Evang. Institut für Berufsorientierte Religionspädagogik

Jugend - Glaube - Religion II

Studientag am 26. März 2020

Neue Befunde zu Jugend – Glaube – Religion

Erstmals werden neue Befunde zu Veränderungen religiöser Einstellungen im Jugendalter vorgestellt. Nachdem dieselbe Stichprobe im Jahr 2019 ein drittes Mal befragt wurde, sind persönliche Entwicklungen der früheren Religions-und Ethikschülerinnen und -schüler darstellbar.
Dabei interessieren beispielsweise folgende Fragen:
− Wie verändert sich der Gottesglaube der Jugendlichen und jungen Erwachsenen?
− Wie beurteilen sie den Religions-bzw. Ethikunterricht im Rückblick?
− Gibt es Veränderungen in Bezug auf die Einstellung zu anderen Religionen?
Neben den neuen Befunden stehen auch vertiefende Analysen mit dem repräsentativen Sample der Erstbefragung sowie didaktische Konsequenzen aus den Befunden im Fokus.

Der Flyer mit weiteren Informationen steht Ihnen hier zum Download bereit.

Herzliche Einladung an alle Interessierten! Anmeldung hier


Digitale Unterrichtsmedien statt KI

Wahrnehmungen vom Kongress „Berufsschulreligionsunterricht 4.0 – religiöse Bildung in einer digitalisierten Welt“ am 05.12.2019 in Mainz

Noch vor den für einen kommunikativ angelegten Kongress obligatorischen Namensschildchen begrüßte ein QR-Code die Teilnehmenden des 3. BRU-Bildungskongresses am vergangenen Donnerstag, 9. Dezember 2019 im Erbacher Hof in Mainz. Der Code zusammen mit einer schützenden vierstelligen Zahlenkombination führte die Teilnehmenden auf eine Umfrage über ihre Erwartungshaltungen zum Kongress, zu dem sie eben ankamen, und steht rückblickend beispielhaft für eine der zentralen Fragen beim Kongress: Wie können wir digitale Medien inhaltlich passend und datenschutzgerecht für gelingende Lehr-Lern-Beziehungen im RUabS/BRU einsetzen?

Die Kongress-Veranstalter bibor, EIBOR, KIBOR und die Abteilung Religionspädagogik an der Philosophisch-Theologische Hochschule Sankt Georgen nahmen die Teilnehmenden vielfach mit in eine digitalisierte Welt: Nach der digitalen Ankommens-Befragung gab es lediglich Namensschilder und Teilnahmebestätigungen analog, die Tagungsmappe sowie das Feedback zum Kongress waren digital abrufbar und wurden passgenau per Mail erinnert. Dazu gab es schon am Empfang Login-Codes fürs Tagungshaus-W-Lan. Dass dieses Netz zwischendurch durch die knapp 150 Teilnehmenden so gut ausgelastet war, dass die Verbindung zum digitalen Überraschungsgast aus dem rpi, Jörg Lohrer, fast nicht zustande kam, gehört wohl genauso zu unserer „digitalisierten Welt“ wie dass der persönliche Login automatisch für zwei Geräte vorgesehen war – viele waren selbstverständlich mit Smartphone und Tablet bzw. Laptop unterwegs.

Ob wir das Innenleben unserer digitalen Gerätschaften verstehen müssen, um uns in einer digitalisierten Welt bewegen zu können, stellte Prof. Dr. Dr. h.c. Friedrich Schweitzer, Leiter des EIBOR, in seinen einführenden Thesen in Frage. Noch vor einigen Jahren sei man davon ausgegangen, dass es diese Hardwarekompetenz brauche.

Prof. Dr. Ralf Lankau, Hochschule Offenburg, schärfte den Blick für unsere Begriffs- und Softwarewahl. So gebe es schlichtweg keine „Künstliche Intelligenz (KI)“, sondern eben nur automatisierte Datenauswertungsprozesse. Und der Religionsunterricht werde auch nicht digitalisiert, sondern durch digitale Medien ergänzt. Tatsache seien aber die „big five“ der Unternehmen aus dem Silicon Valley, auf deren Software meistens zurückgegriffen werde: Amazon, Google, Facebook, Apple und Microsoft. Damit unterwerfe man sich auch deren kommerzieller Digitalisierungs-Logik. Lankau skizzierte neben diesem US-amerikanischen sowie dem chinesischen digitalen Weg alternativ einen europäischen, dritten Weg: datensparsam, dezentral, föderal bzw. lokal und durch unser Rechtssystem bestimmt – Digitales als „res extra commercium“. Kleinteilige Lernstandsmessungen und die Ausrichtung von Unterricht und Bildungspolitik darauf entsprächen dem nicht. Um auch dem Datenschutz gerecht zu werden, brauche es an Schulen Edge statt Cloud Computing. Die Geräte, mit denen wir arbeiten, müssten wir zumindest soweit verstehen, um unserer Verantwortung gerecht zu werden.

