Onlinezeitschrift "Ethik und Gesellschaft" (1/2018): "... auf den Schultern von Karl Marx"

Am 5. Mai 2018 jährte sich zum 200. Mal der Geburtstag von Karl Marx. Er hat die wissenschaftliche und öffentliche Diskussion geprägt wie kaum ein anderer. Seine philosophischen und gesellschaftstheoretischen Begriffe, Konzepte und Theorien haben nicht nur soziale Bewegungen, vor allem die Arbeiterbewegung, beeinflusst, sondern auch das wissenschaftliche Denken revolutioniert – vor allem das Denken über moderne Gesellschaften und deren Entwicklung. Nicht nur für die Katholische Sozialethik und gegen den katholischen Anti-Marxismus hatte deshalb Oswald von Nell-Breuning SJ in den 1970er Jahren erklärt: »Wir alle stehen auf den Schultern von Karl Marx« (Stimmen der Zeit 194, 1976, Heft 9, S. 616–622 ). Ganz im Sinne dieses Zitates sollen aus Anlass seines zweihundertsten Geburtstages das von Marx geprägten Denken darauf hin befragt werden, was es zum Verständnis der zeitgenössischen gesellschaftlichen Entwicklungen und Verwerfungen beiträgt.

Zur aktuellen Ausgabe

Wie die Wissenschaftlichkeit der katholischen Theologie aus Kirche und Christentum heraus negiert wird

Wie die Wissenschaftlichkeit der katholischen Theologie aus Kirche
und Christentum heraus negiert wird

In einem Beitrag zur Juli-Ausgabe der Zeitschrift "Herder
Korrespondenz" informiert Matthias Möhring-Hesse darüber, wie aus
christlichen und kirchlichen Kreisen heraus die Wissenschaftlichkeit
der katholischen Kirche bestritten wird.
https://www.herder-korrespondenz.de/heftarchiv/72-jahrgang-2018/heft-7-2018/wie-die-wissenschaftlichkeit-aus-der-kirche-heraus-negiert-wird-theologie-ist-immer-plural
Bei dem Text handelt es sich um eine verschriftlichte Fassung des
Statements, mit dem der Autor auf der Akademischen Feier aus Anlass
des Jubiläums der Tübinger Katholisch-theologischen Fakultät auf den
Vortrag von Peter Strohschneider ("Mit Gott gegen die Wissenschaft?")
geantwortet hat. Zum Hintergrund vgl. "Diskursausschluss und
Meinungsverbot. Austritt aus dem Herausgebergremium der Theologischen
Quartalsschrift"
.


Ein Aufruf: Solidarität statt Heimat

Vom „gefährdeten Rechtsstaat“ in Ellwangen über die „Anti-Abschiebe-Industrie“, vom „BAMF-Skandal“ über „Asylschmarotzer“, von der „Islamisierung“ bis zu den „Gefährdern“: Wir erleben seit Monaten eine unerträgliche öffentliche Schmutzkampagne, einen regelrechten Überbietungswettbewerb der Hetze gegen Geflüchtete und Migrant*innen, aber auch gegen die solidarischen Milieus dieser Gesellschaft. Die politischen Debatten über Migration und Flucht werden seit Monaten von rechts befeuert und dominiert – und kaum jemand lässt es sich nehmen, auch noch mit auf den rechten Zug aufzuspringen.

Doch nicht nur das. Inmitten einer immer noch lebendigen Willkommens- und Unterstützungsbewegung, inmitten der großen und wachsenden Proteste gegen die AfD, inmitten der beeindruckenden Kämpfe von Geflüchteten für ihr Recht auf ein gutes Leben und inmitten wachsender Bewegungen für eine nachhaltige, globale Gerechtigkeit wird vielerorts so getan, als sei der Rechtspopulismus der einzig maßgebliche Ausdruck der aktuellen gesellschaftlichen Stimmungslage. Diese Behauptung ist falsch. Und sie ist politisch fatal.

