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10.07.2026
Entlarven helfen – BOSNET soll Behörden im Kampf gegen digitale Desinformation stärken
Über das Projekt BOSNET
Wie können staatliche Institutionen und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) effektiver gegen Desinformation in digitalen Medien vorgehen? Mit dieser drängenden Frage beschäftigt sich das neu bewilligte Forschungsprojekt „BOSNET – Behördenübergreifende Informationsbewertung und Austausch von Wissen im Umgang mit Desinformation“, in dem das Internationale Zentrum für Ethik in den Wissenschaften der Universität Tübingen die demokratietheoretischen und KI-ethischen Aspekte beforscht. Das Projekt wird ab Juli 2026 im Förderprogramm „Vertrauen in Demokratie und Staat: Digitale Desinformation erkennen und abwehren“ mit rund 2,5 Millionen Euro gefördert. Unter der Leitung der Universität Potsdam kooperieren wissenschaftliche Partner wie die Universität Bamberg, die Universität Tübingen – Internationales Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW), und die Universität zu Köln. Wirtschaftspartner ist die Virtimo AG, während die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) als Behördenpartner am Projekt beteiligt ist.
BOSNET soll die Handlungsfähigkeit von Behörden und Organisationen im Umgang mit Desinformation stärken. Im Mittelpunkt stehen die Bewertung von Verdachtsfällen und der Aufbau von Strukturen für einen behördenübergreifenden Wissensaustausch. Dafür wollen die Forschenden unter anderem ein KI-basiertes Analysemodul entwickeln, das die Erkennung von Desinformation unterstützen soll. Darauf aufbauend soll ein geplantes Vernetzungsmodul den BOS ermöglichen, sich zu vernetzen und das Entlarven und Widerlegen von Falschinformation – das sogenannte Debunking –, zu koordinieren. Eine gemeinsame Wissensdatenbank mit Informationen zu Desinformationsfällen und behördlichen Reaktionen soll schließlich dazu dienen, die zusammengestellten Informationen und Strategien jederzeit abrufbar bereitzuhalten.
„Das Projekt leistet einen Beitrag zur Stärkung des Vertrauens in staatliche Institutionen und greift aktuelle Debatten zu KI-generierter Desinformation, Deepfakes und koordinierten Kampagnen in sozialen Netzwerken auf“, sagt Projektleiter Prof. Stefan Stieglitz. „Durch praxisnahe Lösungen für Sicherheitsbehörden wollen wir nicht zuletzt die öffentliche Diskussion über den Umgang demokratischer Gesellschaften mit digitaler Desinformation bereichern.“
Kontakt: PD Dr. Wulf Loh
Leitung der Forschungsgruppe Robotik und KI
wulf.lohspam prevention@izew.uni-tuebingen.de