Internationales Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW)

Rollenspiel White Allyship

Allyship oder auch “Verbündete*r sein” ist ein Konzept, das im Kontext der Antidiskriminierungsarbeit entstanden ist. Allies sind Personen, die im Bewusstsein um die eigenen Privilegien, gegen die jeweilige Diskriminierungsform aktiv vorgehen. In dem Spiel übernehmen die Teilnehmenden unterschiedliche Rollen, um den Umgang mit einem rassistischen Vorfall realitätsnah zu erproben. Dabei gibt es drei zentrale Rollen: 1.) der*die Ally; 2.) die betroffene Person sowie 3.) die Nicht-Ally-Kolleg*innen. Zusätzlich kann eine weitere Rolle eingenommen werden: 4.) Beobachter*innen, die das Geschehen von außen betrachten und anschließend eine Rückmeldung aus ihrer Perspektive geben. Die Rolle der Person, die sich rassistisch äußert, übernimmt idealerweise die dozierende Person, um die übrigen Teilnehmenden nicht in eine unangenehme oder belastende Position zu bringen und gleichzeitig den Ablauf sicher zu gestalten.

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PowerPoint zum Rollenspiel

Kontakt

Marcel Vondermaßen
marcel.vondermassen@izew.uni-tuebingen.de

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Weiteres zum Allyship

Man sollte auch die Schwierigkeiten erkennen, die bei der Anwendung von Allyship entstehen können, etwa Stress, fehlende Schlagfertigkeit oder Angst, in Situationen falsch zu reagieren. Ebenso wichtig ist es, mögliche Fallstricke anzusprechen, darunter Saviourism (sich berufen fühlen, marginalisierte Personen zu retten), Überforderung, Ohnmacht oder mangelndes Wissen. Diese Reflexion hilft, Allyship bewusst, verantwortungsvoll und realistisch zu praktizieren.

Als Ally sollte man die eigenen Privilegien reflektieren und sich selbstständig zu Rassismus und Diskriminierung weiterbilden. Man sollte die Ressourcen, die einem offenstehen, nutzen, um aktiv gegen Diskriminierung vorzugehen – z. B. indem man marginalisierte Stimmen stärkt und Räume schafft, in denen diese Sichtbarkeit und Einfluss erhalten. Außerdem ist es wichtig, sich mit anderen Allies zu vernetzen. Dadurch wird man zu einem*r Multiplikator*in für solidarisches und diskriminierungssensibles Handeln.