Prof. Dr. Frank Thissen, Hochschule der Medien Stuttgart, schärfte den Blick für das „Medium“ Relilehrer*in: Lernen brauche vor allem positive Emotionen und Beziehungen. Dr. Axel Fuhrmann, Geschäftsführer der Handwerkskammer Düsseldorf, wies auf die in Sachen digitale Medien oft umgekehrten Lehr-Lern-Verhältnisse hin: Wir hätten die erste Generation, in der Ältere von Jüngeren lernten. MD Klaus Lorenz aus dem Kultusministerium Baden-Württemberg machte den Datenschutz in Schulen stark und verwies darauf, dass es bei der in Baden-Württemberg geplanten und noch nicht umgesetzten Lernplattform „Ella“ gerade auch darum gehe: Wegen des Datenschutzes werde nicht einfach eine bestehende Plattform der angesprochenen „big five“ verwendet. Lorenz hält es allerdings für demokratisch bedenklich, dass sich staatlich gerade offensichtlich kein geeignetes System entwickeln lasse.

Bei acht verschiedenen Foren hatten die Teilnehmenden Gelegenheit, sich mit unterschiedlichen Aspekten der Digitalisierung im Bereich der religiösen Bildung an Beruflichen Schulen vertieft auseinanderzusetzen. Andreas Ziemer vom PTI Drübeck stellte „Tools für neue Methoden im BRU“ vor, Prof. Dr. Frank Thissen sein Konzept „Learners as Designers im Religionsunterricht“. Jörg Lohrer von rpi-virtuell war online zugeschaltet und präsentierte „Mit rpi-virtuell im BRU arbeiten“. Unter dem Titel „Digitale Medienkompetenz für Lehrerinnen und Lehrer“ gaben Prof. Dr. Oliver Ruf, zusammen mit der Studierenden Theresa Kiefer und Alexandra Wörn vom EIBOR, „Impulse zur Mediennutzung“. Einen Vorschlag zur kritischen Auseinandersetzung im Umgang mit digitalen Medien gaben Margit Metzger vom PTZ Stuttgart und Christina Krause vom EIBOR mit dem Forum „Ethik für das digitale Leben“. Monika Marose vom bibor Bonn gab Impulse zum „Digital trauern“. Rebecca Nowack und Stefan Lemmermeier stellen das KIBOR-Projekt „Remember – Erinnerungslernen im Netz“ vor. Im Forum „Mensch 4.0 – Maschine 4.0“ stellten David Hummel und Simone Hiller, beide vom KIBOR, kompetenzorientierte und binnendifferenzierte Unterrichtsmaterialien mit digitalen Anteilen vor. 

Prof. Dr. Ilona Nord vom Institut für Evangelische Theologie und Religionspädagogik an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg machte mit eindrücklichen Fotos von den Papstwahlen 2005 und 2013 auf eine offensichtliche Wende in der Verbreitung und Nutzung von Smartphones und Tablets aufmerksam: Während 2005 beim abendlichen Blick auf den Balkon im Vatikan im Vordergrund vor allem dunkle Rücken zu sehen sind, leuchtet dem Betrachter 2013 ein Meer aus Smartphone- und Tablet-Bildschirmen entgegen, mit denen das Geschehen dokumentiert und in die Welt verbreitet wurde. Im Reformationsjubiläumsjahr 2017 bot der Segensroboter „BlessU2“ seine Dienste an – zwei Beispiele dafür, wie digitalisierte religiöse Praxen Wahrnehmungen veränderten.

Der digitale Schlussakkord mit Prof. Dr. Detlef Buschfeld, Berufs- und Wirtschaftspädagoge an der Universität Köln und Sachverständiger in der Enquete-Kommission „Berufliche Bildung in der digitalen Arbeitswelt“, zeigte, dass der Prozess der Digitalisierung auch politische Entscheidungen und politische Verantwortung braucht.

