der Stadt im 19. Jahrhundert hingewiesen, aber auch auf eine ausgesprochene kulturelle Lebendigkeit im Verlauf der letzten Jahrhunderte und bis heute.
Mit einem Blick durch die Linse der kulturellen Verflechtungen führt der Vortrag durch die Stadtgeschichte in alten Karten und Abbildungen. Anschließend soll sich das Stadtbild aus der literarischen Kommunikation herauskristallisieren, die Migrationsgeschichten, sich wandelnde Verortungen und Begegnungen von Sprachen aufzeigt. Schließlich geht es um die Erinnerungskultur und das Selbstverständnis Temeswars, das sich mit der Formel „im Westen des Ostens, im Osten des Westens“ in einem Übergangsraum verortet.