Diversität und Gedächtnis
Transkulturalität zwischen Deutschland, Namibia und Südafrika

Germanistische Institutspartnerschaft Tübingen - Windhoek - Pretoria
gefördert vom Deutschen Akademischen Austauschdienst


Aktuelles




Erschienen:

Diversität und Gedächtnis. Trankskulturalität zwischen Deutschland, Namibia und Südafrika – Lerneinheiten aus jahrelanger transnationaler Zusammenarbeit. Sonderteil des eDUSA 20/1 (2025). S.40-145.

Um das Thema der GIP aus verschiedenen Perspektiven zu bearbeiten, wurden in je einer kulturwissenschaftlichen, einer literaturwissenschaftlichen und einer sprachwissenschaftlichen Gruppe das beschriebene Themenfeld erforscht und in gemeinsamen Lehr- und Forschungsvorhaben umgesetzt. Jede Gruppe setzte einen eigenen Themenschwerpunkt. Somit entstanden in einer Gruppe Lerneinheiten zu den Schwerpunkten Erinnerung und Racial Passing, mit Empörung und Rassismus als verbindende Faktoren. In der Gruppe Postkoloniales und dekoloniales Erzählen und Erinnern standen einerseits Texte im Mittelpunkt, die koloniale Gewalt und koloniales Erinnern erzählen, und andererseits Texte, die post- oder dekoloniale bzw. postmigrantische Gesellschaftskonstellationen aufsuchen. Die Gruppe untersuchte dabei insbesondere, wie Erinnerung sich in die narratologische Struktur der Texte einschreibt. Die dritte Gruppe positionierte sich stark im Bereich Deutsch als Fremd- und Zweitsprache (DaF/DaZ) und setzte sich zum Ziel, durch ihre Lerneinheiten einen diversitätssensiblen Sprachgebrauch und die Befähigung zur sprachpraktischen Konfliktbewältigung zu vermitteln. Zu diesem Zweck wurde versucht, die Sondersektion: ‚Diversität und Gedächtnis‘. Unterrichtsmodelle eDUSA 20, 2025 41 Argumentationskompetenz der Studierenden mit Blick auf historische und aktuelle Kontroversen unter Einsatz performativer Lehr- und Lernformate zu stärken und auszubauen.

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Erschienen:

Belonging: Geschichten, Räume und Praktiken der Zugehörigkeit in namibischer, deutscher und französischer Literatur und Kultur, erschienen als Sonderteil der Acta Germanica. German Studies in Africa (2023) [hg. von Sigrid G. Köhler, Julia Rebholz und Marianne Zappen-Thomson].
Seit mehreren Jahren entwickelt sich ‚Zugehörigkeit‘ (engl. belonging) zum neuen Paradigma der sozial- und kulturwissenschaftlichen Forschung. Der Mehrwert des liegt Konzepts darin, Nicht-/Zugehörigkeit erfassen und beschreiben zu können, wo Konzepte und Vorstellungen von (kollektiver) ‚Identität‘ ambig bleiben oder die Tendenz haben, kategoriale Essentialismen zu (re)produzieren. 
Die Beiträge dieses Sonderteils widmen sich unterschiedlichen thematischen Verhandlungen von Nicht-/Zugehörigkeiten in namibischer, deutscher und französischer Gegenwartsliteratur und -kultur. Ihnen ist gemeinsam, dass sie die gegenwärtigen Debatten um nationale Zugehörigkeit, Diskriminierung und Rassismus wie auch Kolonialgeschichte und Diversität des Erinnerns aufnehmen und deren Verarbeitung in der Gegenwartsliteratur und -musik verfolgen.
Erschienen 2023 bei Peter Lang
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Beschreibung der GIP

In Deutschland, Namibia und Südafrika sind die Gegenwartsgesellschaften durch Diversität geprägt, die nicht nur eine Herausforderung für die Gestaltung von Gegenwart und Zukunft ist, sondern auch für das Verständnis der Vergangenheit. Ein inklusives, diversitätsorientiertes Verständnis fordert das gesellschaftliche Selbstnarrativ heraus und verändert damit das kulturelle Gedächtnis. Literatur und Medien, aber auch der alltägliche Sprachgebrauch haben Teil am kulturellen Gedächtnis und bringen Erinnerungskulturen hervor. Entsprechend sind sie sowohl für die Produktion und Reflexion einer multidirektionalen Erinnerungsarbeit als auch für eine diversitätsorientierte Zukunftsgestaltung zentral.   

Die GIP ‚Diversität und Gedächtnis. Transkulturalität zwischen Deutschland, Namibia und Südafrika‘ setzt die seit 2021 bestehende GIP zwischen den Germanistiken der Universität Tübingen und der University of Namibia fort und erweitert sie mit der Germanistik der University of Pretoria um einen weiteren Partner aus dem südlichen Afrika. Ziel der GIP ist es, in allen drei Partneruniversitäten für eine gesellschaftlich relevante und zukunftsorientierte Germanistik zu arbeiten. 

In der bewilligten Förderphase (2023-2025) werden gemeinsame sprachwissenschaftliche, literaturwissenschaftliche und didaktische Lehreinheiten im Themenfeld ‚Diversität und Gedächtnis‘ entwickelt, das beschriebene Themenfeld erforscht und in gemeinsamen Lehr- und Forschungsvorhaben umgesetzt.  

