Uni-Tübingen

Lehrpreis für den Stud-Oec-Kurs "Aufbäumen für die Zukunft"

Tübinger Kurs zu Agrikultur und Agroforstsystemen belegt zweiten Platz beim Heidelberger Lehrpreis „Hochschulbildung für eine nachhaltige Entwicklung"

Pressemitteilung vom 15.10.2023

Erneut wurden zwei Dozierende für einen Kurs aus dem Curriculum des Studium Oecologicum der Universität Tübingen mit dem Lehrpreis „Hochschulbildung für eine nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet: Nils Aguilar und Paul Hofman erhielten den Preis für ihren interdisziplinären Kurs zu Agrikultur und Agroforstsystemen. Der BNE-Lehrpreis wird jährlich vom Zentrum Bildung für nachhaltige Entwicklung der Pädagogischen Hochschule Heidelberg vergeben und ist mit 5000 Euro dotiert. Ausgezeichnet werden Hochschullehrende, die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) beispielhaft in ihrer Lehre umsetzen.

Die Preisverleihung fand am 6. November 2023 statt. Das transformative Lehrkonzept des Kurses „Aufbäumen für die Zukunft:  Regenerative Agrikultur und Agroforstsysteme“ konnte die Jury auf mehreren Ebenen überzeugen. In ihrer Laudatio hob das Jurymitglied Dr. Nicole Eschbach hervor: 

Besonders beeindruckend war für uns als Jury, wie in diesem Kurs inter- und transdisziplinäre Ansätze und viele verschiedene Perspektiven miteinander verschränkt werden. Mit Blick auf die Methoden und die zugrunde gelegten Konzepte geht die Lehrveranstaltung einen fundierten Weg […], eine Einordnung in das Konzept der sozialökologischen Transformation und in die Reallabor-Arbeitsweise wird vorgenommen. Spielerische Komponenten, Open-Space-Formate und die Backcasting-Methode kommen zum Einsatz. Im Sinne der BNE geht es inhaltlich nicht nur um den Link zu etlichen der Sustainable Development Goals […]; es geht vor allem auch um die Förderung von Kompetenzen wie der Partizipations-, Reflexions- und Innovationsfähigkeit.

„Aufbäumen für die Zukunft“ beginnt mit einem Theorieteil, der zu großen Teilen mit Impulsreferaten von den Studierenden gestaltet wird. In Gruppenarbeiten wird gemeinsam diskutiert. Anschließend verbringen die Studierenden drei Tage auf dem Hof Sonnenwald im Schwarzwald, einem Lehrbetrieb für regenerative Landwirtschaft, und erhalten Einblicke in die Praxis und die agrarwissenschaftliche Forschung. Dass auch die Umsetzung des Lehrkonzeptes überzeugt, zeigt das Feedback eines Kursteilnehmers: „Paul und Nils sind geniale Dozenten, die durch ihre fachliche Expertise auf vielfältige Fragen eine Antwort haben und sie schaffen es, didaktisch eine Lernatmosphäre auf Augenhöhe zu ermöglichen, die im Uni-Alltag oft zu kurz kommt“.

Bereits im letzten Jahr ging der Preis nach Tübingen, an einen Studium-Oecologicum-Kurs: Dr. Birgit Hoinle, Raquel Cayapa und Matzel Xander belegten den ersten Platz mit ihrem Angebot „Faire Schokolade on air“.

Das Studium Oecologicum der Universität Tübingen ist seit 2009 ein fächerübergreifendes Kursangebot zur Nachhaltigen Entwicklung für Studierende aller Fachrichtungen mit bundesweitem Modellcharakter. Es wird am Kompetenzzentrum für Nachhaltige Entwicklung (am IZEW) gestaltet und in enger Zusammenarbeit mit der Abteilung Überfachliche Bildung und berufliche Orientierung im Rahmen des Transdisciplinary Course Program durchgeführt.