Forschungsprojekte der Arbeitsgruppe Stadt- und Regionalentwicklung

Laufende Forschungsprojekte

Geographies of Unsustainability – A Neopragmatic Regional Geography of Louisiana

Das wesentliche Ziel des Vorhabens liegt in der Weiterentwicklung der theoretischen Grundlagen der ‚Regionalen Geographie‘ sowie in der Verknüpfung von Theorie und Methoden, erprobt an der Fallbeispielregion Louisiana (Vereinigte Staaten) vor dem Hintergrund nachhaltiger Entwicklung. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der medialen Verhandlung der Entwicklung Louisianas, insbesondere in der Internet-gestützten Kommunikation. Somit verbinden sich mit dem Forschungsvorhaben im Kern drei Forschungsziele: 1) Grundlagenforschung für eine Weiterentwicklung der Theoriebildung eines ‚neopragmatischen Rahmens‘ und mit Potenzial für ‚horizontale Geographien‘; 2) Die theoretische und methodische Weiterentwicklung des mediengeographischen Zugangs im Kontext Digitalisierung von Welt in der Befassung mit ‚horizontalen Geographien‘; 3) Die Verbindung von regionaler Geographie mit Zukunftsfragen auf Grundlage nachhaltiger Entwicklung und dem Bewertungsrahmen eines Lebenschancen-Ansatz von Ralf Dahrendorf konzeptionell zu befruchten. Die exemplarische Ausarbeitung dazu wird am Beispiel Louisianas (USA) erfolgen, da Louisiana sowohl physisch-räumlich wie auch der sozial-gesellschaftlich von vielfältigen globalen wie regionalen Herausforderungen betroffen ist wie Umgang mit Ressourcen, extreme Umweltbelastungen, Klimawandel, Küstenerosion, Wasser als Bedrohung und Lebensgrundlage, große soziale Gegensätze hinsichtlich Lebens- und Bildungschancen und vieles mehr.

The main objective of the project is the further development of the theoretical foundations of 'Regional Geography' and the linking of both theory and methods, tested on the case study region Louisiana (United States) against the background of sustainable development. A special focus will be placed on the representation of Louisiana's development by the media, especially in Internet-based communication. Consequently the research project is essentially linked to three research objectives: 1) Basic research for a further development in the theory formation of a 'neopragmatic framework' and with potential for 'horizontal geography'; 2) Theoretical and methodological development of media-geographic access in the context of the digitization of the world in dealing with 'horizontal geography’; 3) To conceptually enrich the connection between regional geography and future issues based on sustainable development and the assessment framework of a life chances approach by Ralf Dahrendorf. The exemplary elaboration will be based on the example of Louisiana (USA), since Louisiana is affected by a variety of global and regional challenges, such as the use of natural resources, extreme environmental pollution, climate change, coastal erosion, water as a threat and basis of life, deep social contrasts with regard to living and educational opportunities, etc.

Projektleitung: Olaf Kühne
Projektbearbeitung: Lara Koegst
Projektdauer: 3 Jahre, Beginn wird noch bekanntgegeben
Projektförderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)


Sozio-ökonomische Evaluation für das Verbundprojekt „Landschaft+Menschen verbinden – Kommunen für den bundesweiten Biotopverbund“

