Prof. Dr. Carolin Führer

6. Tübinger Kinder- und Jugendmedienlecture mit Juliane Pickel

Die 6. Tübinger Kinder- und Jugendmedienlecture begeisterte auch in diesem Jahr mehrere hundert Besucher:innen im Audimax der Neuen Aula. Zu Gast war die Hamburger Jugendbuchautorin Juliane Pickel, die mit ihrem Roman “Krummer Hund” Schüler:innen verschiedener Schulen aus Tübingen und Reutlingen, Studierende, Lehrkräfte und weitere Literaturinteressierte in ihren Bann zog.

Organisiert und durchgeführt wurde die Veranstaltung von Schüler:innen der 10. Klasse des Uhland-Gymnasiums gemeinsam mit Studierenden der Universität Tübingen. Bereits ein eigens produzierter Trailer stimmte auf die Veranstaltung ein. Mit sprachlicher Raffinesse und großer Souveränität führten die Schüler:innen durch das Programm, bevor Juliane Pickel aus ihrem 2022 für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominierten Roman “Krummer Hund” las. Die Geschichte des Jugendlichen Danny, dessen Vertrauen in Freunde und Familie erschüttert wird und der lernen muss, Verantwortung für sein eigenes Handeln zu übernehmen, sorgte durch Pickels eindringliche Erzählweise für eine intensive Atmosphäre.

Im anschließenden Gespräch beantwortete Pickel Fragen aus dem Publikum und gab Einblicke in die Entstehung ihres Romans und ihren persönlichen Schreibprozess. Dabei ermutigte sie die Schüler:innen, selbst mit dem Schreiben zu beginnen, eigene Ideen auszuprobieren und sich auf den kreativen Prozess einzulassen. Sie verriet außerdem, dass bereits ein neues Projekt auf ihrem Schreibtisch liege.

Im Rahmen der Tübinger Kinder- und Jugendmedienlecture gestaltete die Autorin Juliane Pickel darüber hinaus eine Seminarsitzung für Studierende. Dort sprach sie über die Entstehung von Figuren, Szenen und Atmosphären sowie darüber, wie sich Geschichten während des Schreibens verändern. Ausgangspunkt könne ein Gefühl, ein Bild oder eine Szene sein; wichtig sei, dass Figuren etwas antreibe und jede Szene eine Funktion für die Geschichte erfülle. Auch persönliche Erfahrungen und die eigene Lesebiografie flössen, häufig unbewusst, in den Schreibprozess ein. Die Studierenden erhielten so einen unmittelbaren Einblick in die literarische Praxis und die Arbeit einer zeitgenössischen Jugendbuchautorin.

Die Begegnung wurde von den Teilnehmenden als besondere Bereicherung für die regionale Jugendbuchszene hervorgehoben. Die Lecture zeigte einmal mehr, wie gewinnbringend der Austausch zwischen Schule, Universität und Literaturpraxis ist.

Ein besonderer Dank gilt den engagierten Schüler:innen des Uhland-Gymnasiums sowie den beteiligten Studierenden, die zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben. Finanzielle Unterstützung erfuhr die Lecture vom Friedrich-Bödecker-Kreis e.V., dem Universitätsbund sowie der Kreissparkasse Tübingen. Vielen Dank dafür!

Auch im kommenden Jahr wird die Tübinger Kinder- und Jugendmedienlecture fortgesetzt: Dann wird der Kinderlyriker Arne Rautenberg zu Gast sein. Alle Interessierten sind bereits jetzt herzlich eingeladen!