Orient- und Islamwissenschaft

Sylloge Numorum Arabicorum Tübingen (SNAT)

Schon seit mehr als einem halben Jahrhundert erschließt sich die klassische Archäologie durch eine Veröffentlichungsreihe der Sammlungen griechischer Münzen, die Sylloge Nummorum Graecorum, dieses wichtige Quellengut in Bild und Beschreibung. Es war diese in Deutschland vom Deutschen Archäologischen Institut koordinierte Reihe, die konzeptionell Pate stand, als nach 1990 mit der Veröffentlichung des Tübinger Bestandes islamischer Münzen begonnen wurde. Nach Regionen und Prägeorten gegliedert und im Weiteren chronologisch aufgebaut, geben die Münzen zuverlässig Auskunft zum Gang der Geschichte. Die bislang im Wasmuth Verlag erschienenen großformatigen SNAT-Bände (28x38 cm, Broschur) wurden von der wissenschaftlichen Fachwelt begeistert aufgenommen, jene zu Palästina und Ġazna/Kabul von der englischen Royal Numismatic Society und der American Numismatic Society mit den Preisen für die jeweils beste Publikation des Jahres ausgezeichnet. Kleinere Sammlungen wie die des Ashmolean Museum in Oxford und die der Universität Jena folgten dem Tübinger Beispiel und begannen mit der Veröffentlichung ihrer Islam-Bestände nach dem SNAT-Vorbild.

Bislang erschienene SNAT-Bände:

III: Egypt
Bearbeiter: Mohammad Younis
92 Seiten mit 37 Münztafeln, Wasmuth Verlag Tübingen 2017, ISBN 978 3 8030 1108 4

IVa (Bilād aš-Šām I): Palästina (1  2  3  4)
Bearbeiter: Lutz Ilisch
51 Seiten mit einer Karte und 18 Münztafeln, Wasmuth Verlag Tübingen 1994, ISBN 3 8030 1100 0

IVb1 (Bilād aš-Šām II): Die Münzstätte Damaskus von den Umayyaden bis zu den Mongolen
Bearbeiter: Lutz Ilisch
74 Seiten mit 28 Münztafeln, Wasmuth Verlag Tübingen 2015, ISBN 978 3 8030 1104 6

IVc (Bilād aš-Šām III): Ḥamāh (1  2)
Bearbeiter: Lorenz Korn
58 Seiten mit 21 Münztafeln, Wasmuth Verlag Tübingen 1998, ISBN 3 8030 1102 79

IVe2 (Bilād aš-Šām V): Die Münzstätte Aleppo in mamlūkischer und osmanischer Zeit
Bearbeiter: Alaa Aldin Al Chomari
68 Seiten mit 23 Münztafeln, Wasmuth & Zohlen Verlag, Berlin 2021, ISBN 978 3 8030 1109 1

XIVa (Ḫurāsān I): Naysābūr, Sabzawār und die Münzstätten in Ǧuwayn
Bearb.: Atef Mansour M. Ramadan
87 Seiten mit 36 Münztafeln, Wasmuth Verlag, Tübingen 2012, ISBN 978 3 8030 1107 7

XIVc (Ḫurāsān III): Balḫ und die Landschaften am oberen Oxus
Bearbeiter: Florian Schwarz
182 Seiten mit 79 Münztafeln, Wasmuth Verlag Tübingen 2002, ISBN 3 8030 1105 1

XIVd (Ḫurāsān IV): Ġazna / Kabul (1)
Bearbeiter: Florian Schwarz
106 Seiten mit 39 Münztafeln, Wasmuth Verlag Tübingen 1995, ISBN 3 8030 1101 9

XVa (Mittelasien / Central Asia I): Buḫārā / Samarqand
Bearbeiter: Boris Kočnev (†), Golib Kurbanov, Madeleine Voegeli, Michael Fedorov
132 Seiten mit 57 Münztafeln, Wasmuth Verlag Tübingen 2008, ISBN 978 3 8030 1106 0

XVb (Mittelasien II): Nord- und Ostzentralasien (1)
Bearbeiter: Tobias Mayer
78 Seiten mit 30 Münztafeln, Wasmuth Verlag Tübingen 1998, ISBN 3 8030 1103 5

An weiteren SNAT-Bänden wird gearbeitet.

Studia Numismatica et Islamica in Honorem Lutz Ilisch

Festschrift zum 70. Geburtstag von Lutz Ilisch, hrsg. von Sebastian Hanstein, Aram Vardanyan und Peter Ilisch

Die Festschrift ehrt den herausragenden Wissenschaftler Dr. Lutz Ilisch, welcher von 1990 bis 2017 als Sammlungskustos an der Universität Tübingen die von ihm aufgebaute Forschungsstelle für Islamische Numismatik leitete und seit langem als international geschätzte Koryphäe dieses Fachgebiets gilt. So wie er die Münzkunde in einer beachtlichen Breite vertritt, zeichnet sich auch diese Publikation anlässlich seines 70. Geburtstags durch eine große inhaltliche und methodische Vielfalt der enthaltenen Beiträge aus, wobei der zeitliche Rahmen, in den die thematisierten Münzen, Siegel und Gewichte gehören, von der Sāsāniden- bis in die Neuzeit reicht und Beiträge mit Katalog-Charakter oder zur Fundnumismatik ebenso enthalten sind wie solche zur Wissenschafts- und Kunstgeschichte einschließlich der islamischen Architektur. Mit fast 20 Autorinnen und Autoren vereint der Band in deutscher und englischer Sprache einen Kreis ganz unterschiedlicher Weggefährten, Freunde und Kollegen Lutz Ilischs von nicht weniger als vier Kontinenten, darunter Münzhändler wie Professoren. Neben eher persönlichen Worten ist es natürlich auch ein Verzeichnis sämtlicher Publikationen Lutz Ilischs 1970–2020, das die Reihe der wissenschaftlichen Aufsätze ergänzt. Die 2022 erschienene Festschrift ist besellbar im Onlineshop des Wasmuth-&-Zohlen-Verlags (ISBN: 978 3 8030 1110 7).

Arbeiten zur islamischen Numismatik

(von der FINT herausgegebene Schriftenreihe)

Bd. 1:  Lutz Ilisch / Michael Matzke / Werner Seibt, Die mittelalterlichen Fundmünzen, Siegel und Gewichte von Santueri, Mallorca,  Tübingen 2005 (1)

• Bd. 2Aram R. Vardanyan, The Coins as Evidence for the History of Armenia and Adharbayjan in the Xth Century AD, Tübingen 2013