Institut für die Kulturen des Alten Orients

Altorientalische Philologie

Einführung für Erstsemester

Mi, 21.04., 11:15-12:00, IANES Raum 136 oder digital  –  Dozenten: Fuchs, Matuszak, Meinhold

Studierende, die mit dem Studium der Altorientalischen Philologie beginnen, erhalten umfassende Informationen zu Studiumsinhalt und -verlauf, Lehrveranstaltungen, Institut und Bibliothek. Sie haben Gelegenheit, die Dozenten kennenzulernen und sich mit Studierenden auszutauschen. Voraussetzung zur Teilnahme ist eine Anmeldung per Email (andreas.fuchsspam prevention@uni-tuebingen.de).

Vorbesprechungen für Studierende aller Semester

Mi, 21.04., 14:00-14:45, IANES Raum 136 oder digital  –  Dozenten: Fuchs, Matuszak, Meinhold, Niehr, Pfälzner, Kamlah

Zum Semesterauftakt stellen die Dozenten der Altorientalischen Philologie und Vorderasiatischen Archäologie und die kooptierten Lehrenden Inhalt, Anforderungen und Studienziele ihrer Lehrveranstaltungen vor. Es gibt Gelegenheit, Fragen zu stellen; auch Terminprobleme können angesprochen werden.

Akkadisch II

Di 10-12, IANES Raum 136 oder digital, Beginn: 20.04.2021 (sic!)  –  Dozentin: Meinhold

(Modul AOP-BA-02.2; bei Studienbeginn bis SoSe 2020: AOP-BA-01.2)

In diesem Kurs werden die zuvor in Akkadisch I erworbenen Kenntnisse ausgebaut. Kontinuierlich arbeiten die Teilnehmenden an der Erweiterung ihres akkadischen Wortschatzes und der Erlernung von Keilschriftzeichen. Im Bereich der Grammatik stehen die schwachen und unregelmäßigen Verben sowie Fragen der Syntax auf dem Programm. Zunehmend liegt der Schwerpunkt auf der Lektüre zusammenhängender Texte, darunter der berühmte Codex Hammurapi, kurze Beschwörungen und Auszüge aus erzählenden Texten. Ein Überblick über dialektale und regionale Besonderheiten des Akkadischen bereitet die Teilnehmenden auf folgende Lektürekurse vor.

Literatur: Borger, R. 1979: Assyrisch-Babylonische Lesestücke I-II (BAL), 2., neubearbeitete Auflage, AnOr 54, Rom; Soden, W. von 1995: Grundriss der Akkadischen Grammatik (GAG), 3. ergänzte Auflage, AnOr 33, Rom; Streck, M. P. 2018, Altbabylonisches Lehrbuch, Dritte überarbeitete Auflage, Porta Linguarum Orientalium 23, Wiesbaden; Ungnad, A. 2007: Grammatik des Akkadischen, völlig neu bearbeitet von L. Matouš, 6. Auflage. München.

Voraussetzungen: Erfolgreicher Abschluss des Teilmoduls AOP-BA-02.1 (Akkadisch I)
Leistungsnachweis: Klausur

Hammurapi und seine Zeit nach altbabylonischen Briefen

Fr 12-14, IANES Raum 136 oder digital, Beginn: 23.04.2021  –  Dozentin: Meinhold

(Module AOP-BA-04.3, AOP-BA-09.3; bei Studienbeginn bis SoSe 2020: AOP-BA-03)

Hammurapi, König von Babylon in der Zeit von 1792-1750 v.Chr., ist vor allem durch seine Gesetzesstele bekannt. Aus seiner Regierungszeit stammen aber auch zahlreiche Briefe des Königs selbst, seiner Beamten und Untertanen. In der Lektüre dieser Briefe sollen die Grundkenntnisse des Akkadischen erweitert und der Umgang mit Lexika und Zeichenlisten geübt werden. Die Teilnehmenden werden mit den Formen der altbabylonischen Keilschriftzeichen vertraut. Darüber hinaus gewinnen sie durch die Lektüre historische Kenntnisse der altbabylonischen Epoche mit Hinsicht auf Politik, Wirtschaft und Alltagsleben.

Literatur: Charpin, D. 2004: in D. Charpin/D. O. Edzard/M. Stol, Mesopotamien. Die altbabylonische Zeit, Annäherungen 4, OBO 160/4, Fribourg/Göttingen, 23-480; Klengel, H. 1991: König Hammurapi und der Alltag Babylons, Zürich; Kraus, F. R., und K. R. Veenhof (Hrsg.) 1964ff.: Altbabylonische Briefe 1-14 (AbB), Leiden/Boston; Van de Mieroop, M. 2005: Hammurabi of Babylon. A Biography, Malden/Oxford/Carlton.

