Prof. Dr. Carolin Führer

Forschung/Kooperationen

Forschungsinteressen

  • Erinnerungskulturen und -praktiken (sowie ihre Wirkung und Reflexion im Deutschunterricht)
  • Literar- und medienästhetisches Lernen (insbesondere Multimodalität, Digitalität, Ästhetische Erfahrung)
  • Gattungs- und genresensible Literaturdidaktik (u.a. Balladen, Lyrik, Comics und Graphic Novels)
  • Lehrerforschung sowie Lehrerbildung im Fach Deutsch
  • Relativität, Normativität und Orientierung in der fachlichen Bildung

Methodische Grundlagen (Auswahl)

  • qualitative (Medien-)Rezeptionsforschung
  • rekonstruktive Unterrichtsforschung
  • interpretative Sozialforschung
  • Multimodalitätsforschung
  • Subjektivierungsforschung
  • Qualitative Interviewstudien
  • Systemtheorie
  • Narratologie

Aktuelle Kooperationen/ Projekte

Literar- und medienästhetisches Lernen

Ästhetische Rezeptions- und Reflexionsfähigkeiten fördern...

  • ... im Kontext der empirischen Erkenntnisse über ästhetische Rezeptionsprozesse

Herausgeberschrift "Evaluative ästehtische Rezeption und Bildung. Theorie- Empirie-Vermittlung" zusammen mit Marco Magirius, Christel Meier und Silke Kubik i. V. (gefördert von der Mehlhorn-Stiftung), eigene Beiträge zu Fragen ästhetischer Rezeption und Bildung im digitalen Raum

  • ... in allen Medien

IMAGO-Zeitschrift zu grafischem Erzählen aus kunstpädagogischer und literaturdidaktischer Perspektive zusammen mit Alexander Schneider

Reception of comics revisited. A revision of gender-based reading practices (at school). In: Journal of Literary Education 5 (2021). S. 94-111. (online unter: doi.org/10.7203/JLE.5.2084)

Grafisches Erzählen zwischen subjektiver Involviertheit und genauer Text-Bildwahrnehmung. Zur Rekonstruktion von Rezeptionsherausforderungen im Schreibunterricht der Sekundarstufen. In: Medien im Deutschunterricht 2 (2020). S. 1-21. (online unter: DOI:10.18716/OJS/MIDU/2020.2.9)

Reception of comics as multimodal experience. Approaches to (suitable) writing practices in German secondary schools. In: Filoteknos 10 (2020). Reading – Experiences – Emotions. Literature for Children’s and Young Adults – Theory and Practice of Reception. S. 404- 416. (online unter: DOI: 10.23817/filotek.10-29)

Comic und Gender in der Lesedidaktik. Von der „Jungenleseförderung“ zum gendersensiblen Medialitätsbewusstsein. In: leseforum 1 (2021). S. 1-14. (online unter: www.leseforum.ch/sysModules/obxLeseforum/Artikel/718/2021_1_de_fuehrer.pdf)

  • ... in einer erst- und fremdsprachenfächerverbindenden Literaturdidaktik

Gesamtsprachliche Literaturdidaktik? Verhältnisbestimmungen zu klassischen Texten und literarischer Rezeptionsfähigkeit im gegenwärtigen Deutsch- und Fremdsprachenunterricht. In: HeLix 13 (2020). S. 61-81. (online unter: journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/helix/article/view/77785/71712, zusammen mit Tesch, Bernd)

