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12.05.2015

12.05.15
18:00 c.t.
Schloss Hohentübingen
R. 165
Klass. Archäologie Prof.Dr.Thomas Terberger
Universität Göttingen Dr. Detlev Jansen
LAKD Mecklenburg - Vorpommern

Kampf um Ressourcen vor 3300 Jahren? Die Überreste eines Schlachtfeldes im Tollensetal im bronzezeitlichen Kontext

Das Tollensetal in Mecklenburg-Vorpommern ist in den letzten Jahren durch außergewöhnliche Funde in den Blickpunkt der Forschung gerückt. Auf einer Länge von über 2 km wurden entlang der Tollense an verschiedenen Stellen zahlreiche Menschenreste, einige Pferdeknochen und Waffenreste geborgen. Zwei Holzkeulen und zahlreiche Pfeilspitzen sind unmittelbar mit den Menschenknochen vergesellschaftet, die in die Bronzezeit um 1300 v.Chr. datieren. Mit Förderung der DFG erfolgen seit 2010 Ausgrabungen, Tauchprospektionen und Detektorbegehungen, die es ermöglichen, das Fundareal verlässlich zu charakterisieren. Die Überreste von mehr als 120 Individuen gehen ganz überwiegend auf junge Männer zurück und liegen nicht mehr in anatomischem Verband. Die Waffenfunde, die starke Dominanz junger Männer und wiederholte Verletzungsspuren an den Knochen führen dazu, die verschiedenen Fundkonzentrationen als Überreste von Kampfhandlungen zu interpretieren. Metallfunde und naturwissenschaftliche Ergebnisse sprechen für eine Herkunft eines Teils der Kämpfer aus südlichen Regionen. Das Ausmaß der Kampfhandlungen spricht gegen eine lokale oder regionale Auseinandersetzung. Vielmehr wird vermutet, dass weitgehend professionelle Kämpfer beteiligt waren. Dabei stellt sich die Frage, ob bzw. welche Ressourcen im Norden von Interesse gewesen sein dürften.

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