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Sie spüren Halluzinationen auf und kennen sich mit Prompts aus: unser Expertinnenteam für die KI-Literaturrecherche

Was macht Sie zu Expertinnen auf dem Gebiet der Literaturrecherche mit KI? Wie sind Sie zu diesem Thema gekommen?

Wir beschäftigen uns seit 2023 mit dem Thema. Weil das Team „Information“, zu dem wir alle gehören, schon immer Schulungen zur „klassischen“ Literaturrecherche gibt, war es für uns der logische Schritt, auch Workshops zur Literaturrecherche mit KI-Tools zu konzipieren.

Am Anfang haben wir (auch mit Unterstützung des restlichen Info-Teams sowie zwei Fachexpert/innen aus der UB) viele KI-Tools für die Literaturrecherche getestet, Workshops besucht, unzählige Newsletter abonniert und uns vor allem auch mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Bibliotheken ausgetauscht. Dieser Austausch und das kontinuierliche Testen von Tools sind auch weiterhin sehr wichtig.

Das Feld ist extrem dynamisch, sodass wir immer damit beschäftigt sind, unsere Schulungsmaterialien zu aktualisieren.

Unsere jeweiligen Hintergründe sind unterschiedlich:

Miriam Lahrsow: Ich habe Anglistik studiert und zu einem literaturwissenschaftlichen Thema promoviert. Danach habe ich das Bibliotheksreferendariat in Osnabrück und München absolviert. Seit 2023 bin ich an der UB Tübingen.

Randi Knorr: Ich bin Diplombibliothekarin und seit 1993 an der UB Tübingen.

Lioba Petter: Ich habe Bibliotheks- und Informationsmanagement an der Hochschule der Medien in Stuttgart studiert. Danach war ich fünf Jahre als Bibliothekarin an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen tätig. Seit April dieses Jahres bin ich an der UB Tübingen.

Lelde Baumgarten: Ich habe Informationsmanagement an der Universität Lettland studiert und 2016 mit dem Bachelor abgeschlossen. Ein Erasmus-Semester habe ich an der Hochschule der Medien in Stuttgart verbracht. Danach war ich als Schul- und Hochschulbibliothekarin in Riga und Stuttgart tätig. Seit 2022 bin ich an der UB Tübingen.

Braucht man spezielles Wissen dafür? Oder besondere Kenntnisse und Fähigkeiten?

Einen IT-Hintergrund haben wir alle nicht. Wir sind aber Rechercheexpertinnen und können daher meistens ganz gut einschätzen, welche Features einen Mehrwert bieten und welche ggf. auch nutzlos oder sogar irreführend sind. Auch mit den Datenbanken, auf die die KI-Recherchetools zugreifen, haben wir uns intensiv beschäftigt – die Tools können natürlich nur Literatur finden, die in diesen Datenbanken verzeichnet ist. Da gibt es große Unterschiede, welche Themen, Sprachen und Arten von Publikationen gut auffindbar sind. 

Wichtig ist auf jeden Fall die Bereitschaft, sich ständig in neue Tools und Features einzuarbeiten. Und auch, bei aller Offenheit für Neues trotzdem wachsam für Fehlentwicklungen zu sein (z.B. im Hinblick auf Datenschutz oder die noch stärkere Kommerzialisierung von Zugängen zu Forschungsergebnissen).

Ganz entscheidend ist auch, die Fülle an sich ständig ändernden Informationen zielgruppengerecht aufbereiten und vermitteln zu können. 

Wie profitiert der Forscher oder Wissenschaftler an der Uni von diesem Dienst?

Durch die hohe Dynamik des Feldes und die vielen Tools ist es unmöglich, als Wissenschaftler immer auf dem neusten Stand zu bleiben – dafür fehlt einfach die Zeit. Wir haben es uns daher zur Aufgabe gemacht, relevante Entwicklungen auf dem Gebiet der Literaturrecherche mit KI möglichst immer im Auge zu behalten und diese Informationen dann an unsere verschiedenen Zielgruppen weiterzugeben. 

Man kann unsere Workshops auch für (Lehr-)Veranstaltungen buchen. Dieses Angebot wird erfreulicherweise sehr gut angenommen, sodass wir von Ersti-Seminaren bis hin zu den PostDocDays schon bei vielen Veranstaltungen vertreten waren.

Mit welchen Herausforderungen haben Sie in Ihrem Bereich am häufigsten zu tun? 

Herausforderungen gibt es viele. Ein Beispiel ist, dass große Unsicherheit herrscht, wofür man KI-Tools bei Prüfungsleistungen und wissenschaftlichen Publikationen nutzen darf bzw. wie man die Nutzung dokumentieren muss. 

Zudem haben viele der Tools, die wir testen und schulen, auch eine kostenpflichtige Version, in der man zusätzliche Features nutzen kann. Leider haben wir dafür keine Lizenzen, sodass wir immer nur die „Basisversion“ evaluieren können. 

Durch die hohe Dynamik des Feldes kommen wir auch oft an unsere zeitlichen und personellen Grenzen, weil wir neben der KI-Recherche ja noch für viele weitere Schulungsthemen verantwortlich sind.

Zum Abschluss noch eine persönliche Frage an unsere Expertinnen:

Welches Buch lesen Sie privat gerade und bevorzugen Sie E-Books oder Print?

Miriam Lahrsow: Beruflich am liebsten eBooks, privat nur Print. Weil ich gerade Italienisch lerne, lese ich “A Song of Ice and Fire” von George R. R. Martin in der italienischen Übersetzung – “Le cronache del ghiaccio e del fuoco”.

Randi Knorr: Im Urlaub am liebsten eBooks, weil weniger Gepäck und zuhause beides gleich gerne. Ich lese gerade von Margot L. Stedman: “Ein weites Leben”.

Lioba Petter: Ich lese gerne sowohl eBooks als auch Printbücher und nutze für eBooks häufig die Onleihe. Gerade lese ich „22 Bahnen“ von Caroline Wahl.  

Lelde Baumgarten: Eigentlich lese und sammle ich gerne gedruckte Bücher, bin aber in den letzten Monaten komplett auf meinen E-Reader umgestiegen, weil er einfach so praktisch ist. Zurzeit lese ich am liebsten historische Liebesromane.