Zur Vorstellung der beteiligten Institute


Aktivitäten

Workshops

  • GIP-Workshop an der University of Pretoria (12.-15. April 2023)
  • GIP-Workshop an der University of Namibia (03.-07. April 2024)
  • GIP-Workshop an der Universität Tübingen (22.-25. April 2025)
     

Arbeitsgruppen

Group I (Doreen Bryant, Johannes Hendrik van der Westhuizen & Gerda Wittmann): Sprachbewusstsein und performative Landeskunde.

Group II (Meja Ikobwa, Sigrid G. Köhler & Sylvia Schlettwein): Dekolonialität und Literatur, Traumata & Raumordnungen und Creative Writing.

Group III (Dorothee Kimmich, Stephan Mühr & Marianne Zappen-Thomson): Diversität der Erinnerungskulturen im Stadtraum Windhoek, Race & Passing und Agency & Dekoloniale Raumordnungen.

Publikationen

Herausgeberschaft:

Diversität und Gedächtnis. Transkulturalität zwischen Deutschland, Namibia und Südafrika – Lerneinheiten aus jahrelanger transnationaler Zusammenarbeit. Sonderteil des eDUSA 20/1 (2025). S.40-145.

Belonging: Geschichten, Räume und Praktiken der Zugehörigkeit in namibischer, deutscher und französischer Literatur und Kultur, erscheint als Sonderteil der Acta Germanica. German Studies in Africa 51 (2023) [hg. von Sigrid G. Köhler, Julia Rebholz und Marianne Zappen-Thomson]. 

Aufsätze 

       alle: eDUSA 2025: 

  • Doreen Bryant und Alexandra L. Zepter: Umgang mit Kolonialdenkmälern: Förderung der Argumentationskompetenzen im sprachbildenden Fachunterricht mit performativen Elementen.
  • James Meja Ikobwa: Intermediale und interkulturelle Zugänge zur Erinnerungsliteratur: Didaktische Konzepte zu Good Bye Lenin! und Zonenkinder.
  • Sigrid G. Köhler: Es kümmert, wer spricht. Eine diversitätssensible Analyse der Erzählinstanz in Sharon Dodua Otoos Herr Gröttrup setzt sich hin.  
  • Stephan Mühr: Racial Passing in Literatur aus Deutschland, Namibia und Südafrika
  • Sylvia Schlettwein: Von der Oralität zur Schriftlichkeit: Erzählen wie Mama Penee.
  • Henk van der Westhuizen: Erinnerungsorte in ihrem Wandel: Recherchieren, inszenieren, reflektieren.
  • Marianne Zappen-Thomson: Die Diversität der Erinnerungskulturen im Stadtraum Windhoek. Denkmäler als Teil des Gedächtnisses in Bezug auf die Beziehungen zwischen Namibia und Deutschland.

       alle: Belonging: Acta Germanica 2023: 

  • Sigrid G. Köhler, Julia Rebholz, Marianne Zappen-Thomson: Einleitung
  • Dorothee Kimmich: Versprechen und Verbrechen von ‚Belonging‘:  Mythische, historische und literarische Narrative von Mobilität und Zugehörigkeit
  • Marianne Zappen-Thomson: Woher komme ich? Wer bin ich und wo gehöre ich eigentlich hin? Das Problem der Zugehörigkeit in Ulla Dentlingers Autobiographie Where Are You From? – ‘Playing White’ under Apartheid
  • Stephan Mühr: Ambivalenzen namibischer Zugehörigkeit in Musikvideos von Ees
  • Sigrid G. Köhler & Julia Rebholz: Geschichte(n) imaginieren – Zugehörigkeit erzählen.  Epistemische Erweiterung des Erzählens bei Olivia Wenzel und Sharon Dodua Otoo
  • Julia Gambadatoun: Afropäische Identitäten bei Léonora Miano und Jackie Thomae

Archiv

Hier finden Sie die Aktivitäten der ersten Phase des GIP 2020-2022 zwischen dem German Department der Universität Tübingen und der German Section der University of Namibia. Aufgrund von Covid-19 konnte nur ein Teil der geplanten Aktivitäten durchgeführt werden.

Workshops:

  • Netzwerkworkshop Tübingen 25.-28. April 2022
  • ‚Diversity and Belonging in Contemporary Literature, Culture and Media' /Tübingen, October 21-23, 2021. Program

Webinars: 

  • ‚Koloniales Museum‘ /Januar 2022
  • ‚Digitale Lehre‘ /Juni 2021
  • ‚Diversität und Belonging‘ /Mai 2021

Themenbezogene Lehre and Co-Teaching:

  • Stephan Mühr: „Blut und Boden. Afrikanisch-europäische Dynamiken​ des Begriffs von Landbesitz am Beispiel Namibias" Gastvortrag, 26.04.2022, im Rahmen des Forschungskolloquiums: Epistemologien des Südens von Sigrid G. Köhler.
  • Julia Augart und Sigrid G. Köhler: Hauptseminar: Colonialism and Cultural Memory: German and Namibian Perspectives (from H. Witbooi to L. Fels), online seminar in BA with joint teaching units with BA students from Tübingen and Windhoek.. (SuSe 21) 
  • Sigrid G. Köhler: Oberseminar: Postcolonialism in contemporary literature (WiSe 20/21)