Ein inspirierender Tag voller kritischer sowie ermutigender Impulse zur Digitalisierung von Lebenswelt, Schule und Unterricht – und gleichzeitig nicht zu kurz kommenden Möglichkeiten zu analoger Vernetzung und persönlichem Austausch.

Simone Hiller (KIBOR)

 


Save the date


Broschüre zur Veranstaltung

Religionsunterricht an Beruflichen Schulen - Was trägt der Religionsunterricht an beruflichen Schulen für die Zukunft von Wirtschaft und Gesellschaft bei?

Aus den Redebeiträgen von Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann, Bischof Dr. Gebhard Fürst, Bischof Dr. h.c. Frank O. July, Dr. Daniela Eberspächer-Roth und Karl Schäuble bei unserer Veranstaltung am 16. Mai dieses Jahres haben wir eine Broschüre erstellt.

Sie steht Ihnen hier gerne zum Download bereit.


3. BRU-Bildungskongress 2019 am 5. Dezember in Mainz

Anmeldung ab sofort möglich

Unter dem Thema BRU 4.0 - religiöse Bildung in einer digitalisierten Welt veranstalten bibor, EIBOR, KIBOR und die Phil.-Theol. Hochschule Sankt Georgen wieder einen bundesweiten Kongress, um sich einen Tag lang mit der Frage zu beschäftigen, was die Digitalisierung für den Religionsunterricht an beruflichen Schulen bedeutet.

Neben Vorträgen gibt es auch wieder die Möglichkeit, in Foren intensiv ins Gespräch zu kommen. Auch der Austausch unter den KollegInnen wird an diesem Tag nicht zu kurz kommen. 

Donnerstag, 5. Dezember 2019
9.30h - 16.30h
Mainz (Erbacher Hof)

Einen genauen Zeitplan sowie weitere Informationen zu den Foren finden Sie auf unserer Kongresshomepage. Der Flyer steht Ihnen hier zum Download bereit.

Hier geht's zum Anmeldeformular.


Erfolgreiche Veranstaltung mit Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann, Bischöfen und Wirtschaftsvertretern am 22.05.2019

"Was trägt der Religionsunterricht an beruflichen Schulen für die Zukunft von Wirtschaft und Gesellschaft bei?"

Lesen Sie hier den Bericht zur Veranstaltung von EIBOR und KIBOR mit Kultusministerin Dr. Susanne EIsenmann, Bischof Dr. Gebhard Fürst, Landesbischof Dr. h.c. Frank Otfried July, Dr. Daniela Eberspächer-Roth und Karl Schäuble am 22.05.2019 im Theologicum
 

Vor einem voll besetzen Hörsaal hielt Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann auf Einladung von EIBOR und KIBOR am 22.05.2019 einen Vortrag zum Thema „Was trägt der Religionsunterricht an beruflichen Schulen für die Zukunft von Wirtschaft und Gesellschaft bei?“ Die beiden Bischöfe – auf katholischer Seite Bischof Dr. Gebhard Fürst von der Diözese Rottenburg-Stuttgart und auf evangelischer Seite Landesbischof Dr. h.c. Frank Otfried July – nahmen in ihren beiden Statements aus Sicht der Kirche(n) zu diesem Thema Stellung. In einer abschließenden Podiumsdiskussion reagierten Dr. Daniela Eberspächer-Roth von der Firma Profilmetall und Karl Schäuble als Vorstand des Bildungswerkes der Baden-Württembergischen Wirtschaft aus Sicht der Betriebe und der Wirtschaft.

Alle fünf Redner und Rednerinnen hoben die Wichtigkeit des Religionsunterrichts, vor allem und gerade auch an Beruflichen Schulen hervor. Kultusministerin Eisenmann betonte mehrmals, dass der Religionsunterricht einen unverzichtbaren Beitrag zum Erziehungsauftrag der Schule leiste. Um auch denjenigen, die (aus den verschiedensten) Gründen nicht den Religionsunterricht besuchten, ebenfalls Raum zum Diskurs über Werte und Sinnfragen zu bieten, kündigte die Ministerin den Ausbau des Ethikunterrichts auch an beruflichen Schulen an.

