Internationales Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW)

Tagung zum "Digitalen Weiterleben"

 

Unsterblich als Avatar?

Ethik, Recht und Sicherheit des digitalen Weiterlebens

 

Herzliche Einladung zur Tagung zum "Digitalen Weiterleben" am

19. Januar 2024 im Schloss Hohentübingen (Fürstenzimmer), Burgsteige 11, Tübingen.


Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung bis spätestens 12. Januar 2024 wird gebeten. Bitte schreiben Sie hierzu eine kurze Mail an: matthias.meitzlerspam prevention@uni-tuebingen.de

 

Digitale Technologien bestimmen zunehmend unser Leben – sie beeinflussen jedoch auch längst den Umgang mit Tod, Trauer und Erinnerung. KI-basierte Anwendungen im Kontext der sog. Digital Afterlife Industry (DAI) ermöglichen das ›Weiterleben‹ und die Interaktion mit digitalen Repräsentationen von Verstorbenen. Avatare, Chatbots u. dgl. sind in der Lage, das frühere Kommunikationsverhalten der Toten und z. T. auch ihre optische Erscheinung immer realistischer zu imitieren. Dies hat nicht nur Einfluss auf die private Trauer, sondern auch auf die öffentliche Erinnerungskultur sowie die historisch-politische Bildung. Prominente Personen können nach ihrem Tod digital ›wiederauferstehen‹ und Museumsbesucher*innen etwa mit den Repräsentationen von Holocaustzeitzeug*innen in Kontakt treten. Derartige Technologien bringen indes nicht nur neue Chancen mit sich, sondern auch einige Herausforderungen in Bezug auf Ethik, IT-Sicherheit und Datenschutzrecht. Vor dem Hintergrund eines laufenden, vom BMBF geförderten interdisziplinären Forschungsprojekts werden auf dieser Tagung unterschiedliche Fragen rund um das KI-gestützte digitale Weiterleben zwischen Wissenschaft und Praxis diskutiert. Damit soll ein Beitrag zur öffentlichen Debatte geleistet und es sollen Handlungsoptionen für Politik und Gesellschaft erarbeitet werden.

 

10:30–10:45 Begrüßung
Panel 1: Digitalisierung, Körper und Gedenken
10:45–11:15 Regina Ammicht Quinn und Jessica Heesen
Der (verstorbene) Körper in digitalen Welten. Kulturelle und religiöse Dimensionen
11:15–11:45 Christoph Bareither und Berit Zimmerling
Virtual Witnessing. KI-basierte Zeitzeug*innengespräche und die Assemblage des Holocaust-Gedenkens
11:45–12:15 Jean-Daniel Strub
Digital Literacy. Schlüsselbegriff für den Umgang mit Angeboten des Digital Afterlife
12:15–13:00 Mittagspause
Panel 2: Forschungsergebnisse aus dem BMBF-Projekt »Edilife«
13:00–13:30 Thomas Kunz und Ulrich Waldmann
Sichere und realistische Avatare. Technische Herausforderungen und Perspektiven
13:30–14:00 Ines Geissler
Datenschutzrechtliche Implikationen des digitalen Weiterlebens
14:00–14:30 Martin Hennig
Deadbots als Medienphänomen. Digital Afterlife in der Populärkultur
14:30–15:00 Pause
15:00–15:30 Matthias Meitzler
Kennenlernen und Wiederhaben. DAI-Diskurse im Lichte der partizipativen Forschung
15:30–16:00 Jessica Heesen
Neue Trauerkultur oder Datafizierung des Todes? Ethische Perspektiven
16:00–16:30 Pause
16:30–18:00 Podiumsdiskussion
mit Kian Bank (Malteser, Via-Trauerbegleitung),
Karen Jungblut (Digitale ErinnerungsWerkstatt),
Deborah Schnabel (Bildungsstätte Anne Frank),
und Miriam Sitter (Trauerforschungsinstitut ›Kleine Blume‹)
18:00 Verabschiedung

 

Tagungsprogramm als PDF-Download