Das Bundesnaturschutzgesetz sieht vor, ein Netz verbundener Biotope zu schaffen, das mindestens 10% der Bundesländerfläche umfassen soll (§20 BNatSchG). Bestandteile dieses länderübergreifenden Verbundes sind u.a. Nationalparke, Naturschutzgebiete, Natura 2000-Gebiete und Biosphärenreservate oder Teile dieser Gebiete, gesetzlich geschützte Biotope oder sonstige Flächen (§21 BNatSchG). In diesem Sinne setzt sich das Verbundprojekt “Landschaft + Menschen verbinden” – eine Kooperation zwischen der Heinz Sielmann Stiftung, dem Landschaftspflegeverband Rügen, der Naturschutzstiftung Grafschaft Bentheim sowie dem Landschaftspflegeverband Freising – zum Ziel, das Thema länderübergreifender Biotopverbund bundesweit auf kommunaler Ebene nachhaltig und institutionell zu stärken. Zum einen soll eine Informations- und Imagekampagne unter Federführung der Heinz Sielmann Stiftung umgesetzt werden, um durch die fachliche Aufbereitung des Themas Biotopverbund die Weiterentwicklung des Biotopverbunds in ganz Deutschland voranzutreiben. Zum anderen wird die Planung und Umsetzung von Beispielprojekten zu Biotopmaßnahmen in drei Modellregionen Deutschlands (Rügen, Bentheim, Freising) durchgeführt.

In diesem Rahmen soll im vorliegenden Projektvorhaben durch den Auftragnehmer die sozio-ökonomische Evaluation sowohl der bundesweiten Informations- und Imagekampagne als auch die regionale Öffentlichkeitsarbeit der Projektpartner vorgenommen werden, wobei Verbesserungschancen aufgezeigt sowie die Ergebnisse verallgemeinerbar und damit auch übertragbar sein sollen für weiterführende Öffentlichkeitsarbeit.

Projektleitung: Olaf Kühne
Projektkoordination: Corinna Jenal
Projektbearbeitung: Melanie Mahler und Maximilian Schafroth
Projektdauer: 14.06.2021 bis 31.05.2022
Projektträger: Heinz Sielmann Stiftung
Projektförderung: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)


Mobilfunkkonflikte aus der Vergangenheit als Lehrbeispiel für die Kommunikation über 5G

Konflikte stellen gesellschaftlich kein neues Phänomen dar, sondern sind sozialem Austausch schon immer inhärent. Gleichzeitig lässt sich gerade in den 2000er Jahren in vielen Bereichen – national wie international – eine gesteigerte Konflikthaftigkeit beobachten, die die Frage mit sich bringt, wie im 21. Jahrhundert Großvorhaben noch einer wirtschaftlichen und zeitnahen Umsetzung zugeführt werden können. Der Ausbau des 5G-Netzes in Deutschland zugunsten einer zukunftsorientierten Hochgeschwindigkeitsmobilfunk-Abdeckung im internationalen Wettbewerb reiht sich in der Gesamtschau in eine ganze Reihe an sozialen Konflikten ein. Konflikte um das 5G-Mobilfunk-Netzwerk mit befürchteten Auswirkungen auf Mensch und Umwelt mit deren jeweiligen Beweggründen und Ausgestaltungen wird vor diesem Hintergrund der gesellschaftlichen Konfliktvielfalt diskurstheoretisch analysiert und ausgewertet. Dabei ist es von zentraler Bedeutung, Entwicklungen im Zeitverlauf zu betrachten, um so aus vergangenen, ähnlich gelagerten konflikthaften Umbrüchen zu lernen. Auf Grundlage der Ergebnisse erfolgt die Ableitung von Handlungsempfehlungen für eine produktive Konfliktregelung in Rückbezug auf den konflikttheoretischen Ansatz Ralf Dahrendorfs.

Die Projektbearbeitung erfolgt in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Fachrichtung Gesellschaftswissenschaftliche Europaforschung an der Universität des Saarlandes.

Projektleitung: Olaf Kühne
Projektkoordination: Corinna Jenal
Projektbearbeitung: Marie-Luise Zimmer, Sven Endreß, Philipp Jutz und Maximilian Schafroth
Projektdauer: 01.12.2020 - 31.11.2021
Projektförderung: Bundesamt für Strahlenschutz (BfS)