Sowohl die Kultusministerin als auch die beiden Bischöfe wiesen darauf hin, dass das Spezifische der beruflichen Schulen die Fokussierung auf eine bestimmte Berufsausbildung sei. Dennoch gehe der Bildungsauftrag an beruflichen Schulen über die rein fachliche Qualifikation hinaus.

Hier knüpfe der BRU durch berufsspezifische Themenstellungen an: bei medizinischen Fachangestellten z.B. mit der Frage nach Leid und Krankheit, an kaufmännischen Schulen mit Fragen nach der ethischen Dimension von Geld oder auch die Überlegung nach dem Wert eines Menschen trotz einer Kündigung.

Aktuell sei in Firmen wahrzunehmen, dass die Persönlichkeitsentwicklung, die Bildung von Menschen neben allem Fachwissen immer wichtiger werde. Daniela Eberspächer-Roth unterstrich diesen Aspekt. Sie versuche jungen Menschen immer wieder zu vermitteln, dass es neben aller Kompetenz und allen Fachkenntnissen vor allem auf ihre Kommunikationsfähigkeit und ihren Charakter ankomme, um erfolgreich in einem Betrieb beschäftigt zu werden.

Bischof July lenkte den Blick auf die Situation der Jugendlichen an dieser Schwelle ins Berufsleben. Dieser Übergang sei ein Übergang in einen neuen Lebensabschnitt, geprägt v.a. durch den Start in die eigene Berufstätigkeit, daneben aber auch durch den Auszug aus dem Elternhaus oder dem Eingehen einer festen Partnerschaft. An solchen Schwellensituationen gebe es genügend Fragen, wie ein sinnvolles und erfülltes Leben für die jeweilige Person aussehen könnte.

Landesbischofs July betonte mehrfach, dass es gerade in Zeiten weniger werdender Kirchenmitglieder wichtig sei, in der Gesellschaft präsent zu sein und sich nicht nur auf die eigene Kerngemeinde zu beschränken. Neben Diakonie sei hierbei v.a. auf den Religionsunterricht, gerade auch an beruflichen Schulen zu verweisen. Religion sei persönlich, aber nicht privat. Religion brauche Bildung, um Pluralität und Positionalität in ein gutes Verhältnis zu setzen.

Von katholischer Seite formulierte Bischof Fürst es so, dass es kein Privileg der Kirche sei, dass Religionsunterricht in Schulen verortet sei, sondern ein Privileg der Gesellschaft, dass sich Religion in der Schule rechtfertigen und sich der notwendigen Kritik aussetzen müsse. Selbstkritisch merkte er an, dass die Kirchen deutlicher machen müssten, um was es im (B)RU gehe, um durch das eigene Schweigen keine falschen Vorstellungen zu unterstützen.

Dass es im BRU um mehr gehe als um die Aneignung von Bibelwissen oder die Vermittlung von Werten, darin waren sich alle einig. Auch die Ministerin betonte, dass im Religionsunterricht der Ort sei, neben den Werten und Normen, auch die Gottes- und Sinnfrage oder die Frage nach der eigenen Identität im Hinblick auf religiöse und kulturelle Vielfalt zu stellen. So stärke der Religionsunterricht die Persönlichkeitsbildung der Jugendlichen und leiste dadurch einen unverzichtbaren Beitrag nicht nur für die Jugendlichen als Individuen, sondern auch für Wirtschaft und Gesellschaft insgesamt.

Sowohl von Seiten der Ministerin als auch von Seiten der Kirchen wurde der Dank ausgesprochen für die wertvolle und wichtige Arbeit der beiden Institute sowie eine Fortführung der Unterstützung zugesagt.

Christina Krause, EIBOR

Der Beitrag von rtf1 zur Veranstaltung ist hier zu sehen.

Impressionen


Was brauchen ErzieherInnen? - Workshop am 9. Mai

Religionspädagogischer Kompetenzerwerb in Aus- und Fortbildung

Das Team EIBOR und KIBOR stellt in diesem Workshop neue empirische Untersuchungen zu interkultureller und interreligiöser Kompetenz von pädagogischen Fachkräften vor. Danach geben Expertinnen und Experten aus dem Bereich Aus- und Fortbildung in kurzen Statements Anregungen für den Erwerb von religionspädagogischen Kompetenzen. Nach beiden Inputs besteht Möglichkeit zum Austausch.

