Evang. Institut für Berufsorientierte Religionspädagogik

Newsletter EIBOR

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Der Newsletter des EIBOR erscheint ca. 2-3 mal pro Jahr. In ihm finden Sie interessante Neuigkeiten zu Projekten, Publikationen oder Veranstaltungen. Auch Hinweise unserer Partnerinstitute KIBOR und bibor sind darin zu lesen.
Bleiben Sie informiert über unsere Arbeit! Bei Interesse melden Sie sich über https://listserv.uni-tuebingen.de/mailman/listinfo/eibor für unseren Newsletter an. Selbstverständlich können Sie sich jederzeit auch wieder abmelden.

 

Bei Anregungen, Wünschen oder Kritik nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf über unser Sekretariat des EIBOR sekretariatspam prevention@eibor.uni-tuebingen.de


Newsletter 01/2022

EIBOR Newsletter 01/2022

Evangelisches Institut für Berufsorientierte Religionspädagogik

Erscheinungsdatum 08.02.2022

 

Liebe Leser*innen,

unser erster Newsletter erschien im Jahr 2021 – vielen Dank für alle positiven Rückmeldungen und alles Weitergeben und Werben. Und wie schön, dass Sie sich dafür entschieden haben, unseren Newsletter zu abonnieren!

Gerne dürfen Sie auch dieses Mal den Newsletter weitergeben und dafür werben! Wer sich neu anmelden möchte folgt diesem Link. Selbstverständlich können Sie sich jederzeit vom Newsletter wieder abmelden.

Heute erhalten Sie bereits die erste Ausgabe im Jahr 2022 mit Neuigkeiten aus dem EIBOR. Wir berichten dieses Mal vor allem über vier Projekte, eine neue Publikation sowie über fünf Fortbildungen, die im ersten halben Jahr 2022 stattfinden.

 

Viel Freude beim Lesen wünschen Ihnen für das ganze EIBOR-Team

Anne Krasel und Christina Krause

 

 

Aktuelles

Anmeldehinweis Studientag - Ethik für die digitale Welt

24.02.2022 im digitalen Format von 14:30 bis 17 Uhr

Wir leben in einer digitalisierten Welt. In dieser profitieren wir von einem Mehr an Freiheit, tragen jedoch auch mehr Verantwortung für unser Handeln und jedes einzelne geschriebene Wort und jede unbedachte Äußerung. Wie wir uns in der digitalen Welt verhalten und mit Konflikten umgehen, ist dabei Ausdruck unserer ethischen Haltung. Deshalb ist es nötig, sich darüber zu verständigen, wie ein gutes, gelingendes Leben in der digitalen Welt aussehen soll. Der Vortrag geht dabei der Frage nach wie wir in der digitalen Welt gut miteinander auskommen können und welche möglichen Regeln und Gebote geschaffen werden können um die Würde des Einzelnen, seine Selbstbestimmung und Handlungsfreiheit wertzuschätzen.

Was hat das biblisch-christliche Menschenbild dazu zu sagen und welchen Beitrag leistet der Religionsunterricht an beruflichen Schulen in diesem Bereich?

Ein Impulsreferat von Daniel Henrich (Fachreferent Öffentlichkeitsarbeit, Presse und Digitale Medien, Landeszentrale für politische Bildung) gibt grundlegende Einblicke und Reflexionen in den Bereich Digitalethik. Die EIBOR-Mitarbeiterinnen Christina Krause und Anne Krasel ergänzen dies in einem Workshop mit konkreten Ideen für die unterrichtliche Umsetzung im BRU.

Für die Veranstaltung gibt es noch freie Plätze. Bitte melden Sie sich über den Anmeldebutton auf der Homepage an und zusätzlich über LFB online, wenn Sie staatliche Lehrkraft sind.

 

Projekte

Interreligiöses Lernen im Religionsunterricht an Beruflichen Gymnasien

Aktueller Stand

In unserem letzten Newsletter im Herbst 2021 haben wir zur Teilnahme an unserer Interventionsstudie zur Förderung und Entwicklung von interreligiöser Kompetenz aufgerufen. Diese Studie führt EIBOR gemeinsam mit KIBOR durch; sie wird von der DFG gefördert wird.