TübA - A Cultural Atlas of Tübingeness

Bei dem Vorhaben TübA handelt es sich inspiriert durch vergleichbare Werke aus dem nordamerikanischen Kontext (z.B. Banis, D. & Shobe, H. 2015. Portlandness: A Cultural Atlas. Sasquatch Books) um die Konzeption und Umsetzung eines Atlas, der spannende, außergewöhnliche und vielleicht auch unerwartete Seiten Tübingens kartographisch darstellt  – als frei downloadbare Kartenbeispiele umgesetzt. Im Rahmen des Moduls GEO-51 Integratives Projekt planen wir im kommenden WS 2020/21 ein Projektseminar, in dessen Rahmen Studierende in Kleingruppen Daten zu geographisch relevanten Themen im Raum Tübingen zusammentragen und diese kartographisch umsetzen. Je nach Fülle des Materials kann dieses zudem durch studentische Arbeiten im Rahmen des Moduls GEO-82 Urbane Strukturen und Prozesse im SoSe 2021 ergänzt werden. Bei erfolgreicher Umsetzung des Projektes ist die Übertragung auf weitere Standorte in Baden-Württemberg vorgesehen.

Projektleitung: Olaf Kühne
Projektkoordination: Sven Endreß
Projektdauer: 01.11.2020 - 31.10.2021
Projektförderung: Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde zu Stuttgart e.V. (GEV)


Evaluierung des "LIFE living Natura 2000"-Projektes

Mit den Naturschutzbemühungen der Europäischen Union zugunsten einer vereinheitlichten Gesetzgebung (Vogelschutz-Richtlinie 1979 und FFH-Richtlinie 1992) wurde die Grundlage des so genannten Natura 2000-Netzes und des Schutzes als gefährdet bestimmter Tier- und Pflanzenarten gelegt. Mit Stand aus dem Jahr 2015 bestehen in Deutschland über 5.200 Natura 2000-Gebiete. Im Freistaat Bayern sind es rund 750 entsprechende Gebiete, die knapp 12 Prozent der Landesfläche umfassen und so eine gewisse, nicht zu unterschätzende Flächenwirksamkeit erlangt haben. Schutz und Förderung der biologischen Vielfalt, die in den letzten Jahren stark zurückgegangen ist, stehen im Fokus. Für land- und forstwirtschaftliche Nutzungen kann dies nicht mehr bedeuten, an einer zunehmenden Ausbreitung von Monokulturen festzuhalten, womit sich Grundeigentümer*innen, Bewirtschafter*innen sowie Interessenvertretungen allerdings durchaus in ihrem frei bestimmten Handeln eingeschränkt sehen. Naturschutz und Nutzung geraten in Widerstreit, wozu Umgangsformen zu finden sind. Das Projekt LIFE living Natura 2000 zielt als Kommunikationsvorhaben darauf ab, Nutzen und Bedeutung des Schutzgebietsnetzwerks in Bayern für Gesellschaft und Natur herauszustellen und zu einem Umdenken anzuregen: Natura 2000 als zukunftsweisendes Instrument und nicht als Hindernis.

Das Forschungsteam SRE Stadt- und Regionalentwicklung an der Eberhard Karls Universität Tübingen unternimmt in Zusammenarbeit mit der Fachrichtung Geographie (Europastudien) der Universität des Saarlandes die wissenschaftliche Evaluierung des Projektes, um zu einem Erfolg beizutragen. In mehreren Analysewellen werden in der Initiierungsphase, zu Projektmitte und gegen Ende Ansatzpunkte und Wirkungsgrade bewertet.

Projektleitung: Olaf Kühne
Projektkoordination: Corinna Jenal
Projektbearbeitung: Linda Baum, Lara Koegst, Anna-Maria Weber und Juliane Paul
Projektdauer: 01.01.2018 - 31.01.2022
Projektträger: Bayerische Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL)
Projektförderung: EU Life Programme
Projektnummer: LIFE living Natura (LIFE16 GIE/DE/000012)

