Slavisches Seminar

Workshops zum literarischen Übersetzen für Studierende

Dr. Michael Raab (Frankfurt/M.), Paul Berf (Köln), Renate Schmidgall (Darmstadt), Sława Lisiecka (Łódź), Dr. Chrystyna Nazarkewytsch (Lemberg) und Claudia Dathe (Tübingen) führen mit Studierenden der Universität Tübingen und anderer Hochschulen Workshops zum literarischen Übersetzen durch. Die Workshops sollen den Teilnehmenden die Möglichkeit geben, anhand konkreter Textarbeit einen ersten Einblick in das literarische Übersetzen zu erlangen.

Dr. Michael Raab: Workshop "Übersetzen aktueller britischer Stücke"

Im Mittelpunkt des Workshops „Die Übersetzung aktueller britischer Stücke“ mit dem Übersetzer Michael Raab stehen zwei Stücke des in Deutschland noch zu entdeckenden jungen englischen Dramatikers DC Moore: Afghanistan (The Empire) und Klartext (Honest). Moore wird vor allem am Royal Court Theatre gespielt, dem wichtigsten Londoner Uraufführungstheater. Vorgestellt werden die Methoden der Autorenförderung dieser Bühne. In diesem Zusammenhang werden folgende Fragenthematisiert:

- Wie kommt es zur unterschiedlichen Stellung des Dramatikers im deutschen und im britischen Theater?

- Literary manager oder Dramaturg? Unterschiedliche Auffassungen zu einem Berufsbild

- Play Agent und Theaterverleger: Wer vertritt die Autoren und wie?

- Die finanzielle und vertragliche Seite der Stückeschreiber und ihrer Übersetzer

 

Termine des Workshops:

29. April, 10.00 bis 16.00 Uhr

06. Mai, 10.00 bis 16.00 Uhr

13. Mai, 10.00 bis 16.00 Uhr

20. Mai 2011, 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr

Veranstaltungsort: Wilhelmstr. 19-23, Raum 1.19 (UG)

Paul Berf: Workshop "Literarisches Übersetzen Schwedisch-Deutsch"

Anhand derTextbeispiele „Varför får man skuