Internationales Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW)

Audioguide Objekt "Vom Rasenmähen im Forschungsgarten – Bilder der Integration"

"Vom Rasenmähen im Forschungsgarten – Bilder der Integration"

 

Wenn die Integrierte Forschung im Forschungsgarten arbeitet, geht es immer um Technikentwicklung. Diese beginnt zunächst mit unausgereiften Ideen, die im Verlauf der Projektentstehung wie Pflanzen heranwachsen. Irgendwann beginnen diese Ideen in den Köpfen der am Projekt Beteiligten von allein weiter zu wachsen. Dabei kann es sein, dass die Projektideen in auseinanderstrebende Richtungen zu wuchern beginnen. Dies wird insbesondere deshalb zum Problem, weil es für interdisziplinäre Projekte unerlässlich ist, dass die einzelnen Stränge der Technikentwicklung zwar unabhängig wachsen können, aber immer wieder auch zusammenkommen müssen. Wachsen sie ungehindert immer weiter auseinander und bleiben nur an der Wurzel verbunden, findet keine Integration statt. Das ist der Punkt, an dem der metaphorische Rasenmäher ins Spiel kommen muss. Er wird als Mittel der interdisziplinären Integration eingesetzt, um die wuchernden Ideen einzuschränken, zusammenzuhalten, zu pflegen, und so ein geplantes, gemeinsames Wachstum zu fördern.

 

Weiterführendes: Céline Gressel und Mone Spindler (2023): Interdisziplinarität im Forschungsgarten. In: "Ich lehne mich jetzt mal ganz konkret aus dem Fenster." Eine Festschrift für Thomas Potthast.

https://publikationen.uni-tuebingen.de/xmlui/handle/10900/142489

 

Assoziiertes Projekt: ESTER.

 

Audioguide Objekt "Little Boxes"

"Little Boxes"

 

Begib dich mit uns auf eine Reise in dein Zuhause der Zukunft. Die Koffer namens LittleBoxes begleiten dich dabei. Sie helfen dir eine Geschichte über dein Zuhause der Zukunft zu erzählen. In dem ersten Koffer, er ist braun, findest du inspirierende Materialien, die du gerne in Ruhe erkunden kannst. Sie ermöglichen eine freie Ausdruckweise deiner Vorstellungen. Schränke deine Idee nicht dadurch ein, was heute möglich ist. Die Geschichte wird auf dem leeren Blatt aufgeklebt, aufgeschrieben und skizziert. Es entsteht eine Art bunte Collage. Im zweiten Koffer, der Blaue, findest du kleine Technikmodule. Sie heißen LittleBits. Diese ermöglichen dir, verschiedene Sensoren und Aktuatoren zu erkunden. Sensoren erfassen Umwelteinflüsse, wie zum Beispiel die Raumtemperatur. Diese Umwelteinflüsse werden in ein Signal umgewandelt und durch den Aktuator wieder wahrnehmbar ausgegeben. Denke etwa an die Displayanzeige eines Thermometers, das die Raumtemperatur visuell wahrnehmbar macht. Dieser zweite Koffer hilft dir deine Geschichte aus einer technischen Perspektive zu beleuchten. LittleBits dienen nur zur Inspiration. Denk verrückt und lass Abschweifungen in deinen Gedanken zu. Erkunde die Materialien gern mit all deinen Sinnen und probiere sie aus.

 

Weiterführendes: Haupt, Benedikt; Pentzold, Christian; Becker, Alexa; Berger, Arne (2023): Designing alternative future home stories. INFORMATIK 2023 - Designing Futures: Zukünfte gestalten. pp. 893-898.

https://dl.gi.de/items/55aab5b4-5a10-462f-9a7c-1172d42384d0

 

Assoziiertes Projekt: futurehomestories

Audioguide Objekt "“Living the Work of Integration” – Spannungen und Synergieeffekte in der integrierten Forschung"

“Living the Work of Integration” – Spannungen und Synergieeffekte in der integrierten Forschung