Abgeschlossene Forschungsprojekte

Multimodal Mobility Tübingen 2025 - MOMENT 2025

Das Projekt 'Multimodal Mobility Tübingen 2025 - MOMENT 2025' zielt auf die Verbesserung hinsichtlich der Erfüllung der Mobilitätsbedürfnisse in Richtung 'nachhaltige Mobilität' für die Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen durch eine Plattform für Mobilität, die ÖPNV, Sharingsysteme und Individualverkehr vernetzt, um so die Lebensqualität in der Stadt zu verbessern. Die Plattform und das Konzept sollen auch als Vorlage für weitere ähnliche Kommunen dienen und anschließend übertragen werden. Die Stadtwerke Tübingen und die Stadtverwaltung möchten die Universitätsstadt Tübingen zum Vorzeigebeispiel für moderne Mobilität in mittelgroßen Städten entwickeln. Tübingen soll zeigen und beweisen, dass kleine und mittelgroße Städte in der Lage sind, ganzheitliche Konzepte umzusetzen, um Mobilitätsalternativen zum motorisierten Individualverkehr anzubieten und so den entstehenden Freiraum im Verkehrsgebiet neu nutzen zu können. Dies soll mit wirtschaftlichem Erfolg für den Einzelhandel und die übrige regionale Wirtschaft verbunden sein.

Der Lehrstuhl Stadt- und Regionalentwicklung führt in diesem Kontext die sozialwissenschaftliche Begleitforschung durch und wird dazu zunächst einen synthetischen Vergleich von Verkehrs- und Stadtentwicklungsprozessen im nationalen und internationalen Maßstab sowie eine quantitative Befragung der Tübinger Bevölkerung zu ihrem Mobilitätsverhalten und -anforderungen durchführen, diese Ergebnisse in Form eines Workshops mit Bürger~innen, Planer~innen und Politiker~innen bewerten und daran anschließend Handlungsvorschläge, skaliert nach Dringlichkeit und Ressourcenintensität vorlegen. Um die Durchgängigkeit universitärer Forschung und Lehre sowie der planerischen und politischen Praxis zu intensivieren, werden in das Projekt im Sinne eines forschenden Lernens (auch konzeptionell) Studierende der Universität Tübingen eingebunden.

Projektleitung: Olaf Kühne
Projektkoordination: Corinna Jenal
Projektbearbeitung: Sven Endreß und Philipp Jutz
Projektdauer: 01.01.2020 - 31.03.2021
Projektträger: Stadtwerke Tübingen
Projektförderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung


Analyse der Interaktionsprozesse zwischen Landes- und Regionalplanung, Politik und Unternehmen der Gesteinsindustrie

Landes- und Regionalplanung definieren maßgeblich Rahmenbedingungen, unter denen rohstoffgewinnende Unternehmen ihre wirtschaftlichen Tätigkeiten ausüben. Die zur übertägigen Rohstoffgewinnung benötigten Flächeninanspruchnahmen werden zunehmend einer kritischen Bewertung unterzogen. Landes- und Regionalplanung sind mit konkurrierenden Flächennutzungsansprüchen konfrontiert, denen es zu begegnen gilt. Prozesse der politischen Willensbildung und der planerischen Gestaltung in Bezug auf Rohstoffgewinnung wurden bislang ebenso wenig wissenschaftlich untersucht, wie die Auswirkungen der Willensbildung auf den Einsatz neuer (partizipativer) Methoden. Das Zusammenspiel von Politik, raumbezogener Planung und Unternehmen der Gesteinsindistrie wird im Projekt in den Fokus gerückt.

Projektleitung: Olaf Kühne
Projektbearbeitung: Karsten Berr und Hannah Kindler
Projektdauer: 01.10.2018 - 31.03.2021
Projektträger: Forschungsgemeinschaft Mineralische Rohstoffe e.V.
Projektförderung: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke" e.V.


Senior-Fellowship für Innovationen in der Hochschullehre: InExkurs – Innovative Exkursionsformate im blended-learning-Format

Exkursionen gehören zum Kernbestand geographischer Lehre. Doch wird ihr Potenzial, ‚am Objekt‘ zu lernen, abstraktes Wissen zu übertragen, zu relationieren und häufig zu relativieren, um so den Konstruktcharakter von Räumen, Deutungen und Wertungen zu vergegenwärtigen, aufgrund widriger Umstände in der Regel nicht ausgeschöpft (Lärm, nicht gruppengerechte Ampelschaltungen, terminliche Kollisionen, schriftliche Protokolle als Prüfungsformat etc.). Als Lösung hierzu soll das Format einer blended-learning-Exkursion entwickelt werden: Studierende absolvieren die in weiten Teilen von Studierenden des Geographiemasterstudiengangs entwickelte, stadtgeographische Exkursion in Stuttgart (Teilnehmende: Bachelorstudierende im 2. Fachsemester), geleitet durch mobile Endgeräte. Dabei werden Inhalte (Abbildungen, kurze Texte, Video etc.) spielerisch verknüpft. Als Prüfungsleistung wird durch die Gruppen jeweils ein Video gedreht, das im Seminarteil des Moduls GEO 22: Stadtgeographie besprochen wird. InExkurs wird umfänglich evaluiert, dokumentiert und die Ergebnisse veröffentlicht.

Projektleitung: Olaf Kühne
Projektbearbeitung: Linda Baum und Lara Koegst
Projektdauer: 01.01.2020 - 31.12.2020
Projektförderung: Stifterverband und Baden-Württemberg Stiftung


Beteiligung am EU-Projekt Interreg Alpine Space: LOS_DAMA! – Landschafts- und Freiraumentwicklung in Stadtregionen des Alpenraums (Landscape and Open Space Development in Alpine Metropolitan Areas)

Die Arbeitsgruppe Stadt- und Regionalentwicklung ist für die wissenschaftliche Begleitforschung zum EU-Interreg-Projekt "LOS_DAMA!" verantwortlich.

Wachsender Landnutzungsdruck in den Stadtregionen des Alpenraums erfordert neue Strategien für den Schutz und die nachhaltige Entwicklung der Natur- und Kulturgüter in peri-urbanen Landschaften. Dieses Ziel soll durch die Entwicklung einer vernetzten und multifunktionalen peri-urbanen grünen Infrastruktur (PUGI) erreicht werden. Im Mittelpunkt des LOS_DAMA!-Projekts stehen sieben Pilotvorhaben in den Partnerstädten, in denen PUGI durch Beteiligung der regionalen Akteure in innovativen Planungsansätzen weiterentwickelt oder verbessert werden. Das LOS_DAMA!- Projekt erprobt die Anwendung und Evaluierung multifunktionaler Lösungen, die Beteiligung von Stakeholdern und die verstärkte Zusammenarbeit auf unterschiedlichen Planungsebenen. Darüber hinaus sollen Umsetzungsbarrieren durch partizipative Ansätze überwunden werden. Die Pilotprojekte werden durch das LOS_DAMA!-Netzwerk der Projektpartner und Beobachter unterstützt und wissenschaftlich begleitet.

Die EKUT wird in Zusammenarbeit mit den Projektpartnern zu den Wissensgrundlagen für die Entwicklung von PUGI beitragen und lokales Know-how fördern, um die Entwicklung von innovativen PUGI-Ansätzen in den Pilotprojekten voranzubringen. Aus der Analyse der Pilotprojekte sollen Schlussfolgerungen gezogen werden, die sich auf peri-städtische Landschaften anderer Stadtregionen übertragen lassen. Ein Workshop zur Weiterbildung junger Fachkräfte sowie wissenschaftliche Arbeiten sollen die weitere Verbreitung des PUGI Ansatzes fördern.

Verbundprojektleitung: Landeshauptstadt München, Referat für Stadtplanung und Bauordnung
Projektkoordination an der Universität Tübingen: Olaf Kühne
Projektbearbeitung: Karsten Berr und Corinna Jenal
Projektlaufzeit: 01.11.2016 bis 31.10.2019
Projektförderung: EU-Interreg Alpine Space

Kooperationspartner: Grenoble-Alps Metropolis, Frankreich; Stadt Wien, Österreich; Salzburger Institut für Raumordnung und Wohnen, Österreich; Stadt Trient, Italien; Piemont Region, Italien; Institut für Stadtplanung der Republik Slowenien, Slowenien; Technische Universität München, Deutschland; Grenoble-Alps Universität, Frankreich; Stadt Zürich, Schweiz; Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, Deutschland; Europäische Metropolregion München, Deutschland; CIPRA International, Liechtenstein; Verein Niederösterreich/Wien, Österreich; Stadt Salzburg, Österreich; Edmund Mach Stiftung, Italien; Autonome Provinz Trient, Italien; Metropolitanstadt Turin, Italien; ISPRA – Italienisches Nationalinstitut für Umweltschutz und Forschung, Italien; Provinz Bergamo, Italien; und Laibacher Moor Landschaftspark, Slowenien

Projektförderung: Dieses Projekt wird von der Europäischen Union über den Interreg Alpine Space kofinanziert (EU-Interreg Alpenraumprogramm, Priorität 3 - Lebenswerter Alpine Space, Spezifisches Teil 1 – Nachhaltige Inwertsetzung des Natur- und Kulturerbes)

Gesamtbudget: 2.598.520 EUR, EFRE claim 2.208.742 EUR

Den Flyer zum Projekt finden Sie hier.


Längsschnittstudie zur Wahrnehmung von Alt-und Totholz sowie zur symbolischen Konnotation von Wald

Die biologische Vielfalt in saarländischen Wäldern wird durch die Erhaltung von Alt- und Totholzbiozönosen im Rahmen einer nachhaltigen Forstwirtschaft sichergestellt. Dieser Entwicklungsprozess beinhaltet eine Veränderung des Landschaftsbildes. Der Wald wird eventuell von Waldnutzern als „unaufgeräumt“ oder „weniger schön“ empfunden. Wahrnehmung ist jedoch stets subjektiv, auch Landschaft entspricht objektiv keinen ästhetischen Idealen wie empirische Untersuchungen gezeigt haben. Die Wahrnehmung von Landschaft ist individuell konstruiert und durch Sozialisierung geformt. Dieses soziale Konstrukt von Ästhetik existiert nicht als allgemeingültiger Konsens, sondern orientiert sich immer am Kontext und des jeweiligen Lebensstils.

Wer definiert eine Landschaft als „schön“ und warum nimmt er diese als „schön“ wahr? Was geschieht, wenn sich Landschaft verändert? Warum werden manche Veränderungen akzeptiert und andere abgelehnt? Wirkt sich das Wissen über die Erhaltung der biologischen Vielfalt auf die Art und Weise der Landschaftswahrnehmung aus? Die Wahrnehmung und Bewertung von Landschaftskonstruktionen ist vielfältig. Ipsen legt drei Dimensionen fest, die Landschaftswahrnehmung klassifizieren: kognitiv, ästhetisch und emotional. Das Wissen über eine Verbesserung der Artenvielfalt durch Totholz in Wäldern und eine damit verbundene positive Wahrnehmung von Wäldern kann beispielsweise der kognitiven Dimension zugeordnet. Die ästhetische Dimension weist auf Auswirkungen auf das Bild von Landschaft hin und die emotionale Dimension wird deutlich, wenn beispielsweise ein Heimatverlust durch Landschaftsveränderungen befürchtet wird.

Zielstellungen und Vorgehensweise

Die sozialwissenschaftliche Evaluierung hat zum Ziel, die Konstruktion der Wahrnehmung der Alt- und Totholzvorkommen in den saarländischen Wäldern zu analysieren und die symbolische Konnotation von Wald als Metapher für Natur unter dem Aspekt der biologischen Vielfalt und des Waldschutzes zu untersuchen. Die Wirksamkeit der Kommunikations- und Informationsstrategien sowie die Öffentlichkeitsarbeit im Rahmen des Projektes werden untersucht. Dies geschieht anhand einer Längsschnittanalyse, in der die Wahrnehmung von Alt- und Totholz in der saarländischen Bevölkerung zu unterschiedlichen Zeitpunkten (im Verlauf des Projektes) analysiert wird. Somit soll einerseits die Wirkung der Öffentlichkeitsarbeit evaluiert und andererseits eine mögliche Wahrnehmungsveränderung aufgezeigt werden. Detaillierte Handlungsempfehlungen und Strategien werden auf Basis der Wahrnehmungsanalyse entwickelt, die zu einer zielgruppengerechten Informations- und Kommunikationsstrategie führen werden.

