Exzellenzstrategie

Geförderte Projekte 2024

Ambivalenter Bildungsaufstieg

Kultur- und sozialwissenschaftliche Zugänge im Dialog. Sozialer Aufstieg durch Bildung nötigt nicht allein Respekt für individuelle Anstrengungen ab, er gilt auch als Kennzeichen eines fairen Bildungssystems. Indes zeigen Forschungen, dass der Bildungsaufstieg häufig als hochgradig ambivalent erlebt wird. Um Bildungsaufstiege in ihrer Widersprüchlichkeit zu erforschen, wählt das Projekt einen neuen Zugang: Es macht Autosoziobiografien sowie verwandte Textsorten zum Forschungsgegenstand und organisiert die Kooperation von Erziehungs-, Literatur-, Geschichtswissenschaft und Soziologie. In Form eines interdisziplinären Graduiertenkollegs soll ein innovativer Forschungsverbund etabliert werden, der über den deutschsprachigen Raum hinaus ein Alleinstellungsmerkmal besäße.

Projektkoordination

Principal Investigator:
Prof. Dr. Markus Rieger-Ladich  
Institut für Erziehungswissenschaft  
Universität Tübingen  
Münzgasse 26
72070 Tübingen  
E-Mail:  markus.rieger-ladichspam prevention@uni-tuebingen.de

Publikationen

  1. Brahm, T., & Haag, L. (2025). The gender gap in economic and financial literacy: A review and research agenda. International Journal of Consumer Studies, 49, e70031. doi.org/10.1111/ijcs.70031
  2. Mengilli, Y. (2025). Making a home, aber wie und mit wem? In C. Reutlinger, A. Pohl & A. Krass (Eds.), Making a home in der Stadt. Sozialraumforschung und Sozialraumarbeit (Vol. 28). Springer VS. doi.org/10.1007/978-3-658-48329-6_12
  3. Mengilli, Y., & Reutlinger, C. (2025). "Social butterfly" und "voll der Stein": Sozialräumliche Positionierungen von Mädchen*. Zeitschrift für Soziologie der Erziehung und Sozialisation, 2, 123–140.
  4. Petrik, F. (2025). Practices of becoming: What and how do first-generation students learn when transitioning to university? Studies in Adult Education and Learning / Andragoska spoznanja, 32(2), 135–153.
  5. Petrik, F. (2025). Student*in werden als soziale Praxis: Bildungsaufsteiger*innen an österreichischen Universitäten. Österreichische Zeitschrift für Soziologie, 50, 1–19. (Open Access)
  6. Petrik, F. (2025). The role of work: Understanding learning experiences in higher education beyond the institution. In M. Bernhard, S. Billett, C. Hof, K. Kraus, V. Marsick & P. Sawchuk (Eds.), Seeing learning differently: Societal challenges, conceptual approaches, and empirical insights (in press).
  7. Petrik, F., Preite, L., Zhou, L., & Jurt, J. (2025). Mit Édouard Louis die Widersprüche des Aufstiegs erkunden: Autosoziobiografische Perspektiven. Zeitschrift für Soziologie der Erziehung und Sozialisation, 45(4), 341–356.
  8. Petrik, F., & Samaluk, B. (2025). Life course transitions, learning and social change (Special Issue). Studies in Adult Education and Learning / Andragoska spoznanja, 31(2). (Open Access9
  9. Rieger-Ladich, M. (2025). Privilegien: An Ongoing Scandal. Paragrana, 34(1), 43–54.
    (Revised and updated version.) 
  10. Petrik, F. (2025): Bildungsaufstieg als epistemologische Herausforderung. Paragrana, 34(3), i.E.

  11. Petrik, F.,& Rieger-Ladich, M. (2025): Vollmundige Versprechungen. Über Risiken und Nebenwirkungen der Rede vom Bildungsaufstieg. In: Weiß, G., Brinkmann, M., Jergus, K. (Hrsg.): Zukunft – zwischen Öffnungen und Schließungen. Zur gegenwärtigen Problematik pädagogischer Zukunftsentwürfe. Weinheim: Beltz Juventa.

  12. Diederichs, Miriam, Grabau, Christian, Rieger-Ladich, Markus (2024): Gesteigerte Reflexivität: Wie die Erforschung von Bildungsaufstiegen die Hochschullehre verändern kann. In: Möller, C., Blome, F., Reuter, J. (Hrsg.): Sozialer Aufstieg durch Bildung? Theoretische Zugänge, empirische Einsichten. Weinheim: Beltz Juventa, S. 101–120.

  13. Rieger-Ladich, M., & Petrik, F. (2024): Wider die Rhetorik der Authentizität: Wie sich die Erzählung vom Bildungsaufstieg (nicht) analysieren lässt. In: Kratz, M., Dlugosch, A., Heß, M. (Hrsg.): Biographisches Erzählen als professioneller Bildungsraum. Gießen: Psychosozialverlag, S. 177–207.

  14. Rieger-Ladich, M. (2024): Abschied von den einsamen Helden. Wie sich die Rede von Bildungsaufstieg verkomplizieren lässt. In: Ammann, K., Emmenegger, F., Gerstgrasser, R., Ibrahim, O., Rucker, T.,  Welti, G. (Hrsg.): Bildsamkeit – Komplexität – Werteorientierung. Beiträge zur erziehungswissenschaftlichen Grundlagenforschung. Bad Heilbrunn: Verlag Julius Klinkhardt, S. 205–221.

