Zentrum für Islamische Theologie (ZITh)

Konferenzen

2025: GAIR-Tagung, Islamisches Recht als Gegenstand in der Hochschullehre und Praxis

Organisiert durch den Lehrstuhl für Islamisches Recht am Zentrum für Islamische Theologie (ZITH) der Universität Tübingen und die Gesellschaft für Arabisches und Islamisches Recht (GAIR)

Beschreibung 

Am 14. und 15. November 2025 fand am ZITh die gemeinsam vom Lehrstuhl für Islamisches Recht und der Gesellschaft für Arabisches und Islamisches Recht (GAIR) organisierte Tagung „Islamisches Recht als Gegenstand in der Hochschullehre und Praxis“ statt. Eröffnet wurde die Veranstaltung von Prof. Dr. Samuel Wagner, Prorektor der Universität Tübingen. Ziel war es, die aktuellen didaktischen, methodischen und praxisbezogenen Ansätze der islamrechtlichen Lehre sichtbar zu machen und ihre Bedeutung für unterschiedliche Arbeitsfelder zu diskutieren. Dabei rückten sowohl Herausforderungen als auch neue Entwicklungsmöglichkeiten in den Blick.

Die Veranstaltung war sehr gut besucht und bot Kolleg:innen aus verschiedenen Disziplinen ein Forum für Austausch und Vernetzung. In drei Panels wurden unterschiedliche Perspektiven beleuchtet – von islamwissenschaftlichen und islamtheologischen Zugängen über rechtswissenschaftliche und hochschuldidaktische Fragestellungen bis hin zu Erkenntnissen aus Verwaltung, Arbeitsrecht, Sozialer Arbeit und Seelsorge. Internationale Beiträge zu Curricula und Lehrkonzepten in der Türkei, Ägypten und Tunesien erweiterten den Blick und ermöglichten einen Vergleich verschiedener Hochschultraditionen.

Besonders interessant war die Diskussion zum Praxistransfer: Welche Expertise wird derzeit in Behörden und gesellschaftlichen Institutionen nachgefragt, und wie kann die universitäre Lehre darauf reagieren? Die Beiträge machten deutlich, dass der Bedarf an fundierter islamrechtlicher Beratung weiterwächst und sich damit neue Tätigkeitsfelder für junge Wissenschaftler:innen r eröffnen.

Die Rückmeldungen der Teilnehmenden waren durchweg positiv. Deutlich wurde auch der Wunsch, die gewonnenen Einsichten nicht bei dieser einmaligen Tagung stehen zu lassen, sondern sie in der weiteren Institutsarbeit aufzugreifen und auszubauen. In welcher Form dies erfolgen wird, soll in den kommenden Monaten abgestimmt werden.

Programm

2024/2025: Studium Generale Wintersemester 2024/2025: Muslimisches Leben in Deutschland: Rechtliche Rahmenbedingungen, gesellschaftliche Diskurse und muslimische Vielfalt.

Organisiert vom Zentrum für Islamische Theologie (ZITh) (Prof. Dr. Mouez Khalfaoui, Abdelghafar Salim, Tülay Güner).

Beschreibung

Im Wintersemester 2024/2025 fand im Rahmen des Studium Generale die gut besuchte Ringvorlesung mit dem Thema „Muslimisches Leben in Deutschland: Rechtliche Rahmenbedingungen, gesellschaftliche Diskurse und muslimische Vielfalt“ statt. Die Veranstaltung zog wöchentlich bis zu 100 Teilnehmer:innen an, darunter Studierende verschiedener Fachrichtungen sowie weitere Interessierte. In einem interdisziplinären und wissenschaftlichen Rahmen wurde ein tiefgehender Austausch zu gesellschaftlich relevanten Themen rund um den Islam in Deutschland geführt. Behandelt wurden Themen wie „Islamic Banking in Deutschland“, die „Imamausbildung“ „Islamisches Recht an deutschen Gerichten“ und viele weitere Themen, um mehrere zentrale Aspekte des muslimischen Lebens in Deutschland zu betrachten.

Die Vorträge wurden von Dozent:innen der Universität Tübingen, externen Expert:innen und Alumni gehalten, die durch ihre praxisnahen Perspektiven und Fachkenntnisse die Diskussion bereicherten. Besonders wertvoll war der Input von Redner:innen, die sowohl akademische als auch praktische Erfahrungen in den behandelten Themengebieten einbrachten. Ihre Beiträge gaben den Studierenden und anderen Teilnehmer:innen nicht nur einen tieferen Einblick in die jeweiligen Themen, sondern boten auch konkrete Ansatzpunkte für zukünftige Forschung und Praxis.

