Internationales Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW)

KI-Infrastrukturen für Souveränität und Selbstbestimmung (Infra-Souveraen)

Systeme generativer Künstlicher Intelligenz (KI) finden sich in vielen Bereichen unseres Lebens. Doch neben all den Versprechen, welche Vorteile der Einsatz von KI mit sich bringt, etwa Effizienzgewinne in Wirtschaft und Verwaltung, bestehen auf politischer wie gesellschaftlicher Ebene aktuell viele Herausforderungen im Umgang mit KI-Systemen. Diese reichen von der konkreten Umsetzung neuer, abstrakter Rechtsnormen für KI bis hin zu Gefahren für demokratische Prozesse und Selbstbestimmung der Bürger*innen. Um diesen Herausforderungen umfassend zu begegnen, bedarf es einer erweiterten, grundlegenden Betrachtung von KI aus infrastruktureller Perspektive.

Konsortium

Internationales Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW), Universität Tübingen

FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur

Unabhängiges Landeszentrum für Datenschutz (ULD) Schleswig-Holstein (assoziierter Partner)

eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. (Unterauftragnehmer)

Förderung

  • gefördert durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR)
  • Teil der Plattform Privatheit
  • Laufzeit: 02/2026–01/2029
  • Fördersumme: 1,26 Mio. €

Ziele und Vorgehen

Im Projekt Infra-Souveraen soll der Blick auf KI als eine eigene Form von Infrastruktur geschärft werden. KI wird daher aus sozial-, rechtswissenschaftlicher, ethischer und informationstheoretischer Sicht konzeptionell sowie empirisch als Infrastruktur untersucht und die Untersuchungsergebnisse für die Praxis nutzbar gemacht. Dabei spielen auch die Gestaltungsmöglichkeiten von KI-Systemen in Bezug auf digitale Souveränität und informationelle Selbstbestimmung eine zentrale Rolle, da bereits heute strukturelle Abhängigkeiten von marktbeherrschenden Unternehmen bestehen. Die Ergebnisse sollen in Designanforderungen für KI-Infrastrukturen sowie konkrete Handlungsvorschläge für Wirtschaft, Politik, Aufsichtsbehörden und Zivilgesellschaft überführt werden. Darüber hinaus sollen Vorschläge zur Vereinheitlichung datenrechtlicher Risikobewertungen gemacht werden.

Durch den Fokus auf Infrastrukturwirkungen von KI-Systemen können Gestaltungsmöglichkeiten herausgearbeitet werden, die aufgrund ihres systemischen Charakters über bloße Technikgestaltung hinausgehen. Das Vorhaben stärkt so das Fundament für eine souveräne und selbstbestimmte Nutzung und Gestaltung von KI-Infrastrukturen und erhöht die digitale Resilienz der Gesellschaft. 

Publikationen

Alle Publikationen zu diesem Projekt werden Sie in Zukunft hier finden.

Vorträge

Eine Auswahl aktueller Beiträge der Projektmitarbeiter*innen:

Andreas Baur
  • Geladener Referent: „Digitale Souveränität und vertrauenswürdige Infrastrukturen im Forschungsdatenmanagement", Tübinger FDM Tage 2026: Forschungsdaten und Vertrauen – Responsible Data in a Connected Research World, 13. Juli 2026.
  • Geladener Referent: „Internet of Commons“ – Wege zu einem gemeinwohlorientierten Internet, Katholische Akademie in Berlin, 17. Februar 2026.
Felix Bieker
  • Eingeladener Experte: DPIA Workshop, AI & Society Lab, Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft, Berlin, 25. Juni 2026.
  • „Reclaiming a European Approach to AI: How did we get here and where do we go?“ TILTing Perspectives, Tilburg, NL, 17. Juni 2026 (mit Katherine Nolan). 

Partner und Fördergeber