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04.08.2026
BMFTR: Förderung von Vorhaben zum Thema „Jüdische Gegenwartsforschung“
Frist: 09.10. bzw. 29.10.2026 (Projektskizzen, zweistufiges Verfahren)
Vor dem Hintergrund unzureichenden Wissens über die jüdische Gegenwart adressiert der Förderaufruf die Forschung zur Jüdischen Gegenwart in zwei Förderlinien:
Förderlinie A fördert den Aufbau eines Kompetenznetzwerks und unterstützt den Wissenstransfer in Wissenschaft und Gesellschaft
Förderlinie B stärkt durch Förderung von Forschungsvorhaben die Forschungslandschaft
Das BMFTR möchte mit der Förderung erreichen, dass die Akteure im Bereich der Jüdischen Gegenwartsforschung miteinander vernetzt werden, die Forschungslandschaft im Themenfeld gestärkt wird und der breiten Öffentlichkeit mehr Möglichkeiten angeboten werden, sich wissenschaftlich fundiert über die Vielfalt jüdischen Lebens zu informieren.
Die Förderung steht in direktem Bezug zur Nationalen Strategie gegen Antisemitismus und für jüdisches Leben (NASAS), hier vor allem zum Handlungsfeld 5 (Jüdische Gegenwart und Geschichte), welches auf die Stärkung der „jüdischen Gegenwart und die Vermittlung und Sichtbarmachung jüdischer Geschichte in all ihrer unter anderem religiösen politischen und kulturellen Vielschichtigkeit“ zielt. Die Förderrichtlinie „Jüdische Gegenwartsforschung“ ist Teil des neuen BMFTR-Rahmenprogramms für Geistes- und Sozialwissenschaften.
Zweck der Zuwendung ist die Förderung von Einzel- und Verbundforschungsvorhaben an Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie mit Praxisakteuren aus dem Feld der Jüdischen Gegenwartsforschung. Die Förderung zielt darauf ab, das Forschungsfeld Jüdische Gegenwart systematisch zu erfassen (Mapping), vorhandene Forschungsergebnisse und Studien zusammenzuführen (Synthese) und die Forschungsakteure zu vernetzen (Netzwerk). Zudem soll – zur Stärkung des Forschungsfeldes – einschlägige Forschung gefördert werden.
Dazu soll in der Förderlinie A der Aufbau eines Kompetenznetzwerks erfolgen, welches wissenschaftliche Einrichtungen sowie etablierte zivilgesellschaftliche Akteure im Bereich der Jüdischen Gegenwart miteinander vernetzt. Gewünscht ist eine möglichst breite Beteiligung der mit Jüdischer Gegenwartsforschung befassten Institutionen und Forschenden.
In der Förderlinie B sollen einschlägige Vorhaben im Gegenstandsbereich der Jüdischen Gegenwartsforschung gefördert werden, um die Forschungslandschaft zu stärken. Jüdische Gegenwart wird dabei folgendermaßen umrissen:
• Jüdische Gegenwart bzw. die dazugehörige Forschung dient der Erforschung jüdischen Lebens bzw. des Lebens von Jüdinnen und Juden in Deutschland. Der Fokus liegt auf dem 21. Jahrhundert, wobei die Forschung mit der Zäsur des Jahres 1945 einsetzt. Da die Erforschung der Gegenwart den Blick auf die Geschichte benötigt, kann auch eine historische Dimension einbezogen werden.
• Jüdische Gegenwartsforschung betrachtet die Diversität jüdischen Lebens, also die verschiedenen Ausdrucksweisen des Jüdischen (u. a. kulturell, sprachlich, national). Sie berücksichtigt Mehrfachzugehörigkeiten, diasporisches Leben und die Beziehung zu Israel. Sie betrachtet diese in ihren Wechselwirkungen zur Gesamtgesellschaft und mit ihren Wechselwirkungen innerhalb der jüdischen Gemeinschaft, die selbst sehr heterogen ist.
• Die Erfahrungen des Antisemitismus können auch Gegenstand der Forschungsvorhaben sein, werden aber in dieser Förderrichtlinie nicht primär adressiert, da dazu bereits entsprechende Förderung existiert.
Antragsberechtigt sind Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sowie andere nicht gewinnorientiert arbeitende öffentliche sowie private Einrichtungen wie Vereine und Verbände, die Forschungsbeiträge liefern können und den Zuwendungszweck sowie die Zuwendungsvoraussetzungen der jeweiligen Förderlinie erfüllen. Die Beteiligung von Forschenden aus Kleinen Fächern wird begrüßt.
Mit der Abwicklung der Fördermaßnahme hat das BMFTR derzeit folgenden Projektträger beauftragt:
DLR Projektträger
Gesellschaft, Innovation, Technologie
Geisteswissenschaften und Kulturelles Erbe
Heinrich-Konen-Straße 1
53227 Bonn
Das Antragsverfahren ist zweistufig angelegt.
In der ersten Verfahrensstufe sind dem DLR Projektträger für die Förderlinie A bis spätestens 9. Oktober 2026, für die Förderlinie B bis spätestens 29. Oktober 2026 zunächst formlose, begutachtungsfähige Vorhabenskizzen in elektronischer Form vorzulegen.
Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der vollständigen Ausschreibung unter https://www.bmftr.bund.de/SharedDocs/Bekanntmachungen/DE/2026/07/2026-07-24-bekanntmachung-juedische-gegenwartsforschung.html