Universitätsbibliothek

Kriegsliteratur aus der Schenkung Laiblin

Die Sammlung

Die etwa 10.000 Einzeltitel (eine exakte Zahl lässt sich nicht ermitteln) der Schenkung „Kriegsliteratur Laiblin“ sind im Büchermagazin nicht zusammenhängend aufgestellt, sondern auf nahezu alle Bestandsgruppen verteilt. In der bis 1960 geführten systematischen Aufstellung der UB Tübingen findet sich Kriegsliteratur vor allem in den Fachgebieten Geschichte, Schöne Literatur, Recht, Theologie und Medizin. 

Aus heutiger Sicht erscheint es immer wieder erstaunlich und auch beklemmend, was für eigenartige, emotional stark aufgeladene Traktate der Erste Weltkrieg hervorgebracht hat. Es sind Schriften aus dem In- und Ausland bzw. den von Deutschland besetzten Gebieten, darunter sehr viele Kleinschriften, Propagandaliteratur, Kriegspredigten, Erlebnisberichte, Schriften über Schlachten, sowie als Besonderheit eine Sammlung von Maueranschlägen.

Auffallend sind die nach einheitlichem Muster gefertigten Einbände für die „Kriegsliteratur Laiblin“: Es sind olivgrüne Buchbindereinbände überzogen mit Industriewellenmarmorpapier, verziert durch einen gesprengten Schnitt. Umfangreichere Werke sind in ihren Originaleinbänden belassen worden. Alle Bände, die mit Laiblins Zuwendungen angeschafft wurden, erhielten außerdem ein einheitliches Exlibris mit dem jeweiligen Erwerbungsjahr.

Quelle:

Lagler, Wilfried: Karl Geiger und sein „Liebeskriegswerk“. – In: Kriegssammlungen 1914-1918 / hrsg. von Julia Freifrau Hiller von Gaertringen. – Frankfurt : Klostermann, 2014.  
Signatur: 54 A 4406

Louis Laiblin und Karl Geiger - Der Stifter und der Bibliothekar

Zu den vielen württembergischen Kultureinrichtungen, die der in Pfullingen lebende Mäzen und Privatier Louis Laiblin (1861- 1927) mit Geldzuwendungen förderte, gehörte neben der Stadt Pfullingen (Pfullinger Hallen, Schönbergturm) oder der Hofbibliothek in Stuttgart auch die Tübinger Universitätsbibliothek. Laiblins großes Vermögen beruhte auf der im Jahre 1892 erfolgten Auszahlung von Geschäftsanteilen seines verstorbenen Vaters an der Papierfabrik Gebr. Laiblin in Pfullingen in Höhe von etwa 900.000 Goldmark. Laiblin zog sich aus der Geschäftsleitung zurück und überließ diese seinen beiden Vettern.  

Der damalige Direktor der Universitätsbibliothek, Karl Geiger (1855-1924), war schon vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges in Kontakt mit verschiedenen Privatpersonen getreten, um sie um finanzielle Unterstützung beim Ankauf besonders teurer Werke und zur Schließung von Bestandslücken zu bitten. Im Zeitraum zwischen 1905 und 1919 erhielt die UB Tübingen von Laiblin insgesamt elf Geldzuwendungen im Umfang von 19.000 Mark zur Anschaffung von Literatur. 

Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges plante Geiger den Aufbau einer umfassenden Sammlung in- und ausländischer Literatur, die „den Weltkrieg, seine Heldentaten und seinen tragischen Ausgang“ in allen nur möglichen Facetten zum Inhalt hatte. 
Laiblin war sofort bereit, diese Sammlung von Kriegsliteratur mit seinen Geldstiftungen zu ermöglichen, auf die Auswahl der Literatur selbst nahm er keinen Einfluss.

Literatur:
Louis Laiblin, Privatier : ein schwäbischer Mäzen / Hermann Taigel. - Pfullingen : Geschichtsverein Pfullingen, 2005.
(Beiträge zur Pfullinger Geschichte / hrsg. vom Geschichtsverein Pfullingen ; 14)
Signatur: ZA 5322-14.2005

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