Wir freuen uns sehr, dass wir trotz pandemiebedingter erschwerter Umstände 84 Lehrpersonen gewinnen konnten, die seit November 2021 im Rahmen der Studie in 100 Klassen an insgesamt 72 Schulen Fragebogenerhebungen und von uns entwickelte Unterrichtseinheiten zum Thema „Mit Fremden leben“ durchführen. Die ersten Daten werden inzwischen eingelesen, sodass bald mit der Datenbereinigung begonnen werden kann.

An dieser Stelle herzlichen Dank für Ihre Teilnahme und Unterstützung!

Magda Bräuer

 

Weitere Informationen finden Sie auch unter: Interreligiöses Lernen II.

 

 

Jenseitsvorstellungen Jugendlicher und Leben nach dem Tod

Dass die Frage, was nach dem Tod „passiert“ auf viele junge Menschen eine besondere Faszination ausübt – auch auf solche, die sonst mit dem Christentum oder dem Glauben nur wenig anfangen können – stellt eine wichtige Erkenntnis der 2018 und 2020 veröffentlichten Bände „Jugend – Glaube – Religion“ dar. Auch anderen Studien wie beispielsweise den Shell-Studien oder dem Religionsmonitor ist zu entnehmen, dass diese Frage für viele junge Menschen eine besonders wichtige darstellt. Tatsächlich ist aber nur wenig darüber bekannt, was die Frage nach dem Danach für junge Menschen heute wirklich bedeutet. Der vorrausichtlich bis Mitte dieses Jahres erscheinende Band „Tot - und dann? Vorstellungen vom Leben nach dem Tod bei jungen Menschen und als Thema im BRU“ zur Studie kann genau hierzu weiterreichende Einblicke bieten.

Den ersten Teil dieses Bandes bildet die von Rebecca Mattes in Zusammenarbeit mit Jonathan Krauter und mit Unterstützung studentischer Mitarbeiter:innen durchgeführte Studie zu Vorstellungen junger Menschen zum Leben nach dem Tod. Sie vertieft Fragen und Aspekte von Religion im Jugendalter, die noch immer zu wenig ausgeleuchtet sind. Dies geschieht nach den Regeln qualitativ-sozialwissenschaftlicher Forschung und darüber hinaus in der Absicht, die jungen Menschen selbst zu Wort kommen zu lassen und ihren Äußerungen möglichst sorgfältig nachzuspüren. Wer die in diesem Band dokumentierten Texte auf sich wirken lässt, wird rasch spüren, wie wichtig dieses Thema für die jungen Menschen ist und welche sehr weitreichenden Fragen dabei aufbrechen. Obwohl sich die Vielfalt der Äußerungen zumindest nicht im engeren Sinne auf knappem Raum zusammenfassen lassen, wird am Ende dieses ersten Teils des Bandes ein kurzer Überblick zu Schwerpunkten in diesen Äußerungen versucht und diese Schwerpunkte so beleuchtet, dass sie auch für religionspädagogische Perspektive anschlussfähig sind oder jedenfalls religionspädagogisch aufgenommen werden können.

Im zweiten Teil des Bandes stehen religionspädagogischen Fragen im Blick auf das Thema Leben nach dem Tod im Religionsunterricht im Vordergrund. Zunächst wird von einem Tübinger Autor:innenteam die nicht leicht zu beantwortende Frage erörtert, ob und gegebenenfalls in welcher Weise mit dem Thema Leben nach dem Tod im Religionsunterricht umgegangen werden soll. Ein weiterer Beitrag, aus der Feder des in der Hohenheimer Ausbildung für den BRU tätigen Benjamin Bauer beschreibt eigene Unterrichtserfahrungen, die das zuvor stärker theoretisch Dargestellte illustrieren und vertiefen. Dieser Beitrag kann nicht zuletzt zu eigenen Versuchen im Unterricht motivieren und bietet dafür hilfreiche Anregungen.

Noch einen Schritt weiter in Richtung der Praxis des Religionsunterrichts geht der dritte Teil des Bandes. Hier werden erneut Äußerungen aus der in diesem Band dokumentierten Befragung geboten, anders als im ersten Teil des Buches aber nicht im Sinne einer weiteren Interpretation, sondern in einer Auswahl und Anordnung, die aus unterrichtlichen Zwecken erwächst.

