Organisiert wurde die Ringvorlesung vom Lehrstuhl für Islamisches Recht (Prof. Dr. Mouez Khalfaoui, Universität Tübingen) und der Weltethos-Stiftung (Tübingen).
Beschreibung
Die Vorlesungsreihe „Von den Weltreligionen lernen“ wurde vom Weltethos-Institut an der Universität Tübingen, dem Forum Scientiarum und der Stiftung Weltethos im Rahmen des Studium Generale initiiert. Ziel der Reihe war es, ethische, intellektuelle und kulturelle Traditionen der Weltreligionen als Ressourcen für gegenwärtige gesellschaftliche, soziale, wirtschaftliche und ökologische Fragen fruchtbar zu machen.
Ausgangspunkt war die Überzeugung, dass religiöse Traditionen nicht nur für Gläubige relevant sind, sondern auch säkularen Gesellschaften wichtige Denkmodelle, Begriffe, Narrative und ethische Orientierungsmöglichkeiten bieten können. Die Weltreligionen wurden dabei als geistige „Linsen“ verstanden, durch die sich unterschiedliche Perspektiven auf die Welt, auf andere Menschen und auf das eigene Handeln eröffnen.
Die dritte Reihe der Vorlesungsreihe widmete sich den „Ideen und Innovationen aus dem Islam“. Sie griff das wachsende öffentliche Interesse am Islam auf und stellte diesem häufig verkürzten oder auf Extremismus fokussierten Bild eine differenzierte Betrachtung entgegen. Im Mittelpunkt standen die Vielfalt islamischer Geschichte, Theologie, Kultur, Politik, Kunst und Gesellschaft sowie die Frage, welche Impulse aus islamischen Traditionen für heutige Herausforderungen gewonnen werden können.
Diskutiert wurden unter anderem soziale Innovationen, künstlerische Traditionen, theologische Entwicklungen, Vorstellungen von Kosmopolitismus und Weltbürgertum sowie Besonderheiten muslimischer Kunst. Durch Beiträge von Fachleuten aus dem In- und Ausland eröffnete die Ringvorlesung einen interdisziplinären Raum, um die Bedeutung islamischer Ideen und Innovationen für gegenwärtige menschheitliche Herausforderungen zu reflektieren.
Teil der Reihe war ein Vortrag von Prof. Dr. Mouez Khalfaoui mit dem Titel „Soziale Verantwortung: Die islamische Sozialethik im europäischen Kontext. Die Notwendigkeit einer Theologie des Zusammenhaltens.“