Institute of Media Studies

Prof. Dr. Martina Thiele

Prof. Dr. Martina Thiele ist Professorin für Medienwissenschaft mit dem Schwerpunkt Digitalisierung und gesellschaftliche Verantwortung

 Zum Lehrstuhl für Digitalisierung und gesellschaftliche Verantwortung

Universität Tübingen
Medienwissenschaft
Wilhelmstraße 50
72074 Tübingen
Raum 130a

 +49 (0) 7071 29-75302
martina.thielespam prevention@uni-tuebingen.de
 

Aktuelles

Sprechstunde im Wintersemester 2023/24

Prof. Dr. Thiele ist im Wintersemester 2023/24 im Forschungssemester. Bitte wenden Sie sich zur Terminvereinbarung telefonisch oder per Mail unter Nennung Ihres Anliegens an Frau Ute Eberhardt ( 07071/2972346 / ute.eberhardtspam prevention@uni-tuebingen.de)

Vortrag „Medien – Krieg – Geschlecht: Alte und neue Stereotype in digitalisierten Öffentlichkeiten”

Prof. Dr. Martina Thiele referiert am 27.11.2023 zum Thema „Geschlechterstereotype in Zeiten des Krieges“ und stellt die mediale Konstruktion von Held:innen- und Feind:innenbildern zur Diskussion. Das Tagungsprogramm finden Sie hier: https://www.evangelisches-zentrum.de/braucht-der-krieg-das-patriarchat/ 
Eine Zusammenstellung von Publikationen zum Thema Medien und Krieg hier: Publikationen zu Medien und Krieg

Das Instagram-Projekt @ichbinsophiescholl von SWR und BR als medienethische Herausforderung

Die Jahrestagung 2023 der DGPuK-Fachgruppe Kommunikations- und Medienethik widmete sich dem Thema „Digitalisierte Massenkommunikation und Verantwortung. Politik, Ökonomik und Ethik von Plattformen“. Martina Thiele und Tanja Thomas haben daran teilgenommen und zum Thema „Instagram zur Erfüllung des öffentlich-rechtlichen Auftrags? Was in der Debatte über @ichbinsophiescholl keine Rolle spielte“ vorgetragen. Als „Leerstelle“ im Mediendiskurs über das sogenannte „Leuchtturmprojekt“ von SWR und BR identifizierten sie die kritische Auseinandersetzung der „Kooperation“ zwischen beitragsfinanzierten öffentlich-rechtlichen Anstalten und datensammelnden Plattformen von Techkonzernen wie Meta. Einen Bericht über die Veranstaltung finden Sie u.a. in M – Menschen machen Medienhttps://mmm.verdi.de/beruf/plattformen-und-journalismus-87401 , einen wissenschaftlichen Aufsatz der Referentinnen zum Thema in der Fachzeitschrift Journalistik/Journalism Research unter https://journalistik.online/en/paper-en/really-sophie-scholl-on-instagram/

Den Band „Kriegsreporterinnen“ von Rita Kohlmaier rezensiert Martina Thiele für r:k:m
Den Band gibt es jetzt zu einem vergünstigten Preis bei der Bundeszentrale für Politische Bildung (BPB), siehe: https://www.bpb.de/shop/buecher/schriftenreihe/541797/kriegsreporterinnen/?pk_campaign=nl2023-11-01&pk_kwd=541797

 

In der 2. Auflage des "Handbuchs Journalismustheorien" befassen sich Martina Thiele und Elisabeth Lueginger mit den „Publika des Journalismus“. Link zum Beitrag im Handbuch „Journalismustheorien“: https://doi.org/10.1007/978-3-658-32153-6_40-1

Im Band "New Perspectives on Imagoloy" ist der Beitrag "Categories, Stereotypes, Images, and Intersectionality" von Martina Thiele erschienen. Der open access-Band ist abrufbar unter der https://brill.com/display/title/58016?alreadyAuthRedirecting

 

"Journalistikon – das Wörterbuch der Journalistik" erklärt nun auch „Cancel Culture“. Und in der Ausgabe 1/2020 der Fachzeitschrift Journalistik finden Sie den Beitrag „Political Correctness und Cancel Culture – eine Frage der Macht! Plädoyer für einen Perspektivwechsel.“ 

Das Handbuch "Politischer Journalismus" ist erschienen. Martina Thieles Beitrag behandelt "Stereotypisierung".
Thiele, Martina (2021): Stereotypisierung. In: Handbuch Politischer Journalismus. Hrsg. von Marlis Prinzing und Roger Blum. Köln: Herbert von Halem, S. 618-625.
https://www.halem-verlag.de/handbuch-politischer-journalismus/ 

Das Profil

Die Professur vertritt das Fach Medienwissenschaft in seiner Breite bei gleichzeitiger Profilierung im Bereich Digitalisierung und gesellschaftliche Verantwortung. Die Digitalisierung durchzieht sämtliche Bereiche des Lebens und verändert dabei auch Medienproduktion, -inhalte und -gebrauch grundlegend. Daher ist Medien- und Kommunikationswissenschaft zugleich „Digitalisierungswissenschaft“. Das jedoch nicht erst, seitdem die Digitalisierung ganz weit oben auf der Agenda von Politik und Wirtschaft steht, sondern bereits seit mehr als drei Jahrzehnten. Entscheidend ist aus Sicht einer sozial- und kulturwissenschaftlich fundierten, interdisziplinär verankerten Medienwissenschaft, die Digitalisierung in ihrer technischen und ökonomischen, rechtlichen, ethischen und sozialen Dimension zu fassen, um individuelle wie gesellschaftliche Ursachen und Folgen eines veränderten Medienhandelns zu analysieren und sich am gesellschaftlichen Diskurs zu beteiligen.

Mit diesem Fachverständnis und in dem Wissen, dass Entgrenzungsprozesse beschleunigt stattfinden – sei es zwischen Kommunikator*in und Rezipient*in, Öffentlichkeit und Privatheit, Journalismus und Public Relations, nationalen und transnationalen Medienkulturen oder Information und Unterhaltung – werden am Lehrstuhl zwei Themenbereiche verstärkt bearbeitet: der eine umfasst das Verhältnis von Öffentlichkeiten, Medien, Demokratie und ist stärker auf der Makroebene angesiedelt, der andere fokussiert auf soziale Ungleichheit, auf Inklusion und Exklusion in und durch Medien und nimmt Mikro- und Mesoebene in den Blick. Im Mittelpunkt stehen Wandlungsprozesse durch digital vernetzte Medien, die Formierung von Protestbewegungen und alternativen Öffentlichkeiten, Ein- und Ausschlüsse sozialer Gruppen, Möglichkeiten der Teilhabe, Medienhandeln und Medienaneignung. Die Forschung zu Medien und Stereotypen aus intersektionaler Perspektive ermöglicht, diese Themenbereiche zu verbinden, sie theoretisch zu fundieren und empirisch zu bearbeiten und dabei beispielsweise die Reproduktion von Geschlechterstereotypen und Rassismen durch Algorithmen und Künstliche Intelligenz in den Blick zu nehmen.

Ein wichtiges Anliegen der am Lehrstuhl tätigen Wissenschaftler*innen ist, eine öffentlichkeitstheoretisch fundierte, auf Partizipation zielende, (ideologie-)kritische Haltung innerhalb und außerhalb der Universität zu vertreten und Digitalisierung als vielschichtiges und folgenreiches, dennoch aktiv gestaltbares Phänomen zu kommunizieren. Wissenstransfer soll in mehrere Richtungen erfolgen. Mit der neuen Profillinie „Öffentlichkeit und Verantwortung“ des Tübinger Masterstudiengangs Medienwissenschaft bieten sich vielfältige Chancen, Studierenden und allen interessierten Bürger*innen Kenntnisse über Öffentlichkeiten, Medienkulturen sowie verantwortliches Medienhandeln zu vermitteln mit dem Ziel den gesellschaftlichen Diskurs zu beleben.

Curriculum Vitae

Martina Thiele studierte an der Georg-August-Universität Göttingen Slavische Philologie, Publizistik- und Kommunikationswissenschaft sowie Politikwissenschaft und Germanistik. Am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig und promovierte mit einer Arbeit zu „Publizistischen Kontroversen über den Holocaust im Film“. 2001 wechselte sie ans Dortmunder Institut für Journalistik und arbeitete als wissenschaftliche Mitarbeiterin im DFG-Schwerpunktprogramm „Lesesozialisation bei Informationsmedien“. Nebenbei war sie journalistisch und beratend tätig, u.a. für das Mediaconsulting Team.

