LEAD Graduate School & Research Network

19.06.2026

Internationale Spitzenforschung in Tübingen: 
Ein Rückblick auf die Hector Research Week 2026 

Eine intensive Woche voller wissenschaftlicher Impulse, inspirierender Begegnungen und hochkarätiger Gäste geht zu Ende: Das Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung blickt auf eine rundum gelungene Hector Research Week 2026 zurück. Vom 15. bis 19. Juni 2026 kamen renommierte internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Tübingen zusammen, um aktuelle Fragen der Bildungsforschung und angrenzender Disziplinen zu diskutieren. 
Hier sind die Highlights: 

Selbstregulation im Fokus zum Auftakt
Den Start machten die HIB-Distinguished International Professors Matt Bernacki und Jeffrey Greene (beide von der University of North Carolina at Chapel Hill). In ihrem gemeinsamen Vortrag „Taking the ’self’ in self-regulation seriously: Personalizing and adapting self-regulation research and interventions“ zeigten sie auf, wie essenziell selbstreguliertes Lernen für den Bildungserfolg ist – und wie wichtig es ist, die Forschung hierzu noch stärker zu personalisieren und an individuelle Bedürfnisse anzupassen. PhD Studierende hatten im Anschluss Gelegenheit ihre Projekte aus dem „Hector AI + Education Future Fund“ vorzustellen und den Input der internationalen Expert:innen einzuholen.

Poster Session und Buchpremiere auf Schloss Hohentübingen
Ein besonderes Highlight war die Book Launch Celebration auf Schloss Hohentübingen. Im Mittelpunkt stand das neue Buch „Motivation, Achievement, and Situated Expectancy-Value Theory – Making One’s Future“ von Jacquelynne S. Eccles, Allan Wigfield, Sandra D. Simpkins, and Fani Lauermann. Jacquelynne Eccles (UC Irvine) und Allan Wigfield (University of Maryland) waren persönlich vor Ort und beantworteten Fragen zu ihrem Werk, das über 40 Jahre empirische Forschung zur Situated Expectancy-Value Theory (SEVT) zusammenfasst. Am Ende signierten sie noch passende Lesezeichen. 
Flankiert wurde das Event von einer lebhaften Postersession vorab, bei der die Early Career Researchers des Hector-Instituts ihre aktuellen Arbeiten präsentierten und wertvolles Feedback von den internationalen Gästen erhielten. 

Kreativität und die Kunst des wissenschaftlichen Schreibens 
Mit Paul Silvia (University of North Carolina at Greensboro), dem Autor von „How to Write a Lot“, widmete sich die Research Week einem Thema, das alle Forschenden bewegt: nachhaltige Schreibroutinen. In einem offenen Workshop teilten die Teilnehmenden aller Karrierestufen ihre Herausforderungen im Schreiballtag. Am Nachmittag verlagerte Silvia den Fokus in seinem Vortrag „Everyday Creativity in Daily Life“ auf die Psychologie der Kreativität. Er zeigte eindrucksvoll, dass Kreativität kein seltener Geistesblitz ist, sondern ein dynamischer, alltäglicher Prozess, der sich wunderbar mittels Tagebuch- und Experience-Sampling-Methoden untersuchen lässt. 

Kulturelle Perspektive: Formen der Zeugenschaft 
Einen interdisziplinären Akzent setzte der Vortrag der renommierten emeritierten Literaturwissenschaftlerin Aleida Assmann (Universität Konstanz) zum Thema „Formen der Zeugenschaft“. Sie beleuchtete die zentrale kulturelle Bedeutung von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, die insbesondere an Schulen zu einer primären Geschichtsquelle für Jugendliche geworden sind, und diskutierte die besonderen Potenziale dieser Form des Geschichtsunterrichts. 

Ein Mythos auf dem Prüfstand: Wachsen an Krisen? 
Den runden Abschluss der Woche bildete der Vortrag von HIB-Distinguished International Professor Brent Roberts (University of Illinois at Urbana-Champaign) zum Thema „Adversity and Growth in Self-Regulation“. Zwar entwickeln sich Selbstregulierung und Gewissenhaftigkeit im Laufe des Lebens stetig weiter, doch die weit verbreitete Annahme „Was dich nicht umbringt, macht dich härter“ hält der wissenschaftlichen Überprüfung oft nicht stand. Roberts und sein Team konnten in ihren Untersuchungen keine Belege dafür finden, dass sich Lebenskrisen und Widrigkeiten positiv auf die Entwicklung von Jugendlichen auswirken. 

Das Hector-Institut bedankt sich ganz herzlich bei allen Gästen, Vortragenden und Teilnehmenden, die diese Woche zu einem so lebendigen und inspirierenden Erlebnis gemacht haben! 

Pressekontakt:
Kristina Laube
presse@lead.uni-tuebingen.de