Bei einer Twin Conference haben wir uns im Wissenschaftsladen in Bonn mit verschiedenen Menschen getroffen. Nach Bonn angereist kamen einige deutsche Forschende, die im Bereich der Integrierten Forschung arbeiten. Von dort aus trafen wir uns als Vor-Ort-Gruppe in Zoom mit Wissenschaftler:innen der Arizona State University in den USA, die ebenfalls Integrierte Forschung betreiben, um zu vergleichen, wie wir den Arbeitsalltag empfinden, vor welchen Herausforderungen wir stehen und wie wir diese navigieren können. Unsere Gesprächspartner in den USA arbeiten vor allem in einem Feld, das sich Socio-Technical Integration Research nennt. Sie gehen als eingebettete Ethiker in Labore, Firmen, sie beobachten Produktions- und Forschungsabläufe und sprechen über einen Zeitraum mehrerer Wochen immer wieder mit den Technikentwickelnden in definierten Gesprächssettings. Dabei formulieren sie aber nie normative Annahmen. Als Praxis nennt man das: “practicing restraint”, also: Zurückhaltung üben. Obwohl wir mit verschiedenen Methoden arbeiten, haben wir bei der Twin Conference im konkreten Austausch und in vom Projekt-Team von ESTER angeleiteten und moderierten Workshops festgestellt, dass die Herausforderungen, mit denen wir als Forschende umgehen sich sehr ähneln.

 

Weiterführendes: https://integrierte-forschung.net/twin-workshop-january

Assoziiertes Projekt: ESTER

 

Audioguide Objekt "Verfassungsverwirklichende Intervention – KI für die öffentliche Verwaltung und das Gemeinwohl"

"Verfassungsverwirklichende Intervention – KI für die öffentliche Verwaltung und das Gemeinwohl"

Neue Technologien und Künstliche Intelligenz halten große Potentiale für gemeinwohlorientierte Zwecke und die öffentliche Verwaltung bereit. So können etwa Chatbots die Kommunikation zwischen Bürgern und Verwaltung vereinfachen oder Übersetzungsanwendungen für Verständnis und Inklusion sorgen. Auch weit über diese Beispiele hinaus existieren vielfältige Anwendungsmöglichkeiten, die gegenwärtig jedoch nur punktuell und bruchstückhaft erschlossen sind. Die im Projekt „RechTech“ entwickelte Methode „KI für das Gemeinwohl“ macht Einsatz- und Skalierungsmöglichkeiten von Künstlicher Intelligenz in der Verwaltung sichtbar. Das Format richtet sich insbesondere an Mitarbeitende und Entscheidungsträger der öffentlichen Verwaltung. Unsere Methode bezieht die von der Technik Betroffenen aktiv in den Innovationsprozess ein und macht deren Expertenwissen und Praxiserfahrung fruchtbar. In unseren partizipativen Workshops lernen die Verwaltungsmitarbeitenden mehr über Künstliche Intelligenz und bereits existierende Anwendungsfelder. Darauf aufbauend werden sie in drei Schritten angeleitet, Künstliche Intelligenz für ihren Lebens- und Arbeitsalltag weiterzudenken und zu gestalten: Im ersten Schritt wird eine bestehende KI-Anwendung analysiert und bewertet. Anschließend nutzen die die Teilnehmenden in einem zweiten Schritt verschiedene Kreativtechniken, um neue Ideen für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der öffentlichen Verwaltung kreieren. Sie entscheiden sich für eine dieser Ideen und arbeiten in einem dritten Schritt Gestaltungsmöglichkeiten aus. So entstehen regelmäßig innovative Ideen, wie sich mithilfe Künstlicher Intelligenz Verfassungswerte und gemeinwohlorientierte Zwecke realisieren lassen. Unsere Exponate geben Ihnen einen Einblick in unsere Workshops und zeigen neue Anwendungsbereiche von Künstlicher Intelligenz, die in unseren Workshop entwickelt wurden.