Abschließend werden Ausschnitte aus den neu entwickelten Filmclips „Kleine Menschen– große Fragen“, die sich mit der religiösen Bildung in der Frühpädagogik befassen, gezeigt.
Die Filmclips zum Einsatz in Aus- und Fortbildung sowie in KiTa-Teams können bei der Veranstaltung gegen geringe Gebühr erworben werden.


Neuer Arbeitsbericht

Pünktlich zum Jubiläum ist unser neuer Arbeitsbericht über die Jahre 2008 bis 2018 erschienen und kann hier gerne heruntergeladen werden.

Wenn Sie gerne ein Printexemplar hätten, setzen Sie sich mit uns in Verbindung: sekretariatspam prevention@eibor.uni-tuebingen.de


Die Tübinger berufsorientierte Religionspädagogik, sie lebe hoch!

Das EIBOR feiert in einer Festveranstaltung sein zehnjähriges Jubiläum

Am Montag, 11.2.2019, feierte das Evangelische Institut für Berufsorientierte Religionspädagogik (EIBOR) sein zehnjähriges Bestehen und lud Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Kirche, Bildung und Wirtschaft zu einer Festveranstaltung an die Evangelisch-Theologische Fakultät nach Tübingen ein. Wozu berufsorientierte Religionspädagogik? – diese Frage stand als Überschrift über dem Abend, an dem es um Bilanz-Ziehen und Zukunftsvisionen ging. Welchen Beitrag hat das EIBOR in den letzten zehn Jahren für den evangelischen Religionsunterricht an Beruflichen Schulen geleistet und welche Themen sollte das Institut in Zukunft anpacken?

Prof. Dr. Dr. h.c. Michael Meyer-Blanck vom Bonner evangelischen Institut für berufsorientierte Religionspädagogik (bibor) hielt den Festvortrag zum Thema und Prof. Dr. Dr. h.c. Friedrich Schweitzer, Leiter des EIBOR, gab Einblicke in die Arbeit des Instituts. Ein Podium mit Vertreterinnen und Vertretern aus Kirche, Bildung und Wirtschaft warf weitere Schlaglichter auf das Thema des Abends und rundete den offiziellen Teil ab.

Wozu also die berufsorientierte Religionspädagogik? Natürlich in erster Linie für die Auszubildende, den Auszubildenden selbst, denn fast 2,5 Millionen Schülerinnen und Schüler besuchen eine Berufliche Schule in Deutschland. Aber auch die Wissenschaft profitiert davon, denn die Religionspädagogik, insbesondere Impulse aus deren Praxis, belebt die Theologie: „Die berufsorientierte Religionspädagogik ist das frischeste Lüftchen“, das durch das Fenster der theologischen Wissenschaft weht, so Michael Meyer-Blanck.

Aber wozu braucht es tatsächlich den Religionsunterricht an Beruflichen Schulen (BRU)? Vier aktuell drängende Fragen (in Anlehnung an Immanuel Kant) zeigen die tiefere Bedeutung und Inhalt des BRU auf:  1. Inwiefern ist der Mensch durch Maschinen zu ersetzen? 2. Verliert der Mensch die Kontrolle über die Maschinen? 3. Ist der Mensch ein verantwortliches Individuum? 4. Braucht der berufstätige Mensch Religion bzw. berufsethische Maßstäbe? Vier Fragen von zentraler Bedeutung für die Auszubildenden, wo der BRU Raum bieten kann, eigene Antworten auf diese Fragen zu finden.

Bilanz ziehen und Zukunftsvisionen formulieren: Friedrich Schweitzer fasste die bisherige Arbeit des EIBOR zusammen, das sich wissenschaftlich v.a. mit Unterrichtsforschung und empirischer Bildungsforschung beschäftigt, die wissenschaftlichen Ergebnisse der Öffentlichkeit durch Fachpublikationen und Fortbildungsangebote zugänglich macht und durch seine Arbeit, die Qualität des BRU selbst zu heben versucht. Die inhaltlichen Schwerpunkte des EIBOR können unter die Themen Glaube, Wertebildung und Interreligiosität gefasst werden.