Von 2003 bis 2020 forschte und lehrte Dr. Martina Thiele am Fachbereich Kommunikationswissenschaft der Paris Lodron Universität Salzburg. Zu ihren Schwerpunkten in Forschung und Lehre zählten Kommunikationstheorien, Mediensysteme im internationalen Vergleich, Kommunikations- und Mediengeschichte, Öffentlichkeiten sowie soziale Ungleichheit in und durch Medien. Ihre Habilitationsschrift „Medien und Stereotype. Konturen eines Forschungsfeldes“ erschien 2015 in der Reihe Critical Media Studies des transcript-Verlages.

Prof. Dr. Martina Thiele war seit 2010 Mitglied und später Vorsitzende des Interdisziplinären Expert*innenrates Gender Studies an der Universität Salzburg. Sie beantragte und leitete von 2016 bis 2020 die vom Land Salzburg geförderte Doctorate School geschlecht_transkulturell. Das Angebot einer Professur für Gender Studies an der PLUS erreichte sie zur selben Zeit wie der Ruf aus Tübingen. Seit Mai 2020 lehrt und forscht Martina Thiele als Professorin mit dem Schwerpunkt Digitalisierung und gesellschaftliche Verantwortung am Tübinger Institut für Medienwissenschaft.

Vollständige Publikationsliste

 (Stand November 2023) hier zum Download

(Medien-)wissenschaftliche Aktivitäten

Prof. Dr. Martina Thiele ist Mitglied verschiedener wissenschaftlicher Fachgesellschaften (DGPuK, ÖGK, ECREA, IAMCR) und Forschungsnetzwerke. Sie ist Mitherausgeberin der deutsch- und englischsprachigen Fachzeitschrift Journalistik, im Beirat von Medien & Zeit, Global Media Journal, SCM und als Gutachterin weiterer Fachpublikationen tätig.

  • 2007-2011 Sprecherin der DGPuK-Fachgruppe Medien, Öffentlichkeit und Geschlecht
  • Seit 2019 Mitglied der DGPuK-Theorie-Preis-Jury
  • Seit 2020 Mitglied der Jury zur Verleihung des Hans Bausch Media-Preises
  • Seit 2021 Mitglied des Habilitationsausschusses der Philosophischen Fakultät
  • Seit 2022 Mitglied der Jury zur Vergabe des Digitale Bildung Award
  • Seit 2022 Mitglied im Beirat des Tübinger Forum für Wissenschaftskulturen
  • Seit 2023 Mitglied der vom Senat der Universität Tübingen gewählten Kommission zur Untersuchung von Fehlverhalten in der Wissenschaft

Abgeschlossene drittmittelgeförderte Forschungsprojekte

Seit 2016 führen Prof. Dr. Martina Thiele und ihr Team jährlich im Auftrag der ORF-Medienforschung und der ORF-Gleichstellungskommission Forschungsprojekte zu Geschlechterkonstruktionen im ORF-Programm durch. Untersucht wurden bislang diverse Magazin-Sendungen, Sportberichterstattung und Nachrichten. 2019 wurde das Gesamtprogramm von ORF1 und ORF2 an einem Stichttag erhoben. Dieses Gender Monitoring zielt auf ein Projekt ähnlich dem 50:50 - Projekt der BBC: die Redaktionen entwickeln gemeinsam mit den Forscher*innen Ansätze für mehr Geschlechtergerechtigkeit in den Redaktionen – und auf dem Bildschirm. 

Zu den mit Drittmitteln geförderten Projekten zählt auch die Doctorate School geschlecht_transkulturell. Das Land Salzburg finanzierte zwei Doktorandinnenstellen über vier Jahre. 

Im Auftrag der Landtagsfraktion der Partei Die Grünen hat Thiele 2019 eine Studie zu Politik und Sprache, Framing und Diskursverschiebungen erstellt. Im Mittelpunkt standen die parlamentarischen Initiativen, Anträge und Anfragen der FPÖ.