Uni-Tübingen

A6: Siebenarmige Kandelaber in Kirchen: Semantik – Kontexte – Praktiken

Gegenstand des kunsthistorischen Teilprojekts A6 sind monumentale siebenarmige Leuchter aus Bronze oder Messing, die im Mittelalter in Aneignung der jüdischen Menora für die Aufstellung in christlichen Kirchen angefertigt wurden. Verbreitet waren sie zwischen dem 10. und 16. Jh. vor allem im nordwestlichen Mitteleuropa. Solche Kandelaber erreichen mitunter eine Höhe von sechs Metern; es handelt sich also um eindrucksvoll in den Raum hineinwirkende und diesen beherrschende Artefakte von hohem materiellen Anspruch und aufwändiger künstlerischer Faktur.

Die siebenarmigen Leuchter des Hoch- und Spätmittelalters werden im Projekt erstmals als ästhetische Reflexionsfiguren und Kristallisationsobjekte einer ‚anderen‘ Ästhetik verstanden. Dabei gilt es, die dynamischen Verschränkungen zwischen autologischen Qualitäten (Materialität, Formgebung und Ikonographie) und heterologischen Aspekten (räumliche, soziokulturelle und performative Kontexte) herauszuarbeiten. Es wird zu untersuchen sein, welche Wechselwirkungen zwischen den Leuchtern und anderen Objekten und Bildprogrammen im Kirchenraum hergestellt wurden bzw. sich ergaben, und in welche performativen, liturgischen und rituellen Handlungszusammenhänge die Leuchter eingebunden waren.

Durch die Anwendung des praxeologischen Modells des SFB lässt sich aufzeigen, wie den siebenarmigen Kandelabern durch das dynamische Zusammenwirken autologischer und heterologischer Faktoren ihre je spezifische ,andere‘ Ästhetik und Semantik eingeschrieben werden.


Team

Projektleitung:

Prof. Dr. Andrea Worm

Projektmitarbeiterin:

Maria Streicher


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