Relativität, Normativität und Orientierung in der fachlichen Bildung

Relativität scheint in einer pluralen und demokratischen Gesellschaft ebenso selbstverständlich wie konfliktär. Sie kann als Gefahr angesehen werden, aber auch ein Bildungsziel bezeichnen, das aus der notwendigen Einsicht in die Bedingtheit und Perspektivität von Erkenntnissen, Überzeugungen und Wertesystemen erwächst. Dies erklärt, warum Relativität auf der einen Seite immer wieder in eine gefährliche Nähe zu Beliebigkeit und Orientierungslosigkeit im Sinne eines Relativismus zu führen scheint oder auf der anderen Seite zu massiven Vereindeutigungsversuchen, z.B. in Gestalt eines politischen oder religiösen Fundamentalismus. Ohne einen angemessenen Umgang mit Relativität ist ein friedliches Zusammenleben in pluralen Gesellschaften, die zunehmend in einem globalen Horizont zu sehen sind, nicht möglich. Diese Situation stellt sowohl den Ausgangspunkt als auch den Hintergrund für die Ausbalancierung von Normen (-bildungen) dar, die der Herausforderung des Relativen nicht ausweichen. Orientierung und Gewissheiten lassen sich in dieser Sicht nur in bewusster Aufnahme und Reflexion des Relativitätsproblems gewinnen. Damit eine solche Perspektive gesellschaftlich wirksam werden kann, muss sie auch in fachliche Bildungsprozesse übersetzt werden bzw. muss ein Bildungsverständnis entwickelt werden, das auf die spezifischen fachlichen Anforderungen der Relativität eingestellt ist. Die fachdidaktische Arbeitsgruppe bietet unter Beteiligung der Erziehungswissenschaft vor diesen Hintergründen die seltene Gelegenheit, Relativität als ein Schnittstellenproblem unterschiedlicher Disziplinen zu entfalten und mit Blick auf Bildung das Potenzial einer multiperspektivischen Bearbeitung von Relativitätsfragen zu demonstrieren (gefördert durch die Fritz-Thyssen-Stiftung und TüSE-Research).

Special interest group (SIG) im Rahmen von Tüse-Research:

Prof. Dr. Carolin Führer (Sprecherin), Prof. Dr. Bernd Grewe (Geschichtsdidaktik und Public History), Prof. Dr. Bernd Tesch (Romanistische Fachdidaktik), Prof. Dr. Uwe Küchler (Didaktik des Englischen), Dr. Uta Müller (Ethik und Bildung am IZEW), Prof. Dr. Dr. h.c. Friedrich Schweitzer (Evangelische Religionspädagogik), Dr. Wolfgang Polleichtner (Didaktik der klassischen Philologien), Prof. Dr. Philipp Thomas (PH Weingarten, Philosophie/Ethik), Prof. Fahimah Ulfat (Islamische Religionspädagogik), PD Dr. Jessica Heesen (Medienethik und Informationstechnik), Dr. Dominik Balg (Philosophiedidaktik), Philipp Marzusch (Doktorand in der SIG), Dr. Marco Magirius (Didaktik der deutschen Literatur), Prof.Dr. Marcus Syring (Schulpädagogik).

Aktivitäten:

Fachdidaktische Tagung: "Relativität und Bildung. Herausforderungen und Grenzen des Relativen" (gefördert von der Thyssen-Stiftung, 2022)

Herausgeberschrift in der Reihe Fachdidaktische Forschungen der Gesellschaft für Fachdidaktik: Relativät und Bildung. Fachübergreifende Herausforderungen und fachspezifische Grenzen gefördert von der Thyssen-Stiftung, 2020)

Ringvorlesung "Wie sich Leistung bewerten lässt. Relativität und Normativität von Beurteilungen" (Studium Generale im WiSe 2021/22)

Cultural Memory Education

(Rekonstruktion von) Erinnerungspraktiken im globalen Kontext

Ringvorlesung "Visualizing Narratives of Change and Revolution" an der Universität Tübingen: Plakat zur Vorlesungsreihe (gefördert von der Bundesstiftung Aufarbeitung)

Herausgeberschrift "Umbruch-Bild-Erinnerung" (gefördert von der Bundesstiftung)

Beteiligung an
Germanistische Institutspartnerschaft "Diversität und Gedächtnis" (gefördert vom DAAD) der Universität Tübingen mit der University of Namibia

Global Awareness for Future Teachers (gefördert vom DAAD) mit der University Witswatersrand Johannesburg/ Südafrika

letzte Aufsätze u.a.:

Umbruch – Bild – Erinnerung. Beziehungsanalysen in nationalen und transnationalen Kontexten. In: dies. (Hg.): Umbruch – Bild – Erinnerung. Beziehungsanalysen in nationalen und transnationalen Kontexten. Göttingen 2022. S. 9-24. (zusammen mit Weixler, Antonius)

Nationalisierung von Umbrüchen in All-Age-Literatur und -Medien. Zur Mimesis der Bilder im Erinnern an 1968, 1989 und 9/11. In: Führer, Carolin/ Weixler, Antonius: Umbruch – Bild – Erinnerung. Beziehungsanalysen in nationalen und transnationalen Kontexten. Göttingen 2022. S. 231- 246.

(Kindliche) Filmrezeption zwischen historischer Unbestimmtheit und ästhetischer Konkretion. Didaktische Annäherungen am Beispiel des DEFA-Kinderfilms. In: Kümmerling-Meibauer, Bettina/ Ebert, Steffi (Hg.): Von Pionieren und Piraten. Der DEFA-Kinderfilm in seinen kulturhistorischen, filmästhetischen und ideologischen Dimensionen. Heidelberg 2021 (= Reihe Studien zur europäischen Kinder- und Jugendliteratur, Bd. 10). S. 63 -77.

Zur Macht der Bilder in zeithistorischen Umbruchserzählungen. In: von Glasenapp, Gabriele/ Tomkowiak, Ingrid/ Kagelmann, Andre (Hg.): Erinnerung reloaded? (Re) Inszenierungen des kulturellen Gedächtnisses in Kinder- und Jugendmedien. Stuttgart 2021 (= Reihe Studien zu Kinder- und Jugendliteratur und -medien, Bd. 7, i.E.).

Fachliche Lehrerbildung

Digitalisierung und Deutschehrer*innenbildung 

Entwicklung hochschuldidaktischer Module zur Digitalität im Deutschunterricht (Begleitforschung im Rahmen der Drittmittel zur Digitalisierung in der Lehrerbildung in Kooperation mit dem Leibniz-Institut für Wissensmedien und dem TüDiLB).

Nähere Informationen zum abgeschlossenen Projekt finden Sie hier: https://uni-tuebingen.de/de/141831, Materialien (Items etc.) sind auf OSF frei einsehbar osf.io/3en2h/. Eigene Schwerpunkte in Weiterentwicklung des o.g. Projektes liegen im Lesen digitaler Texte und in der ästhetischen Bildung im digitalen Raum.

letzte Aufsätze:

Digitales Lesen in der Hochschule. Ein Vergleich von Lehramtsstudierenden mit anderen Studierendengruppen. In: MedienPädagogik. Zeitschrift für Theorie und Praxis der Medienbildung 40: CoViD-19 und die Hochschulbildung, S. 282-304. (online unter: doi.org/10.21240/mpaed/40/2021.11.20.X, zusammen mit Eiben-Zach, Britta, Annika Schwabe, Ina Brendel-Kepser, Marion Krause-Wolters)

Fostering Pre-Service Teachers’ Technology Integration: A Cluster-Randomized Field Study. In: Computers & Education 174 (2021). (online unter: doi.org/10.1016/j.compedu.2021.104304, zusammen mit Lachner, Andreas, Armin Fabian, Ulrike Franke, Judith Preiß, Leonie Jacob, Patrizia Breil, Uwe Küchler, Walther Paravicini, Christoph Randler, Philipp Thomas)

Ästhetische Rezeption in digitalen Lernszenarien. Eine quasi-experimentelle Studie mit Deutschlehramtsstudierenden. In: Maurer, Christian/ Rincke, Karsten/ Hemmer, Michael (Hg.): Fachliche Bildung und digitale Transformation - Fachdidaktische Forschung und Diskurse. Fachtagung der Gesellschaft für Fachdidaktik 2020. Regensburg 2021. S.139-142. (online unter: DOI: 10.25656/01:21659, zusammen mit Preiß, Judith)

