Schulpsychologie

Alle Achtung! Achtung für alle - Ein Trainingsprogramm für ein vorurteilsfreies und wertschätzendes Schulklima

„Schule als Ort von Toleranz und Weltoffenheit soll es jungen Menschen ermöglichen, die eigene Identität zu finden und sich frei und ohne Angst vor Diskriminierung zu artikulieren.“

- Leitperspektive Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt (BTV) in den Bildungsplänen Baden-Württembergs (2016)

In Schulen kommen Kinder und Jugendliche mit vielfältigen sozialen Identitäten zusammen. Sie unterschieden sich zum Beispiel hinsichtlich ihrer sozialen und kulturellen Herkunft, ihrer Religion, ihres Aussehens, ihrer körperlichen und psychischen Fähigkeiten, ihres Geschlechts und ihrer sexuellen Orientierung. Während die Anerkennung der daraus resultierenden Diversität in der Schule einerseits immer mehr Anerkennung findet, spiegeln sich andererseits im sozialen Miteinander der Schüler*innen bestimmte Normvorstellung wider, die sich in Vorurteilen und diskriminierenden Verhalten gegenüber einzelnen Menschengruppen äußern. Beispielsweise gehören rassistische, sexistische, homophobe oder körperbezogene Beleidigungen unter Schüler*innen zur Tagesordnung im Schulalltag. Dies kann unter Umständen enorme Auswirkungen auf die Schulleistungen der diskriminierten Personengruppen haben (z.B. schlechtere Noten, häufigeres Schulschwänzen).

Im Projekt „Alle Achtung! Achtung für alle“ möchten wir daher ein Trainingsprogramm für Schulen entwickeln, mit dem Ziel, ein wertschätzendes und vorurteilsfreies Schulklima herbeizuführen und damit eine freie Identitätsentfaltung der Schüler*innen zu fördern. Für die Trainingskonzeption wollen wir zunächst mit Schulsozialarbeiter*innen, aber auch mit Schüler*innen selbst ins Gespräch kommen, um ein Training zu entwerfen, dass die Bedürfnisse der Schulen aufgreift. Dieses soll dann im weiteren Verlauf des Projekts an Schulen implementiert und evaluiert werden, um zu untersuchen, ob nachhaltig Veränderungen des Schulklimas deutlich werden.

Projektteam

  • Prof. Dr. Caterina Gawrilow (Eberhard Karls Universität Tübingen, Fachbereich Psychologie, Arbeitsbereich Schulpsychologie)
  • Prof. Dr. Gertraud Stadler (Charité Universitätsmedizin Berlin, Institut für Geschlechterforschung in der Medizin)
  • Tomasz Moschko (Eberhard Karls Universität Tübingen, Fachbereich Psychologie, Arbeitsbereich Schulpsychologie)