In einem Podium bestehend aus Oberkirchenrat Dr. Norbert Lurz (Ev. Landeskirche in Württemberg), Oberkirchenrat Prof. Dr. Christoph Schneider-Harpprecht (Ev. Landeskirche in Baden), Ministerialdirigent Klaus Lorenz, Oberstudiendirektorin Sandra Lochmann (Ludwig-Erhard-Schule, Karlsruhe) und Bianca Loock-Hummel (Ausbildungsleiterin Schwörer-Haus) wurde gemeinsam überlegt und diskutiert, was der BRU in der Praxis tatsächlich bedeutet. Es ging u.a. um folgende Fragen: Wie trägt der BRU zur Identitätsbildung bei? Wie ist das mit der Interreligiosität im BRU? Wollen Betriebe kritische Azubis? Schauen Ausbilder auf die Relinoten? Welche Themen sollte das EIBOR in den kommenden zehn Jahren unbedingt behandeln?

Der Abend endete festlich mit einem Empfang, bewirtet durch das Café Milchschaum (Sprachheilzentrum Calw-Stammheim).


Frisch gedruckt

Wertebildung, Interesse, Religionsunterricht

Georg Wagensommer, Friedrich Schweitzer (Hg.) (2018): Wertebildung, Interesse und Religionsunterricht. Ethisch und religiös ausgerichteter Unterricht im Vergleich. Theoretische und empirische Untersuchungen zur Wirksamkeit des BRU. Wertebildung, Interesse und Religionsunterricht, Band 16. Münster.


Angesichts vielfältiger gesellschaftlicher Veränderungen und Konfliktlagen zieht die Frage der Wertebildung derzeit erneut gesteigertes Interesse auf sich. Weithin wird erwartet, dass die Schule und besonders der Religionsunterricht zur Wertebildung beitragen sollen. Bislang sind die Möglichkeiten, über die die Schule in dieser Hinsicht tatsächlich verfügt, erstaunlich wenig geklärt, vor allem in empirischer Hinsicht.

Der Band bietet theoretische und empirische Beiträge zur Frage der Wertebildung im Unterricht. Im Zentrum steht eine Interventionsstudie, bei der ethisch und religiös profilierte Unterrichtseinheiten im Blick auf das Interesse von Schülerinnen und Schülern vergleichend untersucht wurden. Darüber hinaus wurden Wirkungen des Unterrichts in Bezug auf moralische Urteilsfähigkeit sowie Wertorientierungen erfasst.

Die Beiträge sind auf die Weiterentwicklung von Religionsunterricht im beruflichen Schulwesen bezogen, aber mit ihrer inhaltlichen Ausrichtung auch für andere Schulformen sowie für die (religions-)pädagogische Diskussion insgesamt bedeutsam. Auch das Verhältnis zwischen Religions- und Ethikunterricht wird dabei auf der Grundlage der Befunde neu beleuchtet.


Fachtag "Interkulturell und interreligiös sensibel" (11. Januar 2019)

Achtung: Der Fachtag wird verschoben! Der neue Termin wird zeitnah bekannt gegeben.

Die Evangelischen und Katholischen Institute für Berufsorientierte Religionspädagogik (EIBOR und KIBOR) veranstalten einen Fachtag zum Thema  „Interkulturell und interreligiös sensibel?“ in Tübingen. Neben empirischen Einblicken sollen auch praktische Vorschläge für die Ausbildung im Elementarbereich geboten werden. 

Der Fachtag richtet sich insbesondere an Lehrkräfte und Auszubildende im Elementarbereich sowie interkulturell und interreligiös Interessierte aus der Kita-Praxis. 

Nähere Informationen entnehmen Sie bitte dem Flyer.

 


Jubiläum - 10 Jahre EIBOR

Am 11. Februar 2019 findet eine Festveranstaltung zum 10-jährigen Bestehen des Evangelischen Institutes für Berufsorientierte Religionspädagogik statt.

Neben Prof. Dr. Dr. h.c. Michael Meyer-Blanck und Prof. Dr. Dr. h.c. Friedrich Schweitzer kommen auch VertreterInnen aus Wissenschaft, Kirche, Bildung und Wirtschaft zu Wort. Im Anschluss sind alle herzlich eingeladen, bei einem Sektempfang auf die erfolgreiche Arbeit des EIBOR anzustoßen. 

Nähere Informationen sind dem Flyer zu entnehmen. 

Herzliche Einladung an alle Interressierte! 

Bitte melden Sie sich hier bis zum 20.01.2019 an oder kontaktieren Sie uns unter sekretariatspam prevention@eibor.uni-tuebingen.de oder +49 7071 2977487.


