Prof. Dr. Sigrid G. Köhler

Professur für neuere deutsche Literatur

Herzlich Willkommen auf der Homepage der Tübinger NDL-Professur für das 18. und 19. Jahrhundert.

Zu fünft forschen und lehren wir zur deutschsprachigen Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts, mit Ausflügen ins 20. Jahrhundert und in die Gegenwartsliteratur und unter besonderer Berücksichtigung von Globalitäts- und Diversitätsaspekten.
Zu unseren systematischen Arbeits- und Forschungsschwerpunkten gehören u.a. Gattungstheorie (Dramentheorie/Narratologie), Medialität und Ästhetik, Recht und Literatur, Literatur und Wissen, Musik und Literatur, populäre Literatur, Kolonialismus- und Rassismusforschung, Klassismusforschung

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Aktuelles 2026

Neue Publikation

Für sein Trauerspiel nimmt Dalberg einen äußerst populären Stoff auf, der auf Aphra Behns gleichnamigen Roman (1688) zurückgeht und im 18. Jahrhundert vielfach adaptiert worden ist.
Auf die Bühne kommt mit Oronooko ein Schwarzer Widerstandskämpfer, der sich mit Wort und Tat gegen Kolonialismus und Versklavung zur Wehr setzt.
Mit einen Nachwort herausgegeben von Sigrid G. Köhler und Julia Rebholz.

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Neuerscheinungen

Erschienen:

Schillers Karl Moor, Goethes Götz von Berlichingen und jetzt Dalbergs Oronooko – so setzt eine Rezension zu Wolfgang Heribert von Dalbergs Oronooko-Tragödie aus dem Jahr 1786 an. Was folgt, ist eine emphatische Besprechung. Für sein Trauerspiel greift Dalberg auf einen für die europäische Anti-Sklaverei-Debatte zentralen Stoff zurück. Vorlage ist Thomas Southernes gleichnamige Tragödie (1696), die ihrerseits eine Adaption von Aphra Behns Roman Oroonoko, or the Royal Slave (1688) darstellt.
Für die Mannheimer Bühne relativiert Dalberg zeitgeschichtliche Kontexte. Daran ändert auch das Ende nichts: die fiktive Abschaffung der Sklaverei. Das ›blutige Werk‹ der Sklaverei wird vor allem moralisch verurteilt. In den Mittelpunkt rücken in der Folge menschliche Größe, menschliches Leid und ein tragödienfähiger Schwarzer Protagonist.

Erscheinen 2026 im Wehrhahn Verlag.

Mit Zamor und Zoraide (1778) adaptiert der Autor F. G. Nesselrode zu Hugenpott einen im 18. Jahrhundert überaus populären Stoff für die Bühne, der auf Jean-François de Saint-Lamberts Ziméo-Erzählung (1769) zurückgeht. Letztere gehört zu den zentralen literarischen Stoffen der transnational geführten Debatte um die Abschaffung von Sklavenhandel und Sklaverei und ist zigfach in europäische Sprachen übersetzt und adaptiert worden. 
Nesselrode kombiniert in Zamor und Zoraide empfindsame Gesprächskultur, naturrechtliches Denken und das Wissen um das transatlantische System der Versklavung. Das Schauspiel dokumentiert eindrücklich, wie zeitgenössisch eine auf Vermittlung und Popularisierung ausgerichtete kolonialkritische Kommunikation aussah und übergibt dazu einem fiktiven schwarzen Widerstandskämpfer das Wort.

Erscheinen 2026 im Wehrhahn Verlag.


Drittmittelförderung

AvH-Partnerschaft

Germanistische Wissensproduktion in Westafrika