Gegenwartslyrik und Gesellschaftstheorie

Soziologisch fundierte Analysen (v.a. mit Gesellschaftstheorien von Luhmann, Illouz, Reckwitz) zu aktueller Lyrik

letzte Aufsätze u.a.:

"lächelndverjüngt – carrying blood – verrosung". `Weibliche` Dichtung über Lust, Liebe und soziale Systeme in der Gegenwart. In: Der Deutschunterricht 4 (2021). S. 34-43. (zusammen mit Heuß, Marit)

Trauma der Passion. Konfigurationen der Codierung von Liebe als Störung des Selbsts in weiblicher Gegenwartslyrik. In: Angelika Schmitt/ Henrieke Stahl (Hg.): Lyrik und Existenz in der Gegenwart (= Reihe Neuere Lyrik. Interkulturelle und interdisziplinäre Studien, Bd. 10). Berlin 2022 (i.E., zusammen mit Norberg, Daniele)

Reihe Didaktik der deutschen Sprache und Literatur

Waxmann-Reihe: Didaktik der deutschen Sprache und Literatur
Herausgeber/innen: Johanna Fay, Carolin Führer, Johannes Mayer, Tanja Rinker


Die „Didaktik der deutschen Sprache und Literatur“, wie es im Reihentitel heißt, differenziert sich zunehmend in zwei Bereiche aus, der Sprachdidaktik und der Literaturdidaktik. Jeder Bereich versteht sich als eigene wissenschaftliche Disziplin mit speziellen Forschungsgegenständen, - fragen und -methoden. Mit der Reihe „Didaktik der deutschen Sprache und Literatur“ soll ein Fokus auf den gemeinsamen (Unterrichts-) Fachbezug gelegt und somit ‚wieder’ Verbindungen beider Teildisziplinen geschaffen werden. Dies kann eine tiefe Integration der beiden Perspektiven meinen, die die Grenzen zwischen ihnen auflöst, wie es zum einen in der Unterrichtspraxis und zum anderen (institutionell) in der Lehramtsausbildung in einigen Bundesländern zu finden ist. Es kann aber durchaus auch eine isolierte Betrachtung beider deutschdidaktischer Felder meinen, sofern ihr Verhältnis zueinander oder kongruente Themenfelder damit erhellt werden. In diesem Spektrum sind sowohl Beiträge zu konzeptionellen und grundlagentheoretischen bis hin zu empirisch-implementativen Untersuchungen willkommen. Dabei sollen Ansprüche und reale Herausforderungen solcher (Forschungs-) Unterfangen offengelegt und in besonderer Weise vor den theoretischen und empirischen Hintergründen aus den germanistischen Bezugsdisziplinen diskutiert werden. Alle Manuskripte müssen vor Aufnahme in die Reihe ein Begutachtungsverfahren positiv durchlaufen. Dafür steht folgender wissenschaftlicher Beirat zur Verfügung:
Sebastian Susteck (Ruhr-Universität Bochum, Literaturdidaktik), Cornelia Rosebrock (Goethe-Universität Frankfurt/Main, Literaturdidaktik), Jan Standke (Technische Universität Braunschweig, Literaturdidaktik), Andreas Krafft (PH Freiburg, Sprachdidaktik), Afra Sturm (FHNW, Sprachdidaktik), Eva Neuland (Bergische Universität Wuppertal, Sprachdidaktik).
Die konsequente Begutachtung sichert den hohen Qualitätsstandard der Reihe.

Ansprechpartner im Waxmann - Verlag: Dr. Sven Solterbeck (solterbeck@waxmann.com).

Band 1: Dissonanzen in der Deutschlehrerbildung

Band 2: Textlose Bilderbücher

Band 3: Sprachbetrachtung im Literaturunterricht

Band 4: Tempus und Temporalität – empirische Zugänge zum Erwerb von Zeitlichkeit