Menyang Tais - Kuching - Singapur (XXX)

Am Montag, den 23. März hätte unsere Route von Menyang-Tais nach Kuching geführt. Auf der Fahrt nach Kuching war der Halt an diversen Obstplantagen vorgesehen. Die dort angebauten Früchte (Ananas, Bananen, Kokosnüsse verschiedene exotische Früchte) werden zu einem großen Teil für den inländischen (Frisch-) Markt produziert (Department of Agriculture Sarawak 2011). So hätten wir sicherlich einen Teil dieser Früchte auf einem der Märkte in Kuching probieren und kaufen können. Obwohl Sarawak vor allem für seine Pfefferplantagen bekannt ist, spielt der Anbau von Obst eine immer wichtigere Rolle. Bis ins Jahr 2020 sollte so die Anbaufläche für Annans auf 3500 Hektar ausgebaut werden. Dies ist ein sehr ambitioniertes Ziel, da im Jahr 2017 die Anbaufläche noch „lediglich“ 1342 Hektar betrug (Malaymail 2019). So hätten wir vielleicht unterwegs eine neu angelegte Ananas-Plantage begutachten können. Nach einer ca. fünfstündigen Busfahrt wären wir dann wahrscheinlich am frühen Nachmittag in Kuching angekommen. Dort hätte dann eine Stadtexkursion auf dem Programm gestanden.

Kuching ist die Hauptstadt des Bundesstaates Sarawak und hat ca. 630 000 Einwohner. Die größte Stadt auf Borneo trägt seit Mitte des 19. Jahrhunderts den Namen Kuching. Zu diesem Zeitpunkt war Kuching nicht bedeutend, sondern lediglich eine kleine Siedlung am Ufer des Sarawak. In dieser Zeit siedelten sich hauptsächlich Malaien, Chinesen und Angehörige verschiedener kleiner ethnischer Gruppen an.

Kuching wird auch als das Tor nach Borneo beschrieben. Dies liegt einerseits an dem internationalen Flughafen im Süden Kuchings, aber auch an den vielen naturräumlichen Sehenswürdigkeiten in der direkten Umgebung der Stadt. Kuching ist das malaysische Wort für Katze. In diesem Zusammenhang gibt es verschiedene Legenden über die Entstehung des Stadtnamens „Kuching“. Die wohl bekannteste ist die, dass der Abenteurer und spätere Herrscher von Borneo, James Brooke, einen Einheimischen nach dem Namen der Stadt fragte. Da in diesem Moment eine Katze vorbeilief, dachte der Einheimische, Brooke wollte den Namen des Tiers wissen und antwortete mit „kuching“, dem malayischen Wort für Katze. Deswegen wird Kuching oft auch als Stadt der Katzen bezeichnet (Lenz 2011). Unabhängig von der wirklichen Entstehung des Namens findet man in Kuching heute viele Statuen und andere Darstellungen von Katzen. Es gibt auch ein Katzenmuseum.

Der Fluss Sarawak fließt von Westen nach Osten durch den nördlichen Teil Kuchings. Der westliche Teil entlang des Sarawak wird als Waterfront bezeichnet. Hier befindet sich auch der Astana Palast, die Residenz des Gouverneurs von Sarawak. Vor allem an der Südseite des Sarawak reihen sich in Gebäuden aus der Kolonialzeit verschiedenste Bars und Restaurants aneinander. Bei Nacht werden sowohl der Astana Palast als auch viele Gebäude aufwendig beleuchtet, ähnlich wie in Malakka. Im östlichen Teil in Richtung Mündung befindet sich ein Industriepark. Der erste Eindruck via GoogleStreetView vermittelt ein ähnliches Bild wie der Batamindo Industrial Park auf Batam. Viele kleinere Fabrikgebäude, die hauptsächlich verschiedenste Elektronik produzieren. Des Weiteren findet man in Kuching viele kleinere und größere Tempel verschiedener Religionen.

Am Abend stand dann noch der große Abschluss der Exkursion an. Dieser hätte vermutlich in einer der zahlreichen Bars an der Waterfront stattgefunden. Bei dem einen oder anderen Kaltgetränk wäre nun der Zeitpunkt gewesen, um die Exkursion noch einmal Revue passieren zu lassen.

Der Schlaf wäre an diesem Tag sicherlich etwas zu kurz gekommen, da am nächsten Tag unser Flug zurück nach Singapur bereits um kurz nach 8 Uhr gegangen wäre, was eine noch frühere Abfahrt vom Hotel bedeutet hätte. Angekommen in Singapur hätte der Teil der Gruppe, welcher mit den nächtlichen Flügen zurück in die Heimat geflogen wäre, sicherlich noch ausgiebig Zeit gehabt, sich die Attraktionen des Changi Airports anzuschauen. Ein anderer Teil hätte sich schon auf die Weiterreise nach Bali oder andere Ziele gefreut. Doch dank eines inzwischen allseits bekannten Virus kam alles ein wenig anders...