Outreach - eine Auswahl


GENONESIA

Die Erforschung der ostpolynesischen Geschichte anhand eines archäogenomischen Zeittranssekts. Das Polynesische Dreieck, eine Gruppe von mehr als tausend Inseln, die sich über zwei Millionen km² im Pazifischen Ozean erstrecken, markierte die östlichste Grenze einer der größten menschlichen Expansionen in den offenen Ozean. Diese Ausbreitung, zusammen mit späteren Wanderungen und Interaktionen, hat die heutige kulturelle, sprachliche und genetische Vielfalt polynesischer Gemeinschaften geprägt.
Wir untersuchen die Genome frühzeitlicher Ostpolynesier, um Einblicke in die Siedlungsgeschichte, die Gesundheit sowie die Entwicklung sozialer Praktiken im Verlauf der Zeit zu gewinnen. Ein zentrales Ziel ist der Aufbau eines starken Netzwerks ostpolynesischer Gemeinschaften in Zusammenarbeit mit lokalen Archäologen und Linguisten. Dieses Netzwerk soll als Grundlage für eine kontinuierliche Zusammenarbeit und einen wechselseitigen Austausch während des gesamten Forschungsprozesses dienen.

Projektkoordination

Principal Investigator: 
Dr. Michal Feldman 
Institute for Archaeological Sciences 
University of Tübingen 
Hölderlin Straße 12 · 72074 Tübingen 
+49 7071 29-76533 
E-Mail: m.feldmanspam prevention@ifu.uni-tuebingen.de 


ICAWaR - Verbesserung der Klimaanpassungsstrategien für die Wasserresilienz in Deutschland

Eine interdisziplinäre Perspektive auf der Grundlage von Governance-Netzwerken und zukünftigen Klimaszenarien. Viele Regionen in Deutschland sind von den zunehmenden Klimaauswirkungen betroffen, wenn nicht unverzüglich wirksame Maßnahmen zum Klimaschutz ergriffen werden. Wasserknappheit und Trockenheit gefährden die Lebensgrundlagen von Mensch und Natur. Mit einem interdisziplinären Forschungsprojekt, das Erkenntnisse aus den Politik- und Umweltwissenschaften zusammenführt, leisten wir einen Beitrag zur Erforschung der Governance von Wasserressourcen. Mithilfe der Cross-Impact-Balance (CIB)-Analyse werden Governance-Netzwerke und komplexe politische Entscheidungsprozesse in Verbindung mit Szenarien für künftige Klimabedingungen analysiert, um effiziente Strategien für die Widerstandsfähigkeit der Wasserressourcen, den Aufbau von Anpassungskapazitäten und die Verringerung des Kohlenstoffausstoßes zu finden und eine fundierte Entscheidungsfindung zu unterstützen. Ziel ist es, diese Forschung durch einen DFG-Forschungsgruppenantrag weiter zu vertiefen. 

Projektkoordination

Principal Investigators: 
PD Dr. Melanie Nagel and Prof. Dr. Kira Rehfeld  
Geo- and Umweltforschungszentrum (GUZ), 
University of Tübingen 
Schnarrenbergstr. 94/96 
72076 Tübingen 
E-Mail: melanie.nagelspam prevention@uni-tuebingen.de

E-Mail: kira.rehfeldspam prevention@uni-tuebingen.de 


Rechte Immersion und engagierte Öffentlichkeiten

Das Forschungsprojekt verfolgt das Ziel, rechte Immersion zu konzeptualisieren und systematisch aufzuschlüsseln. Darunter verstehen wir den Prozess, in dem Subjekte mit rechten Weltanschauungen oder Lebenswelten in Kontakt kommen und sich bewusst oder unbewusst involvieren (lassen). Wir möchten herausfinden, wie rechte Immersion in verschiedenen (medialen) Infrastrukturen funktioniert und welche Ressourcen und Strategien dabei zum Einsatz kommen. Konkret fragen wir danach, wie rechtsextremes Wissen an alltagsweltliche wie auch an wissenschaftliche Deutungen anschließt, diese politisch überformt und dabei in der gesellschaftlichen ‚Mitte‘ Resonanz erzeugt.

Im Anschluss an die Konzeptionalisierung von ‚rechter Immersion‘ sollen Best-Practice-Projekte untersucht werden, in denen ‚rechter Immersion‘ erfolgreich entgegengewirkt wird. Ziel ist hierbei, die Erfahrungen aus den Projekten zu systematisieren und ein ‚Response Framework‘ zur demokratischen Resilienzförderung zu entwickeln.

Darüber hinaus bildet das Projekt einen Arbeitskontext, der in einem Antrag auf Einrichtung einer interdisziplinären DFG-Forschungsgruppe „Rechte Immersion und demokratische Resilienz“ mündet. Beteiligt sind das neu gegründete Institut für Rechtsextremismusforschung (IRex), die Antragsgruppe zur Einrichtung des IRex sowie Expert:innen anderer Universitäten. 

Projektkoordination

Principal Investigator: 
Prof. Dr. Tanja Thomas  
Institut für Medienwissenschaft 
Universität Tübingen 
Wilhelmstr. 50, 72074 Tübingen 
+49 7071 29-76 816 
E-Mail: tanja.thomasspam prevention@uni-tuebingen.de

Outreach - eine Auswahl