Institut für die Kulturen des Alten Orients

Institut für die Kulturen des Alten Orients (IANES)

W3-Professur für Near Eastern Archaeology and Digital Archaeology (w/m/d)

Am Institut für die Kulturen des Alten Orients (IANES) der Philosophischen Fakultät der Universität Tübingen ist eine

W3-Professur für Near Eastern Archaeology and Digital Archaeology (w/m/d)

zum nächstmöglichen Zeitpunkt zu besetzen.

Gesucht wird eine ausgewiesene Wissenschaftlerin oder ein ausgewiesener Wissenschaftler, die bzw. der in der Lage ist, das Fach Vorderasiatische Archäologie breit in Forschung und Lehre zu vertreten mit besonderem Schwerpunkt auf der Verwendung digitaler Methoden. Erwartet werden international beachtete Publikationen sowie eine nachgewiesene Anwendung digitaler Methoden. Erwünscht sind Erfahrungen in der Konzeption und Durchführung von Feldforschungsprojekten in Vorderasien (Südwestasien), ein Forschungsschwerpunkt im geographischen Raum der Keilschriftkulturen, eine gute deutschlandweite und internationale Vernetzung und Erfahrungen im Einwerben von Drittmitteln. Erwartet wird die Lehre in den deutschsprachigen B.A.- und M.A.-Studiengängen des Instituts und außerdem Bereitschaft zur Kooperation im Institut und zur Mitarbeit an interdisziplinären Verbundprojekten der Universität Tübingen sowie zur Beteiligung an interdisziplinären Lehrveranstaltungen im Rahmen des Fächerverbundes kulturwissenschaftliche Archäologie, hier insbesondere dem englischsprachigen M.A.-Studiengang Archaeology. Bewerberinnen und Bewerber mit geringen Deutschkenntnissen werden mit Sprachlernangeboten seitens der Universität unterstützt.

Einstellungsvoraussetzung ist eine Promotion auf dem Gebiet der Vorderasiatischen Archäologie, eine Habilitation oder gleichwertige wissenschaftliche Leistungen und nachgewiesene didaktische Eignung.

Die Universität Tübingen setzt sich für die Ziele der Gleichstellung und Diversität ein und fördert aktiv Chancengleichheit. Zur Erhöhung des Anteils von Frauen in Forschung und Lehre bitten wir qualifizierte Wissenschaftlerinnen nachdrücklich um ihre Bewerbung. Qualifizierte internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind ausdrücklich aufgefordert, sich zu bewerben. Schwerbehinderte Menschen werden bei gleicher Eignung bevorzugt berücksichtigt.

Bewerbungen mit den üblichen Unterlagen (Lebenslauf und Darstellung des wissenschaftlichen Werdegangs, Zeugnisse und Urkunden, Verzeichnis der Publikationen, Verzeichnis der Lehrerfahrung, Lehrevaluationen, Forschungs- und Lehrkonzept) sowie einer Auswahl einschlägiger Schriften (selbstverfasste Monographien und fünf Aufsätze) sind bis zum 02.06.2026 ausschließlich über das Berufungsportal der Universität Tübingen (unter berufungen.uni-tuebingen.de) einzureichen. Rückfragen zur Ausschreibung und Fragen zum Berufungsportal können an den Dekan der Philosophischen Fakultät der Universität Tübingen, Prof. Dr. Dietmar Till (berufungen@philosophie.uni-tuebingen.de), gerichtet werden.

For English, see https://uni-tuebingen.de/en/faculties/faculty-of-humanities/faculty/vacancies-job-offers/#c2508000


Nachruf Prof. Dr. Wolfgang Schenkel


* 16. Oktober 1936 † 19. März 2026

„Mir sind die Tore des Himmels geöffnet, des schönen Ortes des Himmels, an dem ich sitzen will.“ (CT III 98p)

Am 19. März 2026 ist in seinem 90. Lebensjahr Prof. Dr. Wolfgang Schenkel verstorben. Er wurde 1961 an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn bei Prof. Dr. Elmar Edel in der Ägyptologie promoviert („Frühmittelägyptische Studien“) und war für diesen danach auch noch tätig. Nach einem Reisestipendium des Deutschen Archäologischen Instituts 1964/1965, einem Stipendium der DFG zur Erforschung der spätägyptischen Grammatik und seiner Tätigkeit am Deutschen Rechenzentrum in Darmstadt („Maschinelle Analyse altägyptischer Texte“) wechselte er in den SFB 13 zur Synkretismusforschung an der Georg-August-Universität Göttingen, an der er sich 1974 habilitierte („Die altägyptische Suffixkonjugation“). 1978 erhielt Wolfgang Schenkel den Ruf an die Eberhard Karls Universität Tübingen, an der er bis zu seiner Pensionierung 2002 als Direktor des Ägyptologischen Instituts tätig war. Seine dortige Lehre unterstützte er mit zahlreichen Auflagen seiner „Tübinger Einführung in die klassisch-ägyptische Sprache und Schrift“. Seit 1999 war er Korrespondierendes Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften.

Wir blicken auf ein langes, persönlich und wissenschaftlich erfülltes Leben – auch noch wenige Wochen vor seinem Tod war Wolfgang Schenkel ägyptologisch tätig. Selbst wenn ihn die altägyptischen Sargtexte während seines gesamten wissenschaftlichen Wirkens begleiteten, umfaßten seine Interessen und Forschungen doch sehr unterschiedliche Facetten der Ägyptologie. Seine zahlreichen Veröffentlichungen entstammen der ägyptologischen Philologie und Linguistik ebenso wie seinen archäologischen Unternehmungen und anderem mehr. Seine Projekte verfolgte Wolfgang Schenkel mit großer Kompetenz, Systematik und Akribie. Mit der außergewöhnlichen fachlichen Breite seines Schaffens erfuhr die Ägyptologie zudem zahlreiche Impulse und Anregungen. Dies gilt für seine Beschäftigung mit der historischen Fachinformatik, deren Bedeutung und Möglichkeiten für die Ägyptologie zuvor nicht wahrgenommen worden waren und die er für die Texterschließung der altägyptischen Sargtexte nutzte. Ebenso geht die Einführung der Textkritik in die Ägyptologie auf Wolfgang Schenkel zurück („Das Stemma der altägyptischen Sonnenlitanei“). National wie international erfuhr er mit seinen Forschungen und Forschungsergebnissen große Anerkennung.

Es trauern um Wolfgang Schenkel seine Ehefrau Renate Müller-Wollermann, Kollegen und Kolleginnen und seine Schüler und Schülerinnen. Die Beisetzung wird in engstem Familienkreis stattfinden. 
 



Gemeinsame Mailingliste der Tübinger Altertumswissenschaften!

Ab Sommersemester 2024 gibt es eine gemeinsame Mailingliste der Tübinger Altertumswissenschaften, über die öffentliche Veranstaltungen (Vorträge, Tagungen etc.) Instituts- und fakultätsübergreifend angekündigt werden können. Die Mailingliste steht alle Interessenten innerhalb der Universität (einschließlich Studenten) und außerhalb offen. Wenn Sie Interesse haben, registrieren Sie sich bitte unter https://listserv.uni-tuebingen.de/mailman/listinfo/tuebinger_altertumswissenschaften.

Über denselben Link können Sie sich auch wieder abmelden.