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22.01.2018

Tübinger Förderpreis für Ältere Urgeschichte und Quartärökologie geht an Frido Welker

Universität Tübingen zeichnet niederländischen Archäologen für Methode aus, mit der sich Neandertaler und anatomisch moderne Menschen in Grabungsschichten nachweisen lassen

Dr. Frido Welker erhält den Förderpreis für Urgeschichte 2018. Foto: privat
Dr. Frido Welker erhält den Förderpreis für Urgeschichte 2018. Foto: privat

Den Tübinger Förderpreis für Ältere Urgeschichte und Quartärökologie erhält in diesem Jahr an Dr. Frido Welker von der Universität Kopenhagen. Er wird für seine Dissertation “The palaeoproteomic identification of Pleistocene hominin skeletal remains: towards a biological understanding of the Middle to Upper Palaeolithic transition” ausgezeichnet. In dieser untersucht er archäologisches Material aus der Periode der letzten Neandertaler und der ersten modernen Menschen.

Frido Welker hat an der Universität Leiden (Niederlande) Archäologie studiert und absolvierte 2013 seinen Master in Bioarchäologie an der Universität York. Promoviert wurde er 2016 am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, wo er auch als Postdoktorand tätig war. Seit 2017 forscht er im Natural History Museum der Universität Kopenhagen.

In der Zeit des Übergangs vom Mittelpaläolithikum (200.000 Jahre vor unserer Zeit) zum Jungpaläolithikum (40.000 Jahre vor unserer Zeit) löste der anatomisch moderne Mensch die Neandertaler ab. Bei archäologischen Funden aus dieser Zeit ist oft unklar ist, ob sie dem Neandertaler zuzuordnen sind oder eher dem anatomisch modernen Menschen, auch sind biologische Überreste von Hominiden selten erhalten. Frido Welker hat deshalb eine neue Methode entwickelt, mit der sich Funde aus archäologischen Schichten mittels charakteristischer organischer Moleküle einer der Menschenformen zuordnen lassen. Für eine Fundstelle des Châtelperronien konnte er so bereits eine Verbindung zum Neandertaler nachweisen. Das Châtelperronien in Südwestfrankreich und Nordspanien gilt als letzte archäologische Kultur, die mit dem Neandertaler in Verbindung steht. Sie gibt wichtige Aufschlüsse über Verhalten und Kognition des Neandertalers, aber auch über die Interaktionen zwischen den Menscharten und das Aussterben des Neandertalers.

Der mit 5000 Euro dotierte Förderpreis für Urgeschichte und Quartärökologie ist von der Mineralwassermarke EiszeitQuell gestiftet und wird in diesem Jahr zum 20. Mal verliehen.

Kontakt:

Professor Nicholas Conard
Universität Tübingen
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Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment (HEP)
Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters
Telefon +49 7071 29-72416
nicholas.conardspam prevention@uni-tuebingen.de

Eberhard Karls Universität Tübingen
Hochschulkommunikation
Dr. Karl Guido Rijkhoek
Leitung
 
Antje Karbe
Pressereferentin
Telefon +49 7071 29-76789
Telefax +49 7071 29-5566
antje.karbe[at]uni-tuebingen.de
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