Voraussetzungen: Erfolgreicher Abschluss des Teilmoduls AOP-BA-02.1 (Akkadisch I)
Leistungsnachweis: Klausur (Sollte im Sommersemester 2021 aufgrund der Corona-Epidemie keine Präsenzlehre möglich sein, wird anstelle der Klausur eine Hausarbeit als Leistungsnachweis dienen.)

Der Kyros-Zylinder und weitere Textzeugnisse aus der Zeit der Achämeniden

Di 16-18, IANES Raum 136 oder digital, Beginn: 20.04.2021 (sic!)  –  Dozentin: Meinhold

(Modul AOP-BA-06.2; bei Studienbeginn bis SoSe 2020: AOP-BA-09)

Im Mittelpunkt steht die Lektüre der bedeutenden Inschrift Kyros des Großen. Außerdem werden weitere akkadischsprachige Inschriften achämenidischer Könige gelesen, wie z.B. die Felsinschrift Darius I. bei Bisutun, die bei der Entzifferung der Keilschrift eine entscheidende Rolle gespielt hat. Parallel zur Lektüre werden sich die Teilnehmenden einen Überblick über Geschichte des Perserreiches und sein Verhältnis zu Mesopotamien erarbeiten. Ein Blick auf andere historische Quellen, insbesondere Urkunden, soll das entstehende Bild ergänzen.

Literatur: Schaudig, H. 2001: Die Inschriften Nabonids von Babylon und Kyros' des Großen samt den in ihrem Umfeld entstandenen Tendenzschriften. Textausgabe und Grammatik, AOAT 256, Münster; Waters, M. 2014: Ancient Persia. A Concise History of the Achaemenid Empire, 550–330 BCE, Cambridge/New York; Schmitt, R./Wiesehöfer, J./Stausberg, M. 2003-2005: Persien/Perser.A-C, RlA 10, Berlin/New York, 412-424; Wiesehöfer, J. 2015: Das frühe Persien. Geschichte eines antiken Weltreichs, 5., aktualisierte Auflage, München.

Voraussetzungen: Erfolgreicher Abschluss des Moduls AOP-BA-02 (Akkadisch I-II)
Leistungsnachweis: Hausarbeit

Urkunden aus Nuzi

Di 12-14, IANES Raum 136 oder digital, Beginn: 20.04.2021 (sic!)  –  Dozentin: Meinhold

(Modul AOP-MA-05.1; bei Studienbeginn bis SoSe 2020: AOP-MA-07)

Aus der Stadt Nuzi im mittleren Osttigrisgebiet, unweit der modernen irakischen Stadt Kirkuk, sind bis heute ca. 5000 Tontafeln bekannt geworden. Es handelt sich ganz überwiegend um Urkunden aus dem 14. Jh. v. Chr., die auf Akkadisch (Mittelbabylonisch) geschrieben sind, zugleich aber lexikalische und grammatikalische Einflüsse des Hurritischen aufweisen. Der Kurs vermittelt die sprachlichen Besonderheiten des sog. Hurro-Akkadisch. Die Teilnehmenden erwerben außerdem einen Überblick über die verschiedenen Arten von Rechts- und Wirtschaftsurkunden aus Nuzi sowie über die dort gefundenen Archive.

Literatur: Maidman, M. P. 1995: Nuzi: Portrait of an Ancient Mesopotamian Provincial Town, in: J. M. Sasson (Hrsg.), Civilisations of the Ancient Near East, New York, 931-947; Maidman, M. P. 2010: Nuzi Texts and Their Uses as Historical Evidence, WAW 18, Atlanta; Pedersén, O. 1998: Archives and Libraries, Bethesda, Maryland, 15-19; Wilhelm, G. 1998-2001: Nuzi.A.Philologisch, RlA 9, Berlin/New York, 636-639.

Voraussetzungen: Erfolgreicher Abschluss des Moduls AOP-BA-02 (Akkadisch I-II)
Leistungsnachweis: Klausur (Sollte im Sommersemester 2021 aufgrund der Corona-Epidemie keine Präsenzlehre möglich sein, wird anstelle der Klausur eine Hausarbeit als Leistungsnachweis dienen.)

Allgemeines Kolloquium

Do 10-12, IANES Raum 144 oder digital, Beginn 29.04.2021   –  Dozentin: Meinhold

Das Kolloquium dient der Vertiefung ausgewählter Studieninhalte und der Einführung in Themen des Faches und seines Umfeldes, die von aktuellem Interesse sind. Das Allgemeine Kolloquium bietet fortgeschrittenen Bachelor-Studenten die Möglichkeit, Teile ihrer im Entstehen begriffene Bachelor-Arbeiten zu präsentieren und sie zur Diskussion zu stellen.

Voraussetzungen: Erfolgreiches Bestehen von AOP-BA-02 und AOP-BA-03.

Forschungskolloquium

Mi 11-13, IANES, Raum 244 oder digital, Beginn 28.04.2021   –  Dozent: Fuchs

Das Forschungskolloquium bietet Master-Studenten Gelegenheit zur Erörterung wissenschaftlicher Spezialthemen außerhalb des aktuellen Lehrangebotes. Fortgeschrittene Masterstudenten erhalten Gelegenheit, die Kernpunkte ihrer Masterarbeiten vorzustellen und zu verteidigen.

Voraussetzungen: Erfolgreiches Bestehen des Prüfungsmoduls AOP-BA-07.

Babylonische Chroniken

Di 10-12, IANES Raum 140 oder digital, Beginn: 27.04.2021  –  Dozent: Fuchs

(Modul AOP-BA-06.2; bei Studienbeginn bis SoSe 2020: Modul AOP-BA-09)

Die wenigen erhaltenen Chroniken zur nahöstlichen Geschichte des 1. Jts v.Chr. sind einzigartige Quellen nicht nur im Hinblick auf chronologische Fragestellungen. Mit ihrer Hilfe lassen sich darüber hinaus die Informationen ergänzen und teilweise korrigieren, die uns die zeitgenössischen Inschriften der Könige bieten.

Literatur: A.K. Grayson, Assyrian and Babylonian Chronicles. Texts from Cuneiform Sources Vol. 5.  New York 1975. Jean-Jacques Glassner, Mesopotamian Chronicles. Writings from the Ancient World No.19. Atlanta 2004.

Voraussetzungen: Erfolgreiches Bestehen von AOP-BA-02.  
Leistungsnachweis: Klausur oder Hausarbeit.

Assurbanipals Prisma B

Mo 16-18, IANES Raum 136 oder digital, Beginn: 26.04.2021  –  Dozent: Fuchs

(Modul AOP-MA-02.1; bei Studienbeginn bis SoSe 2020: AOP-MA-02)

Die 649 verfasste Inschrift Assurbanipals (669-631) eröffnet, wenn auch aus sehr einseitiger Perspektive, Einblicke in die Geschehnisse der quellenarmen 650er-Jahre und damit in eine Situation des neuassyrischen Reiches, die sich grundlegend von jener der ebenfalls gut bezeugten 660er-Jahre unterscheidet.  

Literatur: Jamie Novotny, Joshua Jeffers, The Royal Inscriptions of Ashurbanipal (668-631 BC), Aššur-etel-ilāni (630-627), and Sîn-šar-iškun (626-612 BC), Kings of Assyria, Part 1. Eisenbrauns, University Park, Pennsylvania 2018. 51-80 Ashurbanipal 3.

Voraussetzungen: Erfolgreich abgeschlossenes Modul AOP-MA-01.
Leistungsnachweis: Klausur oder Hausarbeit

Der Schwarze Obelisk

Mo 10-12, IANES Raum 136 oder digital, Beginn: 26.04.2021  –  Dozent: Fuchs

(Modul AOP-MA-02.1; bei Studienbeginn bis SoSe 2020: AOP-MA-02)

Dieses letzte und zugleich berühmteste Monument Salmanassars III. (859-824) und seines obersten Feldherrn Daiān-Aššur ist mit einer längeren Inschrift versehen, die die Erfolge beider bis hin zum Jahre 826 feiert – unter Auslassung mehrerer missglückter Unternehmungen. Der zweite Teil der Veranstaltung wird den beschrifteten Abbildungen auf demselben Monument gewidmet sein, die überraschenderweise nicht die Situation des Jahres widerspiegeln, in der die Inschrift entstanden ist.

Literatur: A. Kirk Grayson, The Royal Inscriptions of Mesopotamia. Assyrian periods; Volume 3.  Toronto, Buffalo, London 1996. 62-71 A.0.102.14 und 148-151 A.0.102.87-91.