Die Vorlesungen boten somit einen wertvollen Raum für einen interdisziplinären Austausch zwischen Wissenschaftler:innen, Studierenden und weiteren Gästen. Besonders beeindruckend hierbei waren die anschließenden konstruktiven Diskussionen, die nicht nur akademische Perspektiven aufzeigten, sondern auch die praktischen und gesellschaftlichen Herausforderungen im Umgang mit muslimischem Leben in Deutschland beleuchteten. Es war eine gelungene Veranstaltung, die zur Förderung des Dialogs und Verständnisses in einer zunehmend vielfältigen Gesellschaft beigetragen hat.

Wir freuen uns auf zukünftige Veranstaltungen dieser Art, die auch weiterhin aktuelle gesellschaftliche Themen aufgreifen und den Dialog zwischen verschiedenen Kulturen und Religionen stärken.

 Programm

2021: Digital international conference: Islam and human rights: Rethinking universalism and justice in a fragmented world.

Organisiert wurde die Konferenz vom Lehrstuhl für Islamisches Recht (Prof. Dr. Mouez Khalfaoui), der UNESCO Chair in Human Rights (University of Luxembourg) und der Luxembourg School of Religion & Society (Luxemburg).

Beschreibung

Die komplexe und vielschichtige Beziehung zwischen Islam und Menschenrechten hat in den vergangenen zehn Jahren sowohl in der islamischen Welt als auch in westlichen Kontexten zunehmend öffentlichkeitswirksame Debatten ausgelöst. Während der Arabische Frühling des Jahres 2011 zunächst den Beginn einer neuen Ära tiefgreifenden politischen Wandels zu markieren schien, haben die späteren Entwicklungen den frühen Optimismus vieler Reformbefürworter:innen  in der Region enttäuscht. Reformprozesse sind ins Stocken geraten oder wurden zurückgedreht, während Gewalt und eine wachsende Instabilität die Region prägen. Vor diesem Hintergrund finden jene Stimmen, die von einer grundlegenden Unvereinbarkeit zwischen den Werten der islamischen Scharia und den Menschenrechten ausgehen, zunehmend Gehör.

In europäischen und westlichen demokratischen Staaten wird die Debatte durch die Präsenz muslimischer Minderheiten geprägt, sodass sich der Fokus deutlich von allgemeinen doktrinären Fragen hin zu der Frage verschoben hat, wie europäische Muslim:innen Menschenrechte verstehen und welche Rolle die Scharia in ihrem Alltag spielt. Diese eintägige internationale Konferenz bringt führende Wissenschaftler:innen zusammen, deren Arbeiten die gegenwärtigen Debatten über das Verhältnis von Islam und Menschenrechten sowie über weitergehende Fragen der Religionsfreiheit maßgeblich geprägt haben. Durch ihre einzelnen Beiträge und den gemeinsamen Austausch soll ein intensiver Dialog gefördert werden, der sich mit Fragen nach der aktuellen Lage der Menschenrechte in muslimischen Mehrheitsgesellschaften ebenso befasst wie mit dem Stellenwert des Islam in westlichen Gesellschaften.

Die Konferenz greift die häufig gestellte Frage nach der „Vereinbarkeit“ von Islam und Menschenrechten auf und will  zugleich über diese binäre Rahmung des Themas hinausgehen. Sie fordert dazu auf, unsere möglicherweise vorgeprägten Vorstellungen von der Universalität der Menschenrechte ebenso kritisch zu hinterfragen wie die vermeintliche Säkularität vieler unserer Nationalstaaten.

Link zur Tagung   Programm

2019: Islamic Family Law in Europe and the Islamic World

Organisiert von Prof. Dr. Mouez Khalfaoui (Universität Tübingen) & Prof. Dr. Justin Jones (Universität Oxford)

Beschreibung

Vom 25. bis zum 27. September fand das internationale Symposium „Islamic Family Law in Europe and the Islamic World“ statt. Sie wurde von der Universität Tübingen in Kooperation mit der University of Oxford und der Volkswagenstiftung veranstaltet.

Das Symposium widmete sich den Wechselwirkungen zwischen Europa und der islamischen Welt im Umgang mit der Auslegung und Anwendung des islamischen Familienrechts. Im Mittelpunkt standen die Herausforderungen, die sich daraus für beide Seiten ergeben, sowie mögliche Lösungsansätze für rechtliche, gesellschaftliche und religiöse Spannungsfelder.

Besonderes Augenmerk lag auf den Dynamiken muslimischer Ehe- und Familienrechtsordnungen, insbesondere auf Fragen von Eheschließung, Scheidung und damit verbundenen Themen. Diese wurden sowohl im Kontext muslimisch geprägter Mehrheitsgesellschaften als auch mit Blick auf muslimische Minderheiten im modernen und gegenwärtigen Europa diskutiert.

Das Symposium bot Forschenden aus unterschiedlichen Disziplinen, darunter Rechtswissenschaft, Islamwissenschaft, Sozialanthropologie und weitere Sozialwissenschaften, ein Forum für interdisziplinären Austausch. Ziel war es, unterschiedliche Forschungsperspektiven zusammenzuführen, Entwicklungen vergleichend zu analysieren und praktikable Lösungsansätze zu diskutieren.

Die Ergebnisse des Symposiums waren insbesondere für Wissenschaftlerinnen, muslimische Gemeinschaften, rechtliche Institutionen sowie weitere Akteurinnen in Europa und der islamischen Welt von Bedeutung.

Programm

2019: Fachtagung: Islam in Recht, Gesellschaft und Verwaltung

Organisiert wurde die Fachtagung vom Lehrstuhl für islamisches Recht (Prof. Dr. Mouez Khalfaoui, Universität Tübingen) und der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg (Prof. Dr. Christian Majer).

Beschreibung

Der Islam ist einer der zentralen Themen der öffentlichen Debatte im Zusammenhang mit Integration und Migration, er beschäftigt die Menschen in erheblichem Ausmaß. Dabei bleibt die öffentliche Debatte leider oftmals bei Etiketten und Schlagworten stehen, anstatt sich dem Islam und seinen Erscheinungsformen in inhaltlicher Hinsicht zu widmen. Zudem werden häufig verschiedene Bedeutungsebenen vermengt. Die Tagung verfolgte das Ziel, dem entgegenzuwirken und das Phänomen des Islam in verschiedenen Facetten darzustellen sowie den Themen inhaltlich auf den Grund zu gehen. Dazu gehört zum einen der Islam in einer soziologischen Perspektive (wie sich der Islam in der Gesellschaft darstellt), zum andren in einer juristischen (wie etwa mit Phänomenen wie ausländischem islamisch geprägtem Recht, religiöser Verschleierung oder Moscheebau im deutschen Recht umzugehen ist) sowie drittens in einer islamisch-theologischen Perspektive (wie die islamische Lehre richtigerweise zu verstehen ist). Die Referent:innen sind Wissenschaftler:innen verschiedener Universitäten und Hochschulen aus den genannten Disziplinen.

Programm

2018: Vortragsreihe: Ziemlich beste Fremde? – Muslimisches Leben in Frankreich und Deutschland

Mit einem Vortrag von Prof. Dr. Mouez Khalfaoui: „Staat und Religion: drei Modelle im Vergleich - Deutschland - Frankreich – USA“.

Organisiert wurde die Vortragsreihe vom Lehrstuhl für Islamisches Recht (Prof. Dr. Mouez Khalfaoui, Universität Tübingen), der Weltethos – Stiftung (Tübingen), dem Institut für Politikwissenschaften (Tübingen) und dem Deutsch-Französischem Institut (Tübingen). 

Beschreibung

Die Universität Tübingen bietet gemeinsam mit dem Deutsch-Französischen Kulturinstitut Tübingen e.V. und der Stiftung Weltethos eine Veranstaltungsreihe zum Thema „Muslimisches Leben in Deutschland und Frankreich“ an. 

Die Veranstaltungsreihe widmete sich der Stellung des Islams in Frankreich und Deutschland und griff damit ein Thema auf, das in beiden Gesellschaften seit Jahren kontrovers diskutiert wird. Im Mittelpunkt standen wiederkehrende gesellschaftliche und politische Debatten, etwa um Kopftuchverbote, Moscheebauten oder die Verbindung von Islam und Terrorismus.

Dabei rückte die Reihe nicht nur die Frage in den Blick, wie Muslim:innen europäische Gesellschaften verändern, sondern auch die umgekehrte Perspektive: wie Frankreich und Deutschland den Islam und muslimische Lebensweisen prägen. Anhand von Beispielen wie der Entstehung des Halal-Marktes, der Imam-Ausbildung oder individuellen Lebenswegen wurde deutlich, dass es sich um wechselseitige Veränderungsprozesse handelt.

Ziel der Veranstaltungsreihe war es, diese Wechselwirkungen genauer zu analysieren und die Position des Islams in beiden Ländern aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten. Durch Beiträge von französischen und deutschen, muslimischen und christlichen sowie akademischen und zivilgesellschaftlichen Akteur:innen entstand ein interkultureller, interreligiöser und interdisziplinärer Dialog.

Programm

2018: Ringvorlesung: Von den Weltreligionen lernen? – Ideen und Innovationen aus dem Islam

Organisiert wurde die Ringvorlesung vom Lehrstuhl für Islamisches Recht (Prof. Dr. Mouez Khalfaoui, Universität Tübingen) und der Weltethos-Stiftung (Tübingen).

Beschreibung

Die Vorlesungsreihe „Von den Weltreligionen lernen“ wurde vom Weltethos-Institut an der Universität Tübingen, dem Forum Scientiarum und der Stiftung Weltethos im Rahmen des Studium Generale initiiert. Ziel der Reihe war es, ethische, intellektuelle und kulturelle Traditionen der Weltreligionen als Ressourcen für gegenwärtige gesellschaftliche, soziale, wirtschaftliche und ökologische Fragen fruchtbar zu machen.

Ausgangspunkt war die Überzeugung, dass religiöse Traditionen nicht nur für Gläubige relevant sind, sondern auch säkularen Gesellschaften wichtige Denkmodelle, Begriffe, Narrative und ethische Orientierungsmöglichkeiten bieten können. Die Weltreligionen wurden dabei als geistige „Linsen“ verstanden, durch die sich unterschiedliche Perspektiven auf die Welt, auf andere Menschen und auf das eigene Handeln eröffnen.

Die dritte Reihe der Vorlesungsreihe widmete sich den „Ideen und Innovationen aus dem Islam“. Sie griff das wachsende öffentliche Interesse am Islam auf und stellte diesem häufig verkürzten oder auf Extremismus fokussierten Bild eine differenzierte Betrachtung entgegen. Im Mittelpunkt standen die Vielfalt islamischer Geschichte, Theologie, Kultur, Politik, Kunst und Gesellschaft sowie die Frage, welche Impulse aus islamischen Traditionen für heutige Herausforderungen gewonnen werden können.

Diskutiert wurden unter anderem soziale Innovationen, künstlerische Traditionen, theologische Entwicklungen, Vorstellungen von Kosmopolitismus und Weltbürgertum sowie Besonderheiten muslimischer Kunst. Durch Beiträge von Fachleuten aus dem In- und Ausland eröffnete die Ringvorlesung einen interdisziplinären Raum, um die Bedeutung islamischer Ideen und Innovationen für gegenwärtige menschheitliche Herausforderungen zu reflektieren. 

Teil der Reihe war ein Vortrag von Prof. Dr. Mouez Khalfaoui mit dem Titel „Soziale Verantwortung: Die islamische Sozialethik im europäischen Kontext. Die Notwendigkeit einer Theologie des Zusammenhaltens.“

 

2017: Islamic Spiritual Care and Ethics in Modern Contexts

Organisiert vom Lehrstuhl für Islamisches Recht & Lehrstuhl für Islamische Seelsorge, Universität Tübingen.

Beschreibung

Die Konferenz widmete sich der Bedeutung von Spiritual Care als grundlegendem Bestandteil religiösen Lebens und reagierte auf den wachsenden Bedarf an qualifizierter muslimischer Seelsorge in Europa. Vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Veränderungen in europäischen, westlichen und muslimisch geprägten Kontexten wurden neue pastorale und ethische Konzepte, Theorien und Ansätze diskutiert.

Ausgangspunkt war die Frage, wie traditionelle Formen muslimischer Seelsorge und Ethik analysiert und zugleich mit gegenwärtigen intellektuellen Diskursen ins Gespräch gebracht werden können. Die Konferenz bot eine internationale Plattform, um Entwicklungen, Herausforderungen und Perspektiven zeitgenössischer muslimischer Spiritual Care und Ethik in unterschiedlichen Ländern vergleichend zu reflektieren.

Sie fand im Juli 2017 am Zentrum für Islamische Theologie der Eberhard Karls Universität Tübingen statt. Das Zentrum knüpfte damit an seinen seit 2016 angebotenen Masterstudiengang „Praktische Islamische Theologie für Seelsorge und Soziale Arbeit“ an und stärkte den wissenschaftlichen Austausch über islamische Seelsorge in modernen gesellschaftlichen Kontexten.

 

Programm