Projektleitung: Olaf Kühne
Projektbearbeitung: Corinna Jenal
Projektdauer: 01.07.2013 - 31.12.2018
Projektförderung: NABU Saarland e.V.


Stadt – Raum – Planung: Dynamisierung und Innovationssteigerung der Lehre zu Stadtgeographie und Raumplanung durch Blended Learning

Nur mit einer zeitgemäßen, forschungs- und praxisaktuellen Lehre können Geographinnen und Geographen für vielfältige und komplexe Tätigkeitsfelder ausgebildet werden. Dies setzt in der heutigen, zunehmend digitalen Welt voraus, auch die Medienkompetenzen und vernetzenden Fähigkeiten zu stärken. Der Forschungsbereich Geographie setzt daher auf eine Digitalisierung unter Nutzung online basierter Lehr- und Lerninhalte zur Adaption, Diversifizierung und gleichzeitig zur Kompetenzsteigerung der Studierenden. Digitale Online-Anteile sollen das humangeographische Lehrinstrumentarium erweitern. Unser Projekt zielt darauf ab, konkretisiert innerhalb der Module "GEO 22: Stadtgeographie" und "GEO 45: Raumplanung und Berufspraxis", interaktive Lehr- und Lernumgebungen zu implementieren und webbasierte Trainings-Elemente zu entwickeln. Lern- und Kompetenzziele innerhalb von GEO 22 und GEO 45 stellen den konkretisierten Ausgangspunkt für die zu entwickelnden Blended Learning-Aktivitäten dar, die sich an den grundlegend zu vermittelnden Inhalten orientieren. Angestrebt wird eine Verbindung aus Präsenzzugang und Online-Learning-Arrangements, um Fähigkeiten zu fördern und Lehransätze weiterzuentwickeln.

Projektleitung: Olaf Kühne und Florian Weber
Projektbearbeitung: Hannah Kindler
Projektdauer: 01.10.2017 - 30.09.2018
Projektförderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) innerhalb des Projektes "Erfolgreich studieren in Tübingen (ESIT)"


Region Stuttgart: Integration durch Information – neue Wege für die Regionalentwicklung

Die Wahrnehmung von Raum ist individuell unterschiedlich. Abhängig von Faktoren wie der persönlichen Sozialisation, dem kulturellen Hintergrund und der aktuellen Lebenssituation entstehen unterschiedliche Ansprüche in Bezug auf Landschaft. Diese Erkenntnis soll bei der im Masterplan Schönbuch vorgesehenen Aufwertung der Museumsroute, einem interkommunalem Rad- und Wanderweg im Süden Stuttgarts, Beachtung finden. Im Rahmen eines interdisziplinären Landschaftslabors wird dabei in Zusammenarbeit mit Master-Studierenden der Humangeographie erfasst, welche besonderen Interessen und Bedürfnisse Jugendliche, Migrant(innen), Flüchtlinge und Neubürger(innen) in Bezug auf Landschaft und Umwelt der sogenannten Schönbuchlichtung haben. Das praxisbezogene Forschungsprojekt bildet die Grundlage für eine innovative Gestaltung von Informationsorten, an denen die benannten Besonderheiten der Kulturlandschaft neuen Nutzer(innen)-Gruppen vermittelt und diesen so eine Teilhabe und Aneignung öffentlichen Raumes ermöglicht werden können.