Es ist daher für uns an der Zeit, gemeinsam und eindeutig Stellung zu beziehen. Wir verweigern uns ausdrücklich der politischen Logik einer sich verfestigenden rechten Hegemonie. Wir wenden uns gegen eine Politik des Ressentiments – und gegen Strategien, die hieraus Kapital schlagen wollen für eine nur dem Anschein nach progressive oder soziale Politik. Wir sind uns sicher, dass es keine fortschrittlichen Antworten auf reaktionäre Fragen gibt. Der rechte Diskurs formuliert keine Probleme. Er ist das Problem.

Nennen wir das Problem beim Namen.
Es heißt nicht Migration.
Es heißt Rassismus.

Der Aufruf wurde initiiert vom Institut Solidarische Moderne (ISM),
von medico international und von kritnet, dem Netzwerk für kritische
Migrations- und Grenzregimeforschung.

Den vollständigen Text des Aufrufs und die UnterzeichnerInnen finden
Sie unter: https://solidaritaet-statt-heimat.kritnet.org/


Neue Veröffentlichung (Prof. Möhring-Hesse)

In dem Sammelband über "Neue Governancestrukturen in der
Wohlfahrtspflege. Wohlfahrtsverbände zwischen normativen Ansprüchen
und sozialwirtschaftlicher Realität" (hrsg von Rolf G. Heinze, Joachim
Lange und Werner Sesselmeier) ist ein Beitrag von Matthias
Möhring-Hesse zu "Verbetriebswirtschaftlichung und Verstaatlichung.
Der destruktive Formwandel der Freien Wohlfahrtspflege" erschienen.

Möhring-Hesse, Matthias (2018):
Verbetriebswirtschaftlichung und Verstaatlichung. Der destruktive
Formwandel der Freien Wohlfahrtspflege, in: Heinze, Rolf G./Lange,
Joachim/Sesselmeier, Werner (Hg.): Neue Governancestrukturen in der
Wohlfahrtspflege. Wohlfahrtsverbände zwischen normativen Ansprüchen
und sozialwirtschaftlicher Realität (Wirtschafts- und Sozialpolitik
Bd. Band 19), Baden-Baden: Nomos, S. 57–78.


Positionspapier zur Bedeutung der Christlichen Sozialethik für die Katholische Theologie

Die AG Christliche Sozialethik, die Arbeitsgemeinschaft der
Sozialethikerinnen und Sozialethiker des deutschsprachigen Raumes, hat
ein Positionspapier zur Bedeutung des theologischen Fachs Christliche
Sozialethik für die Katholische Theologie veröffentlicht. Darin wird
u.a. der disziplinäre Eigensinn der Sozialethik betont und vor dem
Abbau von Professuren für die Sozialethik gewarnt.

Die Bedeutung Christlicher Sozialethik [Link zum beiliegenden
Dokument]

für Gesellschaft, Universität, Theologie und Kirche.
Positionspapier der Arbeitsgemeinschaft Christliche Sozialethik

Übersetzungen des Papiers in Englisch, Spanisch und Italienisch können
über die Homepage der AG abgerufen werden.

http://www.christliche-sozialethik.de/


Diskursausschluss und Meinungsverbot. Austritt aus dem Herausgebergremium der Theologischen Quartalsschrift

Die Theologische Quartalsschrift, die älteste existierende
theologische Zeitschrift in deutscher Sprache, wird durch
Professorinnen und Professoren der Katholisch-Theologischen Fakultät
herausgegeben. Seit Amtsantritt an dieser Fakultät ist Matthias
Möhring-Hesse Mitglied des Herausgebergremiums. Seither hat er diese
Zeitschrift nicht nur mit herausgegeben, sondern auch Themenhefte
verantwortet und Beiträge in dieser Zeitschrift veröffentlicht.

Mit sofortiger Wirkung ist er nun aus dem Herausgebergremium
ausgetreten und hat damit seine Tätigkeit als Mitherausgeber
dieser Zeitschrift beendet. Er reagiert damit auf eine Entscheidung des
Herausgebergremiums, einen Beitrag wegen seines Inhalts zu zensieren.
Das damit betrieben Meinungsverbot und den versuchten
Diskursausschluss ist seiner Überzeugung nach mit dem
Wissenschaftsanspruch einer wissenschaftlich-theologischen
Zeitschrift nicht vereinbar.

Austrittserklärung