Edition und Kommentierung der deutschen Versnovellistik des 13. und 14. Jahrhunderts
Gefördert durch die DFG (2009–2018).
Ziel des Projektes ist die Edition und Kommentierung der deutschen Versnovellistik ('Mären') des 13. und 14. Jahrhunderts. Es handelt sich um 171 Texte im Umfang von ca. 58.500 Versen (insgesamt sind ca. 172.000 Verse überliefert). Das Corpus umfasst die 113 von Heinrich Niewöhner für sein 'Neues Gesamtabenteuer' (NGA) vorgesehenen Texte, von denen aber nur ein erster Band mit 37 Stücken 1937 erschienen ist (2. Aufl. 1967 mit Lesarten). Dazu kommen 58 Stücke aus dem Überlieferungsumfeld, die aus einer dem Genre unangemessenen, rigoristischen Auffassung von literarischen Gattungen bislang ausgeschlossen waren. Aus pragmatischen Gründen sind Stücke ausgeschlossen, die in neueren Autor- und Corpusausgaben vorliegen.
Die Anlage der Edition orientiert sich an der Überlieferung der Texte. Die Stücke des Corpus folgen in ihrer Anordnung der jeweils ältesten sie überliefernden Handschrift; verschiedene Fassungen einer Verserzählung stehen aber beieinander. Ziel der Textherstellung ist eine Gebrauchsfassung, nicht die Rekonstruktion eines Autortextes oder eines Archetyps. Bei Einfachüberlieferung wird überlieferungsnah ediert, bei Mehrfachüberlieferung nach dem Leithandschriftenprinzip verfahren. Leithandschrift ist in der Regel der älteste Zeuge, während die Abweichungen der anderen Handschriften im kritischen Apparat festgehalten werden. Wenn Textversionen nicht mehr sinnvoll auf eine einzige Leithandschrift zurückbeziehbar sind, wird dieses Verfahren auf mehrere synoptisch parallel wiedergegebene Fassungen angewandt. Die Ausgabe will wissenschaftlichen Benutzern, Studierenden und literarhistorisch Interessierten durch einen Stellenkommentar den Zugang zu den Verserzählungen erleichtern. Der Stellenkommentar dient der Rechtfertigung der Textherstellung, bietet aber auch Material für das Verstehen und Deuten des Textes. An jeden Text schließt sich ein Allgemeinkommentar an. Dieser bietet Informationen zu folgenden Aspekten: Überlieferung, Ausgaben, Textkritik und Editionsform, Entstehungssituation, Stoff- und Motivtraditionen, Beziehungen zu anderen Texten, Literatur.
Edition
Deutsche Versnovellistik des 13. bis 15. Jahrhunderts (DVN), 6 Bände. Hg. von Klaus Ridder und Hans-Joachim Ziegeler (unter Mitarbeit von Patrizia Barton, Reinhard Berron, Uta Dehnert, Fabienne Detoc, Gudrun Felder, Manuela Gliesmann, Anne Kirchhoff, Matthias Kirchhoff, Sandra Linden, Rebekka Nöcker, Henrike Schwab und Christian Seebald in Verbindung mit Sebastian Coxon [englische Übersetzung]), Berlin 2020.
Projektleiter:
Prof. Dr. Klaus Ridder (Universität Tübingen)
Prof. Dr. Paul Sappler † (Universität Tübingen)
Prof. Dr. Hans-Joachim Ziegeler (Universität zu Köln)
Internationaler Kooperationspartner (englische Übersetzung):
Prof. Dr. Sebastian Coxon (UCL)
Projektmitarbeiterinnen und Projektmitarbeiter:
Patrizia Barton (Universität Tübingen)
Reinhard Berron (Universität Tübingen)
Uta Dehnert (Universität Tübingen)
Fabienne Detoc (Universität Tübingen)
Dr. Gudrun Felder (Universität zu Köln)
Manuela Gliesmann (Universität zu Köln)
Anne Kirchhoff (Universität Tübingen)
Dr. Matthias Kirchhoff (Universität Tübingen)
PD. Dr. Sandra Linden (Universität Tübingen)
Dr. Rebekka Nöcker (Universität Tübingen)
Dr. Henrike Schwab (Universität Tübingen)
PD Dr. Christian Seebald (Universität zu Köln)