 

Assoziiertes Projekt: RechTech

Audioguide Objekt "Die ESTER Forschungsboxen – Zur Genese integrativer Forschungsprojekte"

 "Die ESTER Forschungsboxen – Zur Genese integrativer Forschungsprojekte"

 

In einer kollaborativen Intervention haben wir die Phase der Projektgenese gemeinsam mit Forschenden und Fördernden untersucht. Dafür wurden mehrere Workshops durchgeführt und 10 Forschungspakete, gefüllt mit haptischen, kreativen Impulsen durch die interdisziplinäre Community geschickt. Anhand einer Simulation der Antragsstellung für ein drittmittelgefördertes Projekt, anhand der kreativen Benennung eigener imaginärer Referate und einer eigenen Zukunfststrategie und entlang den Themen des Zufalls und eines Kartenspiels zur Teamzusammenstellung haben wir mit den erarbeiteten Materialien Reflexionsräume eröffnet und explorativ die Suche nach alternativen Handlungsmöglichkeiten angeregt. Ergebnisse, wie etwa der Einfluss der Formulierungen eines Ausschreibungstextes auf die Formation von Projekten und zu Differenzen in der Wahrnehmung des Einflussfaktors "Zufall" bei Praktizierenden und Fördernden veröffentlichen wir 2024.

 

Weiterführendes: Workshop in Tübingen 2022; Materialien der Forschungspakete 

Assoziiertes Projekt: ESTER

 

 

Audioguide Objekt "Rechtsberatende Intervention – Bewertung und Vermeidung von Risiken und Haftung für Robotik in der Pflege"

"Rechtsberatende Intervention – Bewertung und Vermeidung von Risiken und Haftung für Robotik in der Pflege"

 

Gerade bei der Gestaltung von Technologien, die in der Pflege Anwendung finden, müssen grundlegende Fragen ins Zentrum rücken: Wie kann die Sicherheit der Technik gewährleistet werden? Wie lassen sich Risiken für Körper und Gesundheit der Nutzer reduzieren? Wie können das Wohlbefinden der Pflegebedürftigen und unsere Vorstellungen von Guter Pflege gewährleistet werden? Neben der technischen Konstruktion und den Funktionen des Roboters spielt hierbei vor allem die sozio-technische Einbettung eine wesentliche Rolle. Die Einbindung von Robotik in Pflegeprozesse und die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine müssen bewusst und aktiv gestaltet werden. Das im Projekt „RechTech“ entwickelte „Shared Liability Assessment“ setzt bei diesen Fragen an. Das Workshopformat baut bereits in einem sehr frühen Stadium der Technikentwicklung eine Brücke zwischen den Entwicklerteams von Pflegerobotik und den späteren Nutzern und Betroffenen der Technik. Pflegebedürftige, Altenpfleger*innen und Mitarbeitende der Verwaltung von Pflegeeinrichtungen können anhand verschiedener Anwendungsszenarien die Technologien bewerten und aktiv mitgestalten. So können Projektteams aus der Konfrontation, Interaktion und Reaktion der späteren Nutzer mit der Technik lernen und Rückschlüsse auf eine sichere und nutzerfreundliche Gestaltung ziehen.

 

Assoziiertes Projekt: RechTech

 

 

 

Audioguide Objekt "Schule als letzte analoge Insel – Das Handyverbot –"

Das Handyverbot

Lehre und Technologie: Wie geht das sinnvoll zusammen? Damit setzt sich das Projekt Souveränität in Digitalen Lebenswelten auseinander und nimmt hier konkret Bezug auf die am Veranstaltungsort im Heinz Nixdorf Museumsforum - dem weltweit größten Computermuseum - teils ausgestellten Objekte der Technikgeschichte von der Erfindung der Schrift, über die Drucktechnik bis zur aktuellen Robotik. - Und eben auch verschiedener vergangener Mobiltelefonmodelle.