Kleine Menschen - große Fragen

Filmclips zur religiösen Bildung in Kitas sind online

Gerade Kindergärten stehen vor wachsenden Herausforderungen durch eine zunehmend multireligiöse Gesellschaft. Vielfach ist hier der erste Ort, an dem Kinder mit unterschiedlicher Religionszugehörigkeit zusammenkommen. Dabei gilt die Elternarbeit als Schlüsselherausforderung. Oft kommt es weniger zwischen den Kindern zu Konflikten als vielmehr zwischen den Eltern – beispielsweise bei religiösen Festen. Darauf sind die Kindertagesstätten oft noch wenig vorbereitet. Wie sollen Kinder religiös begleitet werden, wenn es so viele unterschiedliche Erwartungen gibt, von ganz fromm bis konfessionslos?
Deshalb hat nun eine Initiativgruppe mit Wissenschaftlern der Universität Tübingen bzw. der dort angesiedelten „Stiftung Gottesbeziehung in Familien“ fünf professionell hergestellte Film-Clips vorgelegt, die bei der Arbeit mit Eltern eingesetzt werden können. Sie thematisieren herausfordernde Fragen wie „Gibt es (mehr als) einen Gott?“
Die Filme sollen es Fachkräften leichter machen, solche Themen bei Elternabenden einzuspielen sowie lebensnah aufzugreifen. Erste Erprobungen in Kitas wurden bereits durchgeführt und haben reges Interesse geweckt. Die Filme stehen ab sofort kostenlos zum Download zur Verfügung

www.kleine-menschen-grosse-fragen.de

 

Darüber gibt es didaktisches Begleitmaterial, das von Heike Helmchen-Menke vom IRP Freiburg erarbeitet wurde.

Das Projekt "Kleine Kinder - große Fragen" wurde mit einem ausführlichen Pressebericht der Öffentlichkeit vorgestellt. 


Vorankündigung 3. BRU-Bundeskongress 2019

BRU 4.0 - religiöse Bildung in einer digitalisierten Welt

Unter diesem Thema veranstalten EIBOR, KIBOR und bibor wieder eines bundesweiten Kongress, um sich einen Tag lang mit der Frage zu beschäftigen, was die Digitalisierung für den Religionsunterricht an beruflichen Schulen bedeutet.

Neben Vorträgen gibt es auch wieder die Möglichkeit, in Foren intensiv ins Gespräch zu kommen. Auch der Austausch unter den KollegInnen wird an diesem Tag nicht zu kurz kommen. 

Merken Sie sich deswegen schon jetzt folgenden Termin vor:

Donnerstag, 5. Dezember 2019
9.30h - 16.30h

Mainz (Erbacher Hof)

 

Weitere Informationen gibt es demnächst hier auf unserer Homepage oder über das Sekretariat.


Wie reicht macht Geld?

Bausteine für den Religionsunterricht an berufsbildenden Schulen

Lanz, Christine / Märkt, Claudia / Mürle, Markus / Ruopp, Joachim / Schnabel-Henke, Hanne / Schweitzer, Friedrich: Wie reich macht Geld? Bausteine für den Religionsunterricht an berufsbildenden Schulen. Reihe RU praktisch – Berufliche Schulen, Göttingen 2018.

Wie gehe ich verantwortungsbewusst mit Geld und Reichtum um? Welche Regeln sollte es gesellschaftlich im Umgang mit Geld geben? Was kann der und die Einzelne tun, wenn es um mehr Gerechtigkeit bei Geld geht? Und welche Rolle können und sollen hier Gott und Glaube spielen?
Sobald junge Menschen anfangen, ihr eigenes Geld zu verdienen, müssen sie sich mit vielen Fragen rund um das Thema "Geld" auseinandersetzen. Hier spielen Werte- und Ethikfragen eine große Rolle. Durch eine ausgeprägte Alltags- und Lebensweltnähe zu jungen Erwachsenen bietet diese Materie großes didaktisches Potential für den Religionsunterricht - nicht nur an berufsbildenden Schulen.
Die praxiserprobten Module befassen sich mit Herausforderungen wie Verschuldung, der Vereinbarkeit von Arbeit und Beruf, der Vereinbarkeit von Reichtum und christlicher Lebenspraxis, unterschiedlichen Lebensmodellen oder der Frage, ob Geld wirklich glücklich macht. Konsequent wird dabei nach religiöser Orientierung gefragt: Welche Wegweisungen in der christlich-biblischen und muslimischen Tradition gibt es bei den vielfältigen Fragestellungen?

