Methodenzentrum

Tübinger Summer School 2020: Schreiben in der qualitativen Forschung

Online-Mini-Summer-School 27./28. Juli 2020

Teilnahme und Anmeldung

Aktive Teilnehmer*innnen schicken bitte mit ihrer Anmelde-E-Mail ein Exposé ihres Projektes, das im Workshop exemplarisch behandelt werden soll. Es können im Rahmen der knappen Arbeitszeit im Workshop allerdings jeweils nur ein bis zwei Teilnehmende zu Zug kommen und ihr eigenes Material einbringen. Die Auswahl findet unter Berücksichtigung der spezifischen Lernziele der einzelnen AGs statt. Erfahrungsgemäß bringt eine aktive Teilnahme aufgrund der Arbeit am eigenen Material wertvolle Denkanstöße und ergiebige Auswertungen. ‚Work in Progress‘ bietet sich für die aktive Teilnahme besonders an.
Falls Sie keine aktive Teilnahme wünschen, erhalten Sie durch die Teilnahme exemplarische Einblicke in spezifische Untersuchungsperspektiven und Analysestrategien und entwickeln Lösungsmöglichkeiten für die empirische Arbeit, die für das eigene Promotionsprojekt von Nutzen sind. Wenn Sie an der School teilnehmen möchten, schreiben Sie uns bitte eine kurze Mail mit folgende Angaben an:
qualitative-forschung@ifsoz.uni-tuebingen.de
a) ich nehme am Eröffnungsvortrag samt Diskussion teil (ja/nein)
b) Ich möchte an Workshop (1, 2 oder 3) teilnehmen
c) ersatzweise auch an Workshop (1, 2 oder 3)
d) ich möchte eigenes Material in den Workshop einbringen. Ggf. bitte ein Exposé von max. 2 Seiten, in dem Sie ihr Anliegen an den Workshop schildern (max. 500 Wörter und 2-4 Fragen an den*die Workshop-Leiter*in).
Für diese School gibt es nicht wie sonst üblich ein eigenes Anmeldeformular. Wir melden uns dann bei Ihnen und senden Ihnen die entsprechenden Einladungen für die Videoplattform und ggf. ergänzende Informationen.


Zielsetzung und Angebot
Trotz Corona bieten wir ein Programm an, das unter anderem auch der Frage nachgeht, wie qualitative Forschung unter Corona-Bedingungen stattfinden kann.
Unser online-Angebot umfasst sowohl die Formulierung, Ausarbeitung von Anträgen und Exposés, Forschen auf Distanz sowie die Bedeutung des Zeichnens in der Feldforschung. Die Workshops sind kürzer als gewohnt.
Wir freuen uns, Sie bald begrüßen zu dürfen!

Workshop 1: Schreiben von Anträgen und Exposees (Prof. Dr. Monika Wohlrab-Sahr, Universität Leipzig)
Exposees und Forschungsanträge sind eine besondere Form der schriftlichen Darstellung: Sie müssen fachlich ausgewiesen sein, an Vorhandenes anschließen, Forschungslücken identifizieren und innovativ sein. Sie müssen aber auch verständlich sein und ein nachvollziehbares, bewältigbares Arbeitsprogramm vorlegen. Wie kann es gelingen, Forschungsinteressen auf überzeugende Weise in das vorgeschriebene Format zu bringen?
Prof. Dr. Monika Wohlrab-Sahr ist Soziologin mit vielfältiger Forschungserfahrung. Sie ist aber auch erfahrene Fachgutachterin und war Sprecherin des DFG-Fachkollegiums "Sozialwissenschaften".


Workshop 2: Ethnografie als Forschen auf Distanz und schreibende Annäherung (Dr. Tobias Boll, Universität Mainz)
Unter den qualitativen Methoden ist die Ethnografie wohl diejenige, der die gegenwärtigen Kontaktbeschränkungen am meisten Kopfzerbrechen bereiten: ihre Markenkerne sind die intensive beobachtende Teilnahme am Feldgeschehen und der Nahkontakt mit dem Untersuchungsgegenstand, seien es Interaktionen, Situationen, Praktiken oder Lebenswelten. Was tun, wenn das geplante oder begonnene ethnografische Projekt nun vor verschlossenen Türen zum Feld steht? Dieser
Workshop dient als Werkstatt für ethnografische Promotionsvorhaben, deren Fragestellungen oder Methodendesigns im Zuge der Covid-19-Pandemie ins Straucheln geraten sind. Wir machen Bestandsaufnahme und Schadensanalyse und entwickeln Lösungsszenarien dafür, wie ethnografische Forschung auf Distanz (weiter-) gehen kann.
Dr. Tobias Boll ist derzeit Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Arbeitsbereich für soziologische Theorie und Gender Studies. Institut für Soziologie, JGU Mainz und war bis 2019 Koordinator der DFG Forschungsgruppe 1939 Un/doing Differences. Praktiken der Humandifferenzierung.


Workshop 3: Zeichnen als Form der Auf-Zeichnung in der qualitativen Feldforschung: Von der Skizze zur Erkenntnis (Martin Alber, Tübingen)
In Anlehnung an neuere ethnographische Debatten zur Bedeutung des Zeichnens und Skizzierens für Feldforschung, wie sie etwa von Andrew Causey (2017, in seinem Buch „Drawn to See. Using line drawing as an ethnographic method“) vorangetrieben
werden, ist das Ziel dieses Workshops, das Medium der Zeichnung als Forschungsinstrument kennenzulernen, denn Zeichnen heißt vor allem Wahrnehmen. Eine genauere Wahrnehmung wiederum kann zu einem genaueren Blick innerhalb
unserer Forschungsaktivitäten (z.B. bei der Teilnehmenden Beobachtung) führen und so neue Erkenntnisse ermöglichen. Im Workshop lernen wir eine Reihe von einführenden Zeichen- und Skizzenübungen kennen. Wir erproben verschiedene Techniken und wenden sie auf eigene Zeichenmotive an. Dabei setzen wir uns mit Fragen auseinander wie etwa: Wie komme ich zu einer raschen Skizze? Wie zeichne ich sich bewegende Menschen oder Gegenstände? Wie können Skizzentechniken bei meinem Forschungsvorhaben produktiv eingesetzt werden? Was mache ich, wenn ich in einer Forschungssituation nicht zum Zeichenstift greifen kann?
Martin Alber ist Zeichner und Dipl. Pädagoge. Autodidaktisches Zeichenstudium seit 2008 sowie Teilnahme an einer Reihe von Zeichenkursen. Seit 2014 führt er Zeichenprojekte und Workshops durch. Kooperationspartner sind dabei: Kunsthalle Tübingen, Universitätsklinikum Tübingen, Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen/Geislingen u.a.


Es entstehen Ihnen keine Teilnahmegebühren.
Anmeldefrist: 15. Juli unter
qualitative-forschung@ifsoz.uni-tuebingen.de

07.01.2020

Kursangebot (März bis Juli) – Methoden empirischer Sozialforschung

Das Methodenzentrum und die ESIT Methodendozentur bieten auch dieses Semester ein Reichhaltiges Kursangebot an. Zwischen März und Juli 2020 finden wieder (Block-) Seminare sowie Spring und Summer Schools statt. Das Programm kann auf dieser Seite heruntergeladen werden, weitere Informationen in kürze auf der Website der Methodendozentur sowie im Alma Protal abgerufen werden.

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