Voraussetzungen: Erfolgreich abgeschlossenes Modul AOP-MA-01.
Leistungsnachweis: Klausur oder Hausarbeit

Briefe aus Amarna

Do 10-12, IANES Raum 244 oder digital, Beginn: 29.04.2021  –  Dozent: Fuchs

(Modul AOP-MA-03; bei Studienbeginn bis SoSe 2020: AOP-MA-04)

Die zahlreichen akkadisch-sprachigen Briefe, die in den Ruinen der nur vorübergehend genutzten Residenzstadt des Pharao Echnaton erhalten geblieben sind, gehören mit zu den lebendigsten Hinterlassenschaften aus der Welt des Alten Orients. Je nach Interessenlage der Teilnehmer wird entweder die Korrespondenz mit den nahöstlichen Reichen oder das Drama des Stadtfürsten Rib-Haddi von Byblos im Zentrum der Veranstaltung stehen.  

Literatur: Anson F. Rainey. The El-Amarna Correspondence. A New Edition of the Cuneiform Letters from the Site of El-Amarna based on Collations of all Extant Tablets. Handbook of Oriental Studies / Handbuch der Orientalistik Vol.110/1-2. Leiden/ Boston 2015.

Voraussetzungen: Erfolgreich abgeschlossenes Modul AOP-MA-01.
Leistungsnachweis: Klausur oder Hausarbeit

Sumerisch I

Mo 12-14, IANES Raum 136 oder digital, Beginn: 26.04.2021  –  Dozentin: Matuszak

(Modul AOP-BA-03.1; bei Studienbeginn bis SoSe 2020: AOP-BA-05.1)

Das Basismodul Sumerisch Teil I bietet einen Überblick über einschlägige Hilfsmittel der Sumerologie (Printmedien und online tools) und vermittelt die Grundlagen der sumerischen Grammatik. Dabei werden aktuelle Fragen und Probleme der Forschung berücksichtigt. In Hinblick auf einen raschen Einstieg in die Lektüre von Originaltexten beschäftigen wir uns zudem mit dem Gebrauch der Keilschrift, wie er für das Sumerisch typisch ist, und machen uns mit Zeichenformen aus der zweiten Hälfte des dritten Jahrtausends vertraut.
Erwartet wird eine regelmäßige Teilnahme, das eigenständige Erlernen der Keilschriftzeichen und des Grundwortschatzes, sowie die Nachbereitung in Form von Hausaufgaben.

Literatur: Jagersma, B. (2010). A Descriptive Grammar of Sumerian. PhD dissertation Leiden (https://openaccess.leidenuniv.nl/handle/1887/16107); Volk, K. (2012). A Sumerian Chrestomathy. SILO 5. Wiesbaden; Steible, H. (1991). Die neusumerischen Bau- und Weihinschriften. FAOS 9. Wiesbaden; Edzard, D.O. (1997). Gudea and His Dynasty. RIME 3/1. Toronto; Frayne, D. (1997). Ur III Period (2112–2004 BC). RIME 3/2. Toronto.

Voraussetzungen: keine
Leistungsnachweis: Klausur

Sumerisch II

Mi 14-16, IANES Raum 136 oder digital, , Beginn: 28.04.2021  –  Dozentin: Matuszak

(Modul AOP-BA-03.2; bei Studienbeginn bis SoSe 2020: AOP-BA-05.2)

Basismodul Sumerisch Teil II widmet sich der Lektüre von einfachen Texten, an Hand derer die im ersten Teil erworbenen Grammatik- und Lexikonkenntnisse vertieft werden. Dabei geht es uns jedoch nicht nur um die sprachliche Erschließung der Texte, sondern auch um die Erfassung und Analyse ihres historischen Informationsgehalts sowie ihres historischen, politischen und sozialen Kontexts.
Erwartet wird eine regelmäßige Teilnahme und die eigenständige Vorbereitung der zu lesenden Texte.

Literatur: Jagersma, B. (2010). A Descriptive Grammar of Sumerian. PhD dissertation Leiden (https://openaccess.leidenuniv.nl/handle/1887/16107); Volk, K. (2012). A Sumerian Chrestomathy. SILO 5. Wiesbaden; Steible, H. (1991). Die neusumerischen Bau- und Weihinschriften. FAOS 9. Wiesbaden; Edzard, D.O. (1997). Gudea and His Dynasty. RIME 3/1. Toronto; Frayne, D. (1997). Ur III Period (2112–2004 BC). RIME 3/2. Toronto.

