Osteuropäische Geschichte und Landeskunde

Alyona Banina, M. A.

Doktorandin

Ausbildung und wissenschaftliche Qualifikationen

06/2000

Abitur (Taschkent/Usbekistan)

09/2000-06/2002

Studium der Internationalen Beziehungen an der Universität für Weltwirtschaft und Diplomatie in Taschkent

10/2003-06/2010Studium der Politikwissenschaft und der Neueren und Neuesten Geschichte an der Eberhard Karls Universität Tübingen
09/2011Magistra Artium an der Universität Tübingen
Seit 2012Promotion bei Prof. Dr. Klaus Gestwa am Institut für Osteuropäische Geschichte und Landeskunde der Universität Tübingen zum Thema: Taschkent - Geschichte der sowjetischen Metropole Zentralasiens. Städtische Räume und urbane Kultur 1966-1991
Seit 06/2015Förderung der Dissertation durch die Stiftung für Bildung und Wissenschaft

Laufende Arbeiten und Forschungsprojekte

Laufende Arbeiten und Forschungsprojekte Taschkent - Geschichte der sowjetischen Metropole Zentralasiens. Städtische Räume und urbane Kultur 1966-1991

(Dissertationsprojekt)

Als Taschkent 1966 von einem Erdbeben stark zerstört wurde, bot der Wiederaufbau der Stadt sowjetischen Architekten und Politikern die Gelegenheit, ihre Träume von Modernität und Fortschritt dem In- und Ausland zur Anschauung zu bringen. Das Projekt untersucht zum einen, wie die Erdbebenkatastrophe ungeahnte Möglichkeiten schuf, um Taschkent zu einem Laboratorium der modernen sowjetischen Stadtplanung und des industriellen Massenbaus zu machen. Zum anderen werden soziale Aspekte der nach 1966 entstandenen sozialistischen Stadt mit einer langen islamisch-orientalisch geprägten Tradition untersucht. Im Projekt wird in raum- und sozialhistorischer Hinsicht erörtert, wie der Ausbau Taschkents zur modernen Metropole auf örtliche Traditionen, den Alltag und die Lebensweise der Stadtbewohner auswirkte und welche soziale Prozesse dieser Ausbau nach sich zog. Außerdem wird die Rolle Taschkents im Wettbewerb der Modernen des Kalten Kriegs untersucht. In den Jahren nach 1966 wurde Taschkent für die Sowjetunion aufwändig als das „Fenster in die Dritte Welt“ inszeniert. Die Analyse der zentralasiatischen Metropole verspricht die Besonderheiten und eigenen Dynamiken der sozialistischen Stadt aufzuzeigen und eine zentralasiatische Version der sozialistischen Stadt herauszuarbeiten. Es werden die transnationale Bezug- und Einflussnahme dargestellt, um so den Neuaufbau Taschkents in den Gesamtzusammenhang der Urbanisierungs- und Stadtplanungsgeschichte des letzten Drittels im 20. Jahrhundert zu verorten.