Kirchengeschichte?!

Zu den eindrucksvollsten Inszenierungen barocker Frömmigkeit zählen die Kanzel von Zwiefalten und ihr Gegenstück am Vierungspfeiler des Mittelschiffs. Der Prophet Ezechiel weist gemäß seiner Vision (Ez 37,1-14) mit erschauerndem Ausdruck und dramatischer Geste auf die Auferstehung des Gottesvolkes. Diese ist am Corpus der Kanzel dargestellt: Die Personifikationen der theologischen Tugenden Glaube, Liebe und Hoffnung helfen dem Totengebein in zärtlichen Gesten aus den Gräbern; die Auferstehenden werden mit Sehnen, Fleisch und Haut umkleidet. Unter dem Schalldeckel der Kanzel zeigt sich der gekreuzigte Christus als Garant der Auferstehung, begleitet von Moses und Johannes dem Täufer als Vorboten der Erlösung.

Die Kanzel von Zwiefalten verdeutlicht unser Verständnis von Kirchengeschichte. Wir forschen über Menschen, ihren Glauben, ihre Heilsängte und -hoffnungen, ihre Praktiken und Rituale, aber auch über die Wechselbeziehung zwischen Religion, Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft. Religiöses Wissen ist immer verbunden mit anderem Wissen - an den Zwiefaltener Auferstehenden wird deutlich, wie sich die Darstellung von Heilswissen mit anatomisch-medizinischem Wissen verbindet.

Das Studium der Kirchengeschichte fördert den Prozess christlicher Identitätsbildung und hält ihn offen und unabschließbar gegen Fundamentlismus, gegen triumphalistische Geschichts- und Selbstbilder und gegen die Absolutsetzung konfessioneller Identitäten. Wie wir diesen Anspruch in Lehre und Forschung umsetzen, erfahren Sie auf dieser Homepage. Ganz herzlich willkommen!

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