Rebecca Mattes

 

Weitere Informationen zum Projekt Jenseitsvorstellungen auf unserer Homepage.

 

 

IBEA-Projekt: Interreligiöse Bildung in der Erzieherausbildung 

Das Evangelische Institut für berufsorientierte Religionspädagogik führt seit vielen Jahren Projekte bzw. Untersuchungen zum Thema „interreligiöse und interkulturelle Bildung in der Kita“ durch. In der laufenden Interventionsstudie liegt der Fokus insbesondere in der Vermittlung interreligiöser und interkultureller Kompetenzen in der Erzieher:innenausbildung.

Das IBEA-Projekt greift aus vorausgegangenen Projekten Forschungsergebnisse auf und geht bei dieser Interventionsstudie insbesondere Fragestellungen nach, inwieweit eine verstärkte Fokussierung interreligiöser und interkultureller Unterrichtsinhalte zu einer Kompetenzförderung bzw. -erweiterung in der Erzieherausbildung führen. Eine enge Zusammenarbeit mit den evangelischen Fachschulen ist notwendig, um Vorkenntnisse und Interessensgebiete der Schüler:innen bei der Konzeption der Unterrichtseinheit „Gottesverständnis und Gebet“ zu berücksichtigen. Sehr erfreulich ist die Zusage vieler Religionslehrer:innen trotz pandemiebedingten Einschränkungen.

Aussagekräftige Ergebnisse verbunden mit neuen Erkenntnissen und didaktischen Impulsen zur Interreligiosität und Interkulturalität in der Erzieher:innenausbildung lassen sich im Rahmen dieser Interventionsstudie realisieren.

Die Themeneinheit besteht aus 12 Unterrichtsstunden, an die sich eine zweimalige Fragebogenerhebung – vor und nach der Unterrichtseinheit – anschließt. Derzeit wird die Unterrichtseinheit an den Fachschulen erprobt. Erste Ergebnisse liegen im Spätjahr vor.

Eva Dubronner

 

 

QUIRU

Welchen Bedarf an Fortbildung haben Religionslehrkräfte?
Welche Fortbildungsformate sind effektiv?

Erste Ergebnisse zur Fortbildung für den ev. Religionsunterricht an beruflichen Schulen und an anderen Schularten geben mögliche Antworten auf die genannten Fragen. Der Band „Fortbildung für den Religionsunterricht“ erscheint voraussichtlich im Frühjahr 2022 beim Waxmann Verlag.

Mirjam Rutkowski

Weitere Informationen zu dem Projekt auf unserer Homepage.

 

 

 Publikationen

 

Erlebnispädagogik und Religionsunterricht

Erlebnispädagogik – ein schillernder Begriff, der sich gegenwärtig großer Beliebtheit erfreut. Anbieter erlebnispädagogischer Programme werden auch von Schulen immer wieder angefragt und manche solcher Anbieter haben sich sogar auf Programme für Schulen spezialisiert. Doch was genau ist eigentlich unter dem Begriff „Erlebnispädagogik“ zu verstehen? Und wenn Erlebnispädagogik auch an der Schule ihren Platz hat – kann sie speziell im Rahmen des Faches Religion eingesetzt werden?
Diese Fragen werden in der Broschüre "Erlebnispädagogik im Religionsunterricht an beruflichen Schulen? Impulse für eine reflektierte Praxis erlebnis- und erfahrungsorientierten Lernens" aufgenommen und weitergeführt. Im ersten Teil der Arbeit wird zunächst ein Überblick über die Entwicklung und Bedeutung des Begriffs „Erlebnispädagogik“ geboten und religionspädagogische Perspektiven zum Thema eingebracht. Der zweite Teil der Arbeit bietet eine Sammlung von Möglichkeiten der Umsetzung erlebnis- und erfahrungsorientierten Lernens in Schule und Religionsunterricht, die außerdem analysiert und diskutiert werden. Dabei wird auf offene und in der Praxis zu bedenkende Fragen hingewiesen. In einem letzten Teil wird der Blick vor allem auf die Möglichkeiten und Grenzen von erlebnis- und erfahrungsorientiertem Lernen an beruflichen Schulen gerichtet.