 

Assoziiertes Projekt: SoDiLe

Audioguide Objekt "Empathischer Roboter"

"Empathischer Roboter"

Technik erfordert einen kompetenten, d. h. digital-souveränen Umgang der Menschen mit ihnen. Digitale Technologien im Alltag und das Verständnis über einzelne Funktionsweisen sind Voraussetzung für die gesellschaftliche Teilhabe. Das Projekt Souveränität in digitalisierten Lebenswelten geht davon aus, dass Integrierte Forschung bei einer integrierten Lehre beginnt. Im Rahmen des Projekts wurden 2 interdisziplinäre und hochschultypübergreifender Seminare mit Studierenden der Wirtschaftsinformatik, des Wirtschaftsrechts der Hochschule Bielefeld und der evangelischen Theologie der Philipps Universität Marburg durchgeführt. Die Studierenden sollten fiktiv einen Sympathie schaffenden, empathisch lebendigen sozialen Roboter entwickeln. Sie sollten sich dabei insbesondere mit ethischen, rechtlichen, philosophischen, soziologischen, und theologischen Fragen befassen. Die Frage ist, ob alles, was technisch möglich ist, auch umgesetzt werden darf.

 

Assoziiertes Projekt: SoDiLe

 

 

Weitere Ausstellungsstücke: Transformative Philosophie

Projektergebnisse – Transformative Philosophie

Zentrale Ergebnisse von LeDiLe finden in dem Vermittlungsportfolio ‚Transformative Philosophie‘ unter dem Motto ‚Rüstzeug für Köpfe‘ Einzug. Transformative Philosophie ist ein Programm wie Athenas Helm: Köpfe aufrüsten – Ideen transformieren.

Das Programm umfasst mehrere inhaltliche Themenreihen: etwa die Re:Thinking Reihe mit den Elementen Re:Thinking Technology,  Re:Thinking InfraStructure oder Re:Thinking TechMetaphor.

Die Transformative Philosophie stellt dabei einen zielgruppenspezifischen, transdisziplinären Formatmix aus Webinaren, Keynotes, Workshops, Videokursen, Thinkathons sowie Präsenz- und Onlineformaten dar.

Transformative Philosophie zielt auf

  • Die Transformation des Denkens, der Begriffe und des Verstehens von aktueller und im Entstehen befindlicher Technik.
  • Die Transformation der Wahrnehmungsfähigkeit ethischer, sozialer und weiterer Implikationen in Technikgestaltungsentscheidungen.
  • Die Transformation der Diskurs- und Aushandlungsfähigkeit über gemeinsam auszuhandelnde Kriterien und Normen der Technikgestaltung, -regulierung und -nutzung.
  • Die Transformation der technischen Systeme selbst, nämlich über die Unterstützung expliziter Berücksichtigung der vielfältigen Implikationen und Aushandlungen.

Weiterführendes: Teaser zum Videokurs „Technik als Medium“ (Teil von Re:Thinking InfraStructure); Weitere Informationen zum Programm (Seite im Aufbau): https://www.Transformative-Philosophy.com/; Kontakt: infospam prevention@transformative-philosophy.com

ExplicatImage: Ein Orientierungsinstrument zur strukturierten Reflexion von Mensch-Maschinen-Relationen

In Entwicklung, Gestaltung und Realisierung von Mensch-Technik-Interaktionen fließen unbemerkt implizite Annahmen über Menschen
und Maschinen ein. Wir wollen Orientierung verschaffen beim Gestaltungsprozess von Mensch-Maschinen-Relationen und durch die Untersuchung dieser Annahmen eine Einschätzung ihrer Effekte ermöglichen. Wir stellen ein analytisches Hilfsmittel bereit, das der Stärkung der Reflexionsfähigkeit von EntwicklerInnen dient.

Assoziiertes Projekt: OrDiLe

Teilcluster 1: Digitalisierte Lebenswelten

Leitbegriffe: Orientierung - Lebensform - Souveränität

Alle Audioguides produziert von Florian Heinen (Audioscapes.de)

Sprecher:innen: Janosch Bellon, Theodor Bellon, Isabelle Wiltgen, Florian Heinen