15.04.2026
Tim Fütterer vom Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung beschreibt Lernen im Zeitalter künstlicher Intelligenz als zunehmend eine Frage der Selbstregulation. Wenn KI fertige Lösungen liefert, besteht das Risiko des „Cognitive Offloading“, bei dem zentrale Denk- und Lernprozesse ausgelagert werden. Entscheidend sei daher, dass Lernende ihre Lernprozesse weiterhin eigenständig planen, steuern und reflektieren. Motivation spiele dabei eine Schlüsselrolle.
Fütterer unterscheidet drei KI-Nutzungsformen im Lernen: als Dienstleister mit fertigen Lösungen, als Lehrassistenz zur Erklärung oder als Lerncoach zur Förderung von Reflexion und Lernstrategien. Nur die Coaching-Rolle unterstütze langfristig Selbstregulation. Problematisch sei zudem die „Illusion of Competence“, bei der KI-Antworten ein trügerisches Verständnis erzeugen und metakognitive Kontrolle schwächen. Für die schulische Praxis empfiehlt er, KI in frühen Lernphasen beim Aufbau von Basiskompetenzen zurückhaltend einzusetzen und erst später systematisch zu integrieren.
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