Diese Broschüre richtet sich an alle, die sich für religionsbezogenes erlebnispädagogisches Arbeiten interessieren und einen kompakten Überblick über ein solches Arbeiten sowie praktische Ansatzpunkte wünschen. Sie möchte aber auch als Einladung zur Reflexion des eigenen erlebnispädagogischen Handelns verstanden werden und richtet sich damit vor allem auch an Praktiker:innen – dazu können (Religions-)Lehrer:innen genauso gehören wie Mitarbeitende in der Jugendarbeit –, die ihre religionsbezogene erlebnispädagogische Praxis vertiefen und reflektieren möchten.

Rebecca Mattes

 

Den Download der Broschüre finden Sie auf unserer Homepage.

 

 

 

Veranstaltungen

Tagung zur Interreligiösen Kooperation im RU am 8./9. März 2022

Von der konfessionellen zur interreligiösen Kooperation im Religionsunterricht

Von 8. März 2022 (14 Uhr) bis zum 9. März 2022 (ca. 16:15 Uhr) wird eine spannende Tagung zur Weiterentwicklung des RU stattfinden. Die Veranstaltung wird digital per Zoom durchgeführt.

Seit den 1990er Jahren wird verstärkt über Formen der konfessionellen Kooperation im Religionsunterricht nachgedacht. Seither kam es zu verschiedenen Realisierungsformen, doch ist es aus heutiger Sicht notwendig geworden, die Formate der innerchristlichen Kooperation für interreligiöse Kooperationen zu öffnen. In dieser Tagung wird aus christlich- und islamisch-theologischer, rechtlicher, politischer, gesellschaftlicher und (religions-)pädagogischer Sicht diskutiert, welche kooperativen Formate es über das Christentum hinaus bereits gibt, welchen Mehrwert sie haben, welche Herausforderung sie mit sich bringen, wie diese in der Schule genau aussehen können, und wie die interreligiös-kooperativen Formen des Religionsunterrichts stärker institutionalisiert werden können.

Die Tagung markiert gleichzeitig die formelle Eröffnung des kooperativ-interreligiösen Forschungsverbundes der drei Religionspädagogiken an der Universität Tübingen zusammen mit ihren Forschungsinstituten IIRF (Institut für Islamisch-religionspädagogische Forschung), EIBOR (Evangelisches Institut für Berufsorientierte Religionspädagogik) und KIBOR (Katholisches Institut für Berufsorientierte Religionspädagogik). Die in den vergangenen Jahren etablierte enge Zusammenarbeit der Islamischen, Evangelischen und Katholischen Religionspädagogik in Tübingen wird in diesem Verbund intensiviert. Damit wird ein national und international einmaliger interreligiöser Forschungsverbund für religionspädagogische Forschung errichtet. Der Verbund wird alle religionspädagogischen Praxisfelder unterstützen und qualitativ weiterentwickeln. Nicht zuletzt will er damit einen wichtigen Beitrag für das gesellschaftliche Zusammenleben leisten.

Weitere Informationen zu der Veranstaltung auf unserer Homepage.

 

 

„Jobsuche 4.0 - Digitalität im Religionsunterricht an berufsbildenden Schulen“ (StRin Simone Hiller, KIBOR) am 02.05.2022

Was macht es mit uns, wenn ein Algorithmus darüber entscheidet, welchen Support wir für unsere Jobsuche von offizieller Seite herbekommen? Dass in Österreich bei der Arbeitsvermittlung ein Computerprogramm à la 'Chancenermittler' eingesetzt wird, bietet den Anlass, mit Schülerinnen und Schüler zu hinterfragen, was Algorithmen sind, wie sie unser Leben und Arbeiten beeinflussen und wie wir mit damit umgehen können. Kompetenzorientierte Materialien mit in sich angelegten Möglichkeiten zur Binnendifferenzierungen werden in ihrer Konzeption und mit Blick auf niederschwellig umsetzbare Unterrichtspraxis vorgestellt, um Digitalität in ihrer ethischen und religiösen Dimension im RUabS aufzugreifen.

Ethik: In welchem Verhältnis stehen Rechenmaschine und Mensch bei der Jobsuche?

