„Making peace with Nature is the defining task of the 21st century“, sagte UN-Generalsekretär António Guterres in seiner Rede zum Zustand des Planeten im Jahr 2020. Dieses Leitbild hat die Agenda der Vereinten Nationen geprägt und ist zum Motto der UN-Biodiversitätskonferenz der Vertragsparteien (COP16) 2024 in Cali, Kolumbien, geworden. Die Notwendigkeit, ausbalanciertere Ansätze eines Miteianders von Mensch und Natur zu finden und/oder diese Trennung insgesamt kritisch zu überdenken, wurde von Politiker:innen, Aktivist:innen und Wissenschaftler:innen, die einen Wandel fordern, deutlich zum Ausdruck gebracht. Sie fordern eine Neubewertung der internationalen Klima- und Umweltpolitik, indem der Mensch moralisch dezentriert und neue Wege der Koexistenz formuliert werden. Dieser Aufruf richtet sich an Forschende, die sich mit den Beziehungen zwischen Mensch und Natur und deren historischer Transformation sowie mit den aktuellen Krisen im globalen Norden und Süden befassen.
Die Focus Group „Global Encounters: Making Peace with Nature“ befasst sich u.a. mit den Forschungsfragen, wie wir „Frieden“ zwischen Mensch und Natur verstehen können, was die Folgen sind, wenn wir nicht „im Frieden“ mit der Natur leben, und welche Rolle ontologische, epistemologische, religiöse und politische Vorstellungen von Mensch und Natur bei der Versöhnung mit der Natur spielen. Wie können wir zwischen verschiedenen Menschengruppen und ihren Beziehungen zum Land unterscheiden, ohne diese Verbindungen zu essentialisieren? Inwiefern hat sich die Herangehensweise an die Natur im Laufe der Geschichte verändert? Wie beeinflussen Darstellungs- und Konzeptionsweisen unsere Beziehung zur Natur? Wie müssen wir den Begriff „Natur“ neu denken? Die Focus Group bringt eine interdisziplinäre Gruppe von Fellows und Wissenschaftler:innen zusammen, die sowohl im globalen Süden als auch Norden forschen und innovative methodische Ansätze anwenden, um diese Fragen aus sozialwissenschaftlichen und geisteswissenschaftlichen Perspektiven zu behandeln.