Voraussetzungen: Erfolgreicher Abschluss des Teilmoduls AOP-BA-03.1 (Sumerisch I)
Leistungsnachweis: Klausur

Quellen zur Geschichte des 3. Jahrtausends

Do 12-14, IANES Raum 136 oder digital, Beginn: 29.04.2021  – Dozentin: Matuszak

(Module AOP-BA-04.4, AOP-BA-05.3, AOP-BA-12.2, AOP-BA-13.2; bei Studienbeginn bis SoSe 2020: AOP-BA-06)

Im Rahmen dieses Lektürekurses werden wir gemeinsam zwei längere sumerische Inschriften des späten und mittleren dritten Jahrtausends v. Chr. lesen, um die im Basismodul erarbeiteten Lexikon-, Grammatik- und Keilschriftkenntnisse zu erweitern und zu vertiefen. Dabei geht es uns nicht nur um die sprachliche Erschließung der Texte, sondern auch um die Erfassung und Analyse ihres historischen Informationsgehalts sowie ihres historischen, politischen und sozialen Kontexts. Leitend wird unter anderem die Frage sein, inwieweit wir diese schriftlichen Hinterlassenschaften zur Rekonstruktion historischer Ereignisse verwenden können.
Erwartet wird eine regelmäßige Teilnahme und die eigenständige Vorbereitung der zu lesenden Texte.

Literatur: Steible, H. (1982). Die altsumerischen Bau- und Weihinschriften. FAOS 5/1–2. Wiesbaden; Frayne, D. R. (2008). Presargonic Period (2700–2350 BC). RIME 1. Toronto; Cooper, J. (1983). Reconstructing History from Ancient Inscriptions: the Lagash-Umma Border Conflict. SANE 2. Malibu; Frayne, D. R. (1993). Sargonic and Gutian Periods. Royal Inscriptions of Mesopotamia, Early Periods 2. Toronto; Römer, W.H.Ph. (1985). Zur Siegesinschrift des Königs Utuḫeĝal von Unug (+- 2116–2110 v. Chr.). Orientalia nova series 54, 274–288.

Voraussetzungen: Erfolgreicher Abschluss des Moduls AOP-BA-03 (Sumerisch I und II)
Leistungsnachweis: Klausur (Sollte im Sommersemester 2021 aufgrund der Corona-Pandemie keine Präsenzlehre möglich sein, wird anstelle der Klausur eine Hausarbeit als Leistungsnachweis dienen.)

Die Gudea-Zylinder

Mo 14-16, IANES Raum 136 oder digital, Beginn: 26.04.2021  –  Dozent: Fuchs

(Modul AOP-BA-05.3, AOP-BA-13.2; bei Studienbeginn bis SoSe 2020: Modul AOP-BA-07)

Für Studenten, die im Sumerischen bereits fortgeschritten sind: Gegenstand der Veranstaltung sind die Inschriften auf den beiden großen Tonzylindern, die Gudea, der wohl berühmteste Stadtfürst von Lagaš, der Nachwelt hinterlassen hat, und in denen er seine intensive Bautätigkeit beschreibt. Es liegen bereits gute Bearbeitungen des Textes vor, so dass mit zügigem Vorankommen gerechnet werden darf.

Literatur: Dietz Otto Edzard, Gudea and His Dynasty. The Royal Inscriptions of Mesopotamia. Early Periods; Volume 3/1. Toronto 1997. 69-106.

Voraussetzungen: Erfolgreiches Bestehen von AOP-BA-03.  
Leistungsnachweis: Klausur oder Hausarbeit.  

 

Vorderasiatische Archäologie und Palästina-Archäologie

Kulturentwicklung des Alten Orients: Von West nach Ost - interregionale Kontakte in Vorderasien im 3. Jahrtausend v. Chr.

Mi 10-12, digital via Zoom, Beginn: 28.04.2021  -  Dozent: Pfälzner

(Module VAA-BA-02/03/04; VAA-MA-04 (04.1/04.2/04.3); bei Studienbeginn bis SoSe 2020: VAA-BA-9/10/11; VAA-MA-4.1/4.2/4.3)