Didaktik: Niveaudifferenzierung in kompetenzorientierten Lerngängen

Theologie: Chancenermittler oder Talentschmiede – Was braucht der Mensch, um sich zu entfalten?

 

 

Leben nach dem Tod (Prof. Dr. Dr. h.c. Friedrich Schweitzer und Dr. Hanne Schnabel-Henke, EIBOR) am 12.05.2022

Befunde aus der EIBOR-KIBOR-Studie „Jugend – Glaube – Religion“ zeigen, dass Schülerinnen und Schüler ein hohes Interesse am Thema „Leben nach dem Tod“ haben. In einer EIBOR-Studie wurde dieses Thema durch eine Fragebogenstudie vertieft, mit der Vorstellungen von Schülerinnen und Schülern vom Leben nach dem Tod erhoben wurden. Auf welche Themen richten sich ihre Interessen in diesem Kontext besonders? Aus welchen Gründen beschäftigt sie die Frage nach dem, was nach dem Tod kommt und wie kann über dieses bei den Schülerinnen und Schülern besonders wichtige Thema im Religionsunterricht aufgenommen werden? Ziel der Studie ist, Anschlussmöglichkeiten für den Religionsunterricht im Sinne einer zeitgemäßen Schüler- und Lebensweltorientierung zu geben.

Im Workshop werden die empirischen Ergebnisse und die darauf bezogenen didaktischen Schlussfolgerungen vorgestellt und diskutiert. Theorie und Praxis werden verknüpft, indem praxisnahe Beispiele zur Umsetzung im Unterricht aufgezeigt werden, wie dem Orientierungsbedarf junger Menschen angesichts der Frage, was nach dem Tod kommt, begegnet werden kann. Damit erfüllt der Workshop die dem Religionsunterricht im Bildungsplan zugewiesene Aufgabe, existentielle Fragen zu thematisieren und bei ihrer Klärung mitzuwirken, gerade angesichts vielfältiger Lebenskonzepte und Jenseitsvorstellungen. Die Formate sind dabei so gewählt, dass sie den Austausch der Teilnehmenden zu dieser komplexen Thematik fördern.

Ethik: Welche Konsequenzen haben unterschiedliche Jenseitsvorstellung auf das Leben „vor dem Tod“?

Didaktik: Wie können junge Menschen angesichts ihrer existentiell bedeutsamen Frage, was nach dem Tod kommt, angemessen begleitet werden?

Theologie: Welche Orientierung bieten christlich-biblische Jenseitsvorstellungen angesichts der Frage, was nach dem Tod kommt?

 

 

Jugend – Glaube – Religion (Prof. Dr. Dr. h.c. Friedrich Schweitzer, EIBOR & Prof. Dr. Matthias Gronover, KIBOR) am 23.6.2022

In einer breit angelegten Längsschnittstudie haben EIBOR und KIBOR erhoben, wie Jugendliche und junge Erwachsene heute über Religion denken, welche Fragen und welche Themen sie dabei besonders beschäftigen. Als besonders bedeutsam zeigten sich in den Augen der Jugendlichen die Themen Tod und Jenseits, die Frage nach der Gerechtigkeit Gottes angesichts von Leid (Theodizee), die scheinbare Unvereinbarkeit von biblischen Aussagen zur Schöpfung der Welt mit naturwissenschaftlichen Theorien zur Weltentstehung, das ambivalente Verhältnis zur Kirche, die Spannung von Offenheit und der gleichzeitig existierenden Skepsis gegenüber anderen Religionen und Kulturen.

Für Religionslehrkräfte sind solche Befunde von großer Bedeutung, weil sie Anschlussmöglichkeiten für einen schülerorientierten Religionsunterricht aufzeigen, der nach Maßgabe des Bildungsplans junge Menschen bei der religiösen Orientierung unterstützt. Hierbei soll insbesondere auch die Frage in den Blick genommen werden, was die Digitalisierung für die Religiosität junger Menschen bedeutet.

Im Workshop wird auf die didaktischen Konsequenzen der Studienergebnisse fokussiert und es werden konkrete didaktische Umsetzungsmöglichkeiten aufgezeigt. Die Lebenspraxis digital sozialisierter Jugendlicher ist der Anknüpfungspunkt für unterrichtspraktische Konkretionen, die für den Austausch der Teilnehmenden zur Diskussion gestellt werden.