Projektleitung: Olaf Kühne und Florian Weber
Projektbearbeiter: Ante Artukovic
Projektdauer: 01.09.2017 - 31.07.2018
Projektträger: Verband Region Stuttgart
Projektförderung: Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) / Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI)


Die Auswirkungen der sozialen Akzeptanz auf den Abbau mineralischer Rohstoffe

Der Abbau mineralischer Rohstoffe ruft häufig Proteste in der lokalen Bevölkerung und unter Naturschützern hervor. Großer Kritikpunkt der Gesteinsabbau-Gegner ist häufig neben dem vermehrten Aufkommen von Lärm, Staub, Verkehr und Umweltgefährdungen die entstehende Landschaftsveränderung, die viele als „hässlich“ empfinden und die als „Zerstörung des Landschaftsbildes“ wahrgenommen wird. Landschaft wird hier als „starr“ aufgefasst – so als ob der aktuelle Zustand „eingefroren“ wäre. Dabei vollzogen und vollziehen sich bis heute immer wieder Landschaftsveränderungen.

Gerade sozialkonstruktivistische Analysen setzen an diesen Veränderungsprozessen und unterschiedlichen Deutungen von Landschaft an. Sie bieten entsprechend auch das Potenzial, Kritikpunkte der Gegner des Abbaus mineralischer Rohstoffe zu systematisieren, den Gründen für ihre Deutungsmacht nachzuspüren und gleichzeitig herauszuarbeiten, welche Landschaftsveränderungen aus welchen Gründen akzeptiert werden, um so auch zu einer Akzeptanzsteigerung des Abbaus mineralischer Rohstoffe beizutragen.

Die übergreifende Zielsetzung des Forschungsvorhabens liegt darin, positive und negative Einflussfaktoren für die soziale Akzeptanz des Abbaus mineralischer Rohstoffe vor dem Hintergrund einer sozialkonstruktivistischen Landschaftsperspektive auszudifferenzieren. Darauf aufbauend werden detaillierte Strategien mit Handlungsempfehlungen für zukünftige Maßnahmen zur Akzeptanzsteigerung und Konsequenzen für eine verbesserte Kommunikationsstrategie für die Unternehmen der Gesteinsindustrie abgeleitet. Die Forschungsergebnisse zielen darauf ab, ein neues Kommunikationsverfahren zu entwickeln, das die Akzeptanz zum Abbau mineralischer Rohstoffe bei Bürgern, Planern und Politikern gleichermaßen in den Mittelpunkt rückt.

Projektleitung: Olaf Kühne
Projektkoordination: Florian Weber
Projektbearbeitung: Erik Aschenbrand und Ante Artukovic
Projektdauer: 01.10.2015 - 31.12.2017
Projektträger: Forschungsgemeinschaft Mineralische Rohstoffe e.V.
Projektförderung: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke" e.V.


Landschaftsbild und Energiewende

Ziel des Vorhabens „Landschaftsbild und Energiewende“ war es, auf der Basis einer Betrachtung der landschaftsästhetischen Folgen der Energiewende und ihrer derzeitigen Handhabung in Planungs- und Zulassungsverfahren Vorschläge und Empfehlungen für eine Weiterentwicklung von Bewertungsmethoden zu geben, die zugleich der Tatsache Rechnung tragen, dass eine Wahrnehmung von Landschaft und landschaftlichen Veränderungen individuell sehr verschieden erfolgt.

Vor diesem Hintergrund war auch zu fragen, welche Möglichkeiten einer partizipativen Ausgestaltung landschaftsästhetischer Bewertungen bestehen.

Verbundprojektleiterin: Catrin Schmidt
Projektleitung: Olaf Kühne
Projektkoordination: Florian Weber
Projektbearbeitung: Albert Roßmeier
Projektdauer: 01.10.2015 - 30.06.2017
Projektpartner: Technische Universität Dresden, Hage + Hoppenstedt Partner, Universität Kassel
Projektträger: Bundesamt für Naturschutz
Projektförderung: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit