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25.07.2014

1,9 Millionen Euro für Tübinger Astroteilchenphysiker

Wissenschaftler der Universität erhalten Förderung für drei Forschungsprojekte bis Juni 2017

Im Innern des Wassertanks, mit dem das GERDA-Experiment vor Umgebungsradioaktivität und kosmischer Strahlung abgeschirmt wird. Studenten und Wissenschaftler der Universität Tübingen haben im hier sichtbaren Inneren des verspiegelten Tanks Photosensoren installiert, mit denen kosmische Strahlung sichtbar gemacht wird. Foto: Kai Freund, Universität Tübingen
Im Innern des Wassertanks, mit dem das GERDA-Experiment vor Umgebungsradioaktivität und kosmischer Strahlung abgeschirmt wird. Studenten und Wissenschaftler der Universität Tübingen haben im hier sichtbaren Inneren des verspiegelten Tanks Photosensoren installiert, mit denen kosmische Strahlung sichtbar gemacht wird. Foto: Kai Freund, Universität Tübingen

Erfolg für die Tübinger Astroteilchenphysik: Wissenschaftler der Universität Tübingen erhalten vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) für drei Forschungsprojekte insgesamt 1,9 Millionen Euro Fördergelder. Ein Achtel des Budgets, das vom BMBF in dieser Förderperiode für die Astrophysik-Forschung an Universitäten zur Verfügung gestellt wird, geht damit nach Tübingen. Die Förderung läuft bis Juni 2017.

„Diese Zusage stärkt die gewichtige Rolle der Universität Tübingen für die Astroteilchenphysik in Deutschland“, freute sich Professor Josef Jochum vom Kepler Center an der Universität Tübingen. Gemeinsam mit seinem Kollegen aus der Astrophysik Professor Andrea Santangelo betreut er die Projekte, die alle in Kooperation mit internationalen Forschungseinrichtungen laufen.

In GERDA suchen Wissenschaftler nach einer bestimmten Zerfallsform, die möglicherweise bei einem Isotop des Elements Germanium auftritt. Wenn sie diesen „neutrinolosen doppelten Betazerfall“ nachweisen können, haben sie gleichzeitig eine Erklärung für die Entstehung von Materie im frühen Universum. Das Experiment ist im Gran Sasso Untergrundlabor aufgebaut, einem Labor in einem Gebirgsstock in Mittelitalien, nahe der Stadt L’Aquila. Die Tübinger Forscher sind hier für ein Detektionssystem zuständig, das das eigentliche Experiment vor kosmischer Strahlung und Umgebungsradioaktivität schützt.

Ebenfalls im Gran Sasso ist das Projekt CRESST angesiedelt. In dem Experiment suchen Wissenschaftler nach Teilchen, die die dunkle Materie im Universum bilden könnten. Dafür wird bei Temperaturen nahe dem absoluten Nullpunkt die Teilchenstreuung mit Hilfe von Temperaturerhöhungen gemessen. Die Universität Tübingen ist bei diesem Experiment für den Bau der supraleitenden Temperatursensoren zuständig.

Das Cherenkov Telescope Array (CTA) ist ein geplanter Standort von etwa 80 Teleskopen, die Hochenergie-Gammastrahlen messen sollen. Davon erwarten sich die Forscher neue Erkenntnisse über Ereignisse wie zum Beispiel Supernovae und weitere hochenergetische Prozesse im Universum. Das BMBF fördert die Tübinger Wissenschaftler beim Bau der Steuerungen für die Teleskopspiegel und für die Auslese-Elektronik für die Kameras.

Kontakt:

Prof. Dr. Josef Jochum
Universität Tübingen
Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät
Telefon +49 7071 29-74453
josef.jochum[at]uni-tuebingen.de

Eberhard Karls Universität Tübingen
Hochschulkommunikation
Dr. Karl Guido Rijkhoek
Leitung
Antje Karbe
Pressereferentin
Telefon +49 7071 29-76789
Telefax +49 7071 29-5566
antje.karbe[at]uni-tuebingen.de

www.uni-tuebingen.de/aktuelles

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