 


Prof. Schweitzer im Interview mit dem Deutschlandfunk zur Studie "Jugend - Glaube - Religion"


VABO Arbeitshilfe "Sonderthemen im Religionsunterricht"

Die Arbeitshilfe für VABO-Klassen "Sonderthemen im Religionsunterricht" ist erschienen!

Dieser Modulband wurde in ökumenischer Verantwortung erarbeitet und beinhaltet Arbeitsmaterial für den Religionsunterricht in VABO-Klassen. Autoren sind u.a. Mitarbeitende am EIBOR, KIBOR oder IRP Freiburg sowie Lehrende aus der beruflichen Schulpraxis.

Thematisch kommen nicht nur grundsätzliche Fragen wie die nach Autorität, Pluralität oder Interreligiosität zur Sprache, sondern auch alltagsrelevante und schülerzentrierte Fragen wie die nach unterschiedlichen Familien- oder Beziehungskonstellationen oder das Thema Gastfreundschaft.

Alle Themen zeichnen sich dadurch aus, dass die Fragen der (zumeist geflüchteten) Jugendlichen mit Themen des Religionsunterrichts in Verbindung gebracht werden.

Finanziell möglich wurde dieser Band auch durch die Unterstützung der Evangelischen Landeskirchen in Baden bzw. in Württemberg sowie der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

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Der Modulband kann kostenfrei heruntergeladen werden.


Erfolgreiche Tagung "Jugend - Glaube - Religion" am 12. und 13. April 2018

Am 12. und 13. April fand im Theologicum ein Symposion statt, bei dem die Ergebnisse der Studie "Jugend - Glaube - Religion" präsentiert wurden.

Die Studie der Institute KIBOR und EIBOR ist mit über 7000 befragten Jugendlichen zwischen 16 und 24 repräsentativ für Baden-Württemberg. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Jugendlichen heute seltener als religiös, dafür aber als gläubig bezeichnen. 52% der Befragten gaben darüber hinaus an, an einen Gott zu glauben. Auch die Suche nach einem persönlichen, individuellen Glauben ist bei den befragten Jugendlichen stark ausgeprägt, die Einstellung zur Institution Kirche dagegen stark ambivalent.

Die Lehrerfortbildung am ersten Tag des Symposions wurde von 150 Teilnehmern besucht. Neben der Präsentation der Studie wurde an diesem Tag die Bedeutung der Ergebnisse für die Praxis in verschiedenen Workshops diskutiert. Am zweiten Tag wurde das Symposion in kleiner Runde fortgesetzt. Hier diskutierte die Tübinger Forschergruppe ihre Ergebnisse mit einer kleinen Expertenrunde aus der Religionspädagogik, Jugendforschung und Ethik.

Pressestimmen zu unserer Tagung:


Veranstaltungen, Fortbildungen, Publikationen - aktuelle Hinweise und Berichte

18.07.2017

Studientag 2018

Was ist guter B|R|U? - Religions- und berufspädagogische Perspektiven. Studientag am 22. Februar...

Mehr erfahren

19.04.2017

Frisch gedruckt

Person – Persönlichkeit – Bildung. Aufgaben und Möglichkeiten des Religionsunterrichts an...

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15.04.2017

Neu erschienen

Interreligiöses Lernen durch Perspektivenübernahme. Eine empirische Untersuchung...

Mehr erfahren

15.08.2016

"Religion in Schulklassen mit Flüchtlingen"

Bericht zur Veranstaltung von EIBOR und KIBOR am 18. Juli 2016

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25.07.2016

Studientag "Werte in der Praxis. Erziehungswissenschaft, Religionspädagogik und Verfassungsrecht im Gespräch"

Bericht zur Veranstaltung von EIBOR, ptz und rpi am 21. Juli 2016 in Stuttgart

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15.06.2016

„Integration durch religiöse Bildung"

Bericht zum 19. Ökumenischen Forum in Dresden am 01. Juni 2016

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18.12.2015

Bildungspolitischer Austausch zum BRU

Bericht zum Podium vom 14.12.2015

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