Die Frühe Bronzezeit war eine Periode intensiver interregionaler Kontakte im gesamten Raum Vorderasiens. Diese erstreckten sich von Anatolien und Syrien im Westen über Mesopotamien in den Iran und den Raum des Persischen Golfs bis nach Indien und Zentralasien. In dieser Vorlesung soll die Kulturentwicklung der verschiedenen Regionen während des 3. Jahrtausends v. Chr. betrachtet werden. Dabei wird jeweils ein besonderes Augenmerk darauf geworfen werden, zu betrachten, welche archäologischen Hinweise es auf interregionale Kontakte und Kulturaustausch gibt. Ein besonderer Schwerpunkt wird auf dem Bereich der syrischen Ǧazirah liegen, insbesondere dem Oberen Ḫabur-Gebiet in Syrien, welches eine bemerkenswerte Urbanisierung während der Frühen Bronzezeit erfahren hat. Wir werden Beispiele der berühmten Kranzhügel besprechen, aber auch andere frühe Zentren, wie den Tell Brak, die alte Stadt Nagar. Im westlichen Syrien wird Ebla mit seinem berühmten Palast und dem bedeutenden Archiv im Fokus stehen. Im Libanon werden wir insbesondere Byblos betrachten. Über Anatoliens wird der Blick dann weiter auf den Iran gerichtet sein, wo im 3. Jahrtausend v. Chr. auf Basis der angesprochenen interregionalen Kontakte ebenfalls bedeutende kulturelle Entwicklungen zu beobachten sind.

Voraussetzungen: Offen für alle Interessent*innen. Anmeldung bitte über ILIAS.

Einführung in die Vorderasiatische Archäologie und Palästina-Archäologie, Teil II: Methoden und Theorien

Mi 13-14, digital via ILIAS-Chat, Beginn: 28.04.2021  -  Dozent: Pfälzner

(Module VAA-BA-01 (Teil 2); bei Studienbeginn bis SoSe 2020: VAA-BA-1)

Im zweiten Teil der Einführung in die Vorderasiatische Archäologie wird in die Methoden und Theorien des Faches eingeführt. Es wird dabei um die folgenden Themen gehen: eine Einführung in die Forschungsgeschichte; die grundlegenden feldarchäologischen Methoden in Bezug auf Surveys und auf Ausgrabungen; die geläufigsten Auswertungsmethoden von Feldforschungsarbeiten; eine Übersicht über wichtige naturwissenschaftliche Methoden; die Erläuterung der kunstgeschichtlichen Methoden; eine breite Darstellung der modernen sozio-archäologische Methoden in Bezug auf siedlungsarchäologische Analysen, die Analyse sozialer Systeme, die Analyse ökonomischer Systeme und die Analyse politischer Systeme; abschließend eine Übersicht über die wesentlichen Theorien-Paradigmata. Der behandelte Stoff wird am Ende des Semesters mittels eine schriftlichen Klausur überprüft.

Voraussetzungen: Pflichtveranstaltung für alle BA-Studierenden. Zusätzlich frei für alle Interessierten. Anmeldung bitte über ILIAS.
Leistungsnachweis: Klausur

Mechanismen eines Imperiums – das neuassyrische Reich

Do 16-18, digital via Zoom, Beginn: 29.04.2021  -  Dozent: Pfälzner

(Module VAA-BA-09/10/11/15; VAA-MA-01 (01.1/01.2); bei Studienbeginn bis SoSe 2020: VAA-BA-2/3/8; VAA-MA-2/3)

Das neuassyrische Reich des 1. Jahrtausends v. Chr. (ca. 1050 – 612 v. Chr.) war das bis dahin größte und dauerhafteste Staatsgebilde, das sich im Gebiet Vorderasiens etabliert hatte. Es war das erste Reich, das die Dimensionen und Mechanismen eines Imperiums annahm. Die imperiale Struktur erforderte ein effizientes Kriegswesen, einen straffen Staatsaufbau und eine gut organisierte Verwaltung, aber auch eine übergeordnete Ideologie. Letztere wurde in Form von Monumenten, Gegenständen, Gebäuden, bis hin zu Objekten der „Kleinkunst“ vermittelt und über das Reichsgebiet verteilt. Diese Aspekte der materiellen Kultur des neuassyrischen Reiches wollen wir in diesem Seminar behandeln. Es wird um die Stadtplanung und den Aufbau von Stadtanlagen, um die Siedlungsexpansion, die Erschließung von Landschaften durch Felsreliefs und Bewässerungssysteme gehen, aber auch um die Ausgestaltung der Machtzentren durch Paläste und deren Skulpturenprogramm sowie um das Herrscherbild. Auch die Tempel und ihre religiöse und politische Bedeutung sollen behandelt werden. Durch die Betrachtung der Grabstätten kann die gesamte soziale Struktur der assyrischen Gesellschaft beleuchtet werden, von den Königen bis zur einfachen Bevölkerung. Auch die mobilen Objekte sollen behandelt werden, insbesondere Schmuck, Elfenbeine und Siegel, die über weite Räume des Reiches zirkulierten. Ziel des Seminars soll es sein, zu verstehen, welchen Anteil die materielle Kultur an der Konstituierung und dem Machterhalt des neuassyrischen Reiches hatte und wie die Bevölkerung in dieses Reich integriert wurde. Zu diesem Zweck wollen wir uns insbesondere mit der Ideologie beschäftigen, die über die materielle Kultur vermittelt wurde.

Themen:
•    Die Geschichte des neuassyrischen Imperiums
•    Neuassyrische Stadtanlagen und Stadtplanung
•    Siedlungsentwicklung in neuassyrischer Zeit im Zentrum und in den Provinzen
•    Die Kanalsysteme der neuassyrischen Zeit
•    Die Felsreliefs und die Gestaltung der Landschaft
•    Die Neuassyrischen Königsresidenzen
•    Die neuassyrischen Reliefprogramme – Programmatik, Botschaft, Propaganda?
•    Herrscherbilder und Monumente
•    Gräber, Grüfte und Grabinventare (Schmuck) in neuassyrischer Zeit
•    Kult und Tempel in neuassyrischer Zeit
•    Die Bedeutung der Elfenbeine in der neuassyrischen Zeit
•    Neuassyrische Glyptik: Themen und deren Bedeutung

Voraussetzungen: Für alle Interessent*innen offen. Anmeldung bitte über ILIAS.
Leistungsnachweis: Wird in der ersten Sitzung mitgeteilt.

Von prähistorischen Kultstätten zu den sumerischen Tempeln - Die frühen Heiligtümer des Alten Orients

Do 14-16, digital via Zoom, Beginn: 29.04.2021  -  Dozent: Pfälzner

(Module VAA-BA-05/06/11/15; VAA-MA-02/03; bei Studienbeginn bis SoSe 2020: VAA-BA-4/5/8; VAA-MA-1.1/1.2)

In dem Seminar sollen Kultbauten und Kultstätten im Alten Vorderasien von den Anfängen im Neolithikum bis zu den großen Heiligtümern der Uruk-Zeit behandelt werden. Es soll darum gehen, auf diese Weise das Aufkommen religiöser Konzepte und deren Veränderungen vom 10. bis 4. Jahrtausend v. Chr. zu verfolgen (ca. 10.000 – 3.000 v. Chr.). Dabei sollen nicht nur „Tempel“ im eigentlichen Sinn, deren Zuweisung bisweilen umstritten ist, sondern „heilige Orte“ in allgemeiner Weise betrachtet werden. Ausgangspunkt der Diskussionen wird die These von Jaques Cauvin zur „Geburt der Religion“ im Neolithikum sein. Wir wollen ferner die Interpretation der neolithischen Bauten von Göbekli Tepe als die „ersten Tempel“ der Menschheit kritisch hinterfragen. Weitere kultische Plätze des Neolithikums bis Chalkolithikums in verschiedenen Regionen Vorderasiens, von Anatolien bis Mesopotamien, sollen betrachtet werden. Den Tempel von Eridu aus der Obeid-Zeit, die als die ersten Tempel Mesopotamiens gelten, wird ein besonderes Augenmerk gelten. Aber auch die annähernd gleichzeitigen „Tempel“ in Tepe Gawra in Nordmesopotamien sind hier zu behandeln. Ein besonderer Fokus des Seminars wird auf dem Späten Chalkolithikum (4. Jtsd. v. Chr.) liegen: Hier werden die großen Heiligtümer der Uruk-Zeit, insbesondere die Anlagen in Uruk, Tell Uqair und Tell Brak, aber auch Heiligtümer in anderen Regionen, wie in Arslantepe in Anatolien oder Susa im Iran, vergleichend behandelt werden. Bei allen den zu besprechenden religiösen Komplexen werden wir uns mit der grundlegenden Frage auseinandersetzen, ob deren religiöse Funktion tatsächlich erwiesen ist und welche archäologischen Kriterien wir dafür in Anspruch nehmen können. Das Ziel des Seminars ist es folglich, die archäologischen Methoden für die Ansprache von frühen Heiligtümern zu erlernen und kritisch zu hinterfragen.