Ethik: In welchen Themenbereichen wird der Orientierungsbedarf junger Menschen sichtbar?

Didaktik: Wie kann an Glaubensfragen junger Menschen religionsdidaktisch angeknüpft werden?

Theologie: Welche Antworten liefert die Theologie auf Lebensfragen junger Menschen?

 

 

 

Kooperationen

bibor und KIBOR

Welche Erfahrungen haben evangelische und katholische Religionslehrkräfte in der Pandemie gemacht? Wie gelang in diesen Zeiten religiöse Bildung und vor welchen Herausforderungen standen die Kolleginnen und Kollegen in den beruflichen Schulen?

Die Covid19-Pandemie hat das Schulsystem vor bisher nicht gekannte Herausforderungen gestellt. Um das Infektionsgeschehen einzudämmen und Gefahr für Leib und Leben vieler Bürger:innen abzuwehren, wurde der Schulbetrieb phasenweise eingestellt, hybrider Unterricht eingeführt und Fernunterricht etabliert. Die Erfahrungen mit dem Religionsunterricht in Berufsschulen umfassten dabei eine weite Spanne vom Ausfall dieses Unterrichts bis hin zu seiner Neuentdeckung in Zeiten der Krise. Im Fokus standen dabei von Anfang an die Schüler:innen, die gerade in Krisenzeiten nicht nur ein Recht auf religiöse Bildung haben, sondern auch existenzielle Fragen haben, die es zu begleiten galt. 

Um Erfahrungen von Religionslehrkräften zu erheben und zu analysieren, führten das bibor und KIBOR parallel empirische Studien durch. Die Ergebnisse sind open Accessoires zugänglich:

Hier finden Sie den Link für die bibor-Studie und hier den Link für die KIBOR-Studie.

Matthias Gronover und Andreas Obermann

 

 

KIBOR

Religionslehrerinnen und Religionslehrer sind in ihrem Unterricht bei Exkursionen schulischen Veranstaltungen besonders engagiert, das Gedenken an die Shoah wachzuhalten. Das gilt auch für den beruflichen Bereich. In einer empirischen Erhebung in Deutschland, Österreich und der Schweiz gaben dazu erstmals 1200 Lehrkräfte Auskunft über ihre Motivationen zu diesem Thema und berichteten über ihre didaktischen Realisierungen und positiven Erfahrungen. Schwierigkeiten und Widerstände wurden dabei auch thematisiert, sodass die Ambivalenzen dieses Themas gut sichtbar wurden. Das Forschungsprojekt REMEMBER berichtet detailliert über die Ergebnisse der Studie war. Auf der Homepage des KIBOR sind zahlreiche Publikationen dazu gelistet.

Das Projekt "Sinnmuster von Auszubildenden“ geht den Fragen nach dem Sinn des Lebens nach, wie Auszubildende sie sich stellen. In qualitativen Interviews wurden diese dazu befragt, was ihnen Hoffnung in der Berufsausbildung gibt, worin die Freuden des Alltags für sie bestehen und wie – falls dies der Fall ist – sie ihr religiöses Leben gestalten.

Die Publikation "Religiöse Kompetenz als entschiedene Indifferenz. Eine Kritik am Beispiel des Religionsunterrichts an berufsbildenden Schulen“ wird im Frühjahr in der Reihe Glaube-Wertebildung-Interreligiosität als Band 25 erscheinen. Es geht darum, die Unschärfe des Kompetenzbegriffes als Ressource religiöser Bildungsbegriffe zu begreifen. 

 

 

Ihre Ansprechpartnerinnen im EIBOR:

Christina Krause und Anne Krasel     

E-Mail: christina.krause@eibor.uni-tuebingen.de

anne.krasel@eibor.uni-tuebingen.de

 

Sekretariat EIBOR

Simone Jahn, Daniela Vollmer

Evangelisches Institut für Berufsorientierte Religionspädagogik (EIBOR)

Universität Tübingen

 

Liebermeisterstr. 12 (Raum 236)

D-72076 Tübingen

sekretariat@eibor.uni-tuebingen.de

Fon: +49 7071/29-77487