Johanna Jebe, M.A.

Sprechstunde während des Semesters:

Do 14–15 Uhr und nach Vereinbarung

Adresse:
FB Geschichtswissenschaft
Seminar für mittelalterliche Geschichte
Wilhelmstraße 36
72074 Tübingen

Raum: 211

E-Mail: johanna.jebespam prevention@uni-tuebingen.de

Akademischer Werdegang

  • 10/2005–03/2014 Studium der Neueren und Neuesten Geschichte, Mittelalterlichen Geschichte und Ev. Theologie (Magistra Artium) sowie Geschichte und Ev. Theologie (1. Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien)
  • 2006–2013 Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes
  • 03/2008–06/2008 Praxissemester (Lehramt) am Deutsch-französischen Gymnasium Buc/Versailles, Paris
  • 09/2008–07/2009 Studium an der Università di Bologna (mittelalterliche und neuere Geschichte, antike christliche Literatur und Kunstgeschichte), gefördert durch das Baden-Württemberg-Stipendium der Landesstiftung und die Studienstiftung
  • 2009–2011 Mitglied des Geisteswissenschaftlichen Kollegs „Kreation und Zerstörung“ der Studienstiftung des deutschen Volkes, Arbeitsgruppe „Zäsuren und Zäsurerfahrungen“
  • 04/2013 und 10/2013 Wissenschaftliche Prüfung für das Lehramt an Gymnasien
  • 03/2014 Abschluss der Magisterarbeit („Spenderbriefe in den ‚Halleschen Berichten‘, 1740–1769“, Prof. Dr. Renate Dürr), ausgezeichnet mit dem Jahrgangspreis des Fördervereins Geschichte der Universität Tübingen
  • seit 2014 Promotion (Prof. Dr. Steffen Patzold, Prof. Dr. Volker Leppin)

Berufliche Stationen

  • während des Studiums stud. Hilfskraft am Lehrstuhl für Kirchengeschichte (Alte Kirche) und bei der Zeitschrift für antikes Christentum (ZAC), Prof. Dr. Volker H. Drecoll, bei der Philipp-Melanchthon-Stiftung Tübingen und bei der Arbeitsstelle „Luther-Register“ (WA), Heidelberger Akademie der Wissenschaften; Tutorin am Seminar für mittelalterliche Geschichte
  • seit 2010 wissenschaftliche Hilfskraft zur Redaktion von Martin Hengel (†)/Anna Maria Schwemer: Geschichte des frühen Christentums Bd. II, Tübingen 2019
  • 04/2014–09/2017 Kollegiatin am Graduiertenkolleg 1662 „Religiöses Wissen im vormodernen Europa (800–1800)“, Tübingen
  • seit 10/2017 Akademische Mitarbeiterin am Seminar für mittelalterliche Geschichte (Lehrstuhl Prof. Dr. Steffen Patzold)

Veröffentlichungen

  • Kies, D. u.a. (Hgg.): Einhard, Translation und Wunder der Heiligen Marcellinus und Petrus, Acta Einhardi II, Seligenstadt 2015 (Mitherausgabe, Teilübersetzung, Kommentar und Glossar).
  • „Discussing the una regula: Reflections on Monastic Life in Ninth Century Manuscripts from St Gall”, in: Kramer, R./Kurdziel, E./Ward, G. (Hgg.): Categorizing the Church. Monastic Communities and Canonical Clergy in the Carolingian World (780–840), Medieval Monastic Studies, Turnhout 2019 (angenommen).
  • Smartphone-App „Tübinger Geschichte(n) – Wissen vom Pflasterstein bis zur Kirchturmspitze“, Tübingen 2016 [http://www.uni-tuebingen.de/de/69846] (Einzelstation „Professorenhäuser II“, Team inhaltliche Gesamtkonzeption).
  • Workshopbericht (mit M. Nix u.a.): “The Transmission of Knowledge and Formation of Libraries in the Early Middle Ages”, Prof. Dr. McKitterick, Prof. Dr. Esders, Prof. Dr. Steffen Patzold, Blogpost Cambridge University Library, 24/01/2018 [https://specialcollections-blog.lib.cam.ac.uk/?p=15763].

Dissertationsprojekt: Entwürfe von Mönchtum in Zeiten von Correctio – Diskussionen über vorbildliches christliches Leben im Spiegel karolingerzeitlicher Klosterbibliotheken (Arbeitstitel)

Mein Dissertationsprojekt untersucht den Umgang mit religiösen Wissensbeständen in der Handschriftenproduktion der Skriptorien von St. Gallen und Fulda, um einen neuen Zugang zu den Diskussionen über vorbildliches christliches Leben in klösterlichen Netzwerken des 9. Jahrhunderts zu erschließen. Dabei stehen insbesondere zwei Fragenkomplexe im Fokus: Zum einen interessiert mich, wie man auf lokaler Ebene über gutes Mönchtum nachgedacht, geschrieben und kontrovers diskutiert hat. Diese Untersuchungsebene ist auf Grund der unzureichenden Quellenlage bisher schwer fassbar gewesen, sie stellt aber einen wesentlichen kritischen Kontrapunkt innerhalb der dominanten Forschungsnarrative zu den monastischen Entwicklungen der Karolingerzeit dar, die unter dem Stichwort der „Anianische Reform“ überwiegend im Licht einer zentral vom Hof gesteuerten Reformpolitik verstanden worden sind. Indem ich untersuche, wie Mönche in ihren Handschriften aktiv mit ihrer schriftlichen Tradition umgegangen sind – welche Leitwerke sie sammelten und annotierten und wie sie sie kompilierten und kopierten – versuche ich Vorstellungen von Mönchtum im 9. Jahrhundert zu fassen, ohne diesen im Korsett der Leitfrage von Norm und Praxis automatisch die Ordnungsvorstellungen der Reformkreise am Hof zu Grunde zu legen. Zum andere sollen die Ergebnisse auch fruchtbar gemacht werden, um weiter über die Verflechtungen zwischen karolingerzeitlichen Konzeptionen von Mönchtum und den übergeordneten Diskursen im Kontext der Correctio nachzudenken. Die Analyse der monastischen Diskussionen kann in diesem Zusammenhang nicht nur einen Blick auf konkrete alltagspraktische, soziale und kulturelle Bedingungen eröffnen, unter denen gedankliche Konzepte innerhalb der karolingischen Eliten generiert und transformiert worden sind, sondern will auch einen Beitrag zu den gegenwärtigen Forschungsdebatten um das konkrete Funktionieren karolingischer Ordnungs- und Normierungsbestrebungen leisten.