Zu behandelnde Themen und Orte:
•    Die Geburt der Religion im Neolithikum (Die Theorien von Jacques Cauvin)
•    Die „Tempel“ (?) von Göbekli Tepe
•    Das Schädelgebäude von Cayönü
•    Der „Schädelkult“ im Neolithikum
•    Die Rituale in Ain al-Ghazal
•    Die Kultstätten von Catal Hüyük
•    Der Halafzeitliche „Death Pit“ in Domuztepe
•    Die Tempelsequenz der Obeid-Zeit in Eridu
•    Der vermutliche Tempel-Palast-Komplex von Arslantepe (VII-VI)
•    Die Tempel von Tepe Gawra XIII
•    Die Bedeutung der Pfeiler-Nischenfassaden in der frühen religiösen Architektur Mesopotamiens (Tepe Gawra. Tulul eth-Thalathat)
•    Die große Terrasse von Susa
•    Das Eanna-Heiligtum in Uruk während der Uruk-Zeit
•    Die Anu-Zikkurat in Uruk während der Uruk-Zeit
•    Die Augentempel von Tell Brak
•    Der Painted Temple von Tell Uqair

Voraussetzungen: Für alle Interessent*innen offen. Anmeldung bitte über ILIAS.
Leistungsnachweis: Wird in der ersten Sitzung mitgeteilt.

Bei Töpferinnen und Töpfern: Keramik-Ethnoarchäologie

Mi 16-18, digital via Zoom, Beginn: 28.04.2021  -  Dozent: Pfälzner

(Module VAA-BA-07/08/14; VAA-MA-05 (05.1/05.2); bei Studienbeginn bis SoSe 2020: VAA-BA-6/7; VAA-MA-5.1/5.2)

Die Keramik gehört zu den wichtigsten Objektgruppen der Archäologie. Auch für die Vorderasiatische Archäologie hat die Keramik eine herausragende Bedeutung, weil sie die Grundlage für die Chronologien und die regionalen kulturellen Vergleiche bildet. Der Umgang mit Keramik gehört deshalb zu den Grundkompetenzen einer Archäologin und eines Archäologen. Keramik ist aber weitaus mehr als Typologie und Chronologie. Keramik ist ein Produkt, welches die gesamte Bevölkerung der verschiedenen Kulturen hinsichtlich ihrer Produktion und ihrer Verwendung betroffen hat. Sie erlaubt uns folglich Einblicke in breite Teile der altorientalischen Gesellschaften, also auch in soziale Schichten, die sonst nicht im archäologischen Fundgut repräsentiert sind. In diesem Seminar sollen Einblicke geschaffen werden in die verschiedenen Aussagemöglichkeiten von Keramik jenseits von Typologie und Chronologie. Wir wollen behandeln, wie Keramik produziert wird, welche verschiedenen Techniken es gibt, wer Keramik produziert, insbesondere welchen Anteil Frauen und Männer daran haben, wie Werkstätten organisiert waren und wie die Keramik von den Produzenten zu den Verbrauchern gelangte. Zu diesem Zweck wollen wir uns auf die Keramik-Ethnoarchäologie stützen. Wir wollen also beobachten, wie Töpferinnen und Töpfer traditionell in verschiedenen Kulturen rund um die Welt arbeiten, und uns überlegen, ob und in welcher Weise diese Erkenntnisse auf die Keramikforschung zum Alten Vorderasien anwendbar sind. Falls es die Pandemie-Situation erlauben sollte, wollen wir im Juli auch einen Besuch des Freilichtmuseums „Campus Galli“ bei Meßkirch mit seiner Demonstration experimenteller antiker Töpfertechniken unternehmen.

Themen:
•    Einführung in die Ethnoarchäologie
•    Keramikökologie
•    Keramikproduktionsökonomie
•    Keramikdistribution
•    Keramikstilinterpretation
•    Keramikfunktion und Keramikkontextanalysen
•    Keramiktechnologie I: Der ethnoarchäologische Ansatz
•    Keramiktechnologie II: Subsaharisches Afrika
•    Keramiktechnologie III: Im heutigen Ägypten
•    Keramiktechnologie IV: Zypern und Griechenland
•    Keramikarchäometrie: Terminologie und naturwissenschaftliche Verfahren zur Keramikbeschreibung
•    Keramikklassifikation (praktische Übung)    
•    Keramikproduktion experimentell (Campus Galli?, oder Video)

Voraussetzungen: Für alle Interessent*innen offen. Anmeldung bitte über ILIAS.
Leistungsnachweis: Wird in der ersten Sitzung mitgeteilt.

Magistranden- und Doktorandencolloquium der Vorderasiatischen Archäologie

Mi 18-20 (2-wöchentl.), IANES oder digital, Beginn: 28.04.2021  -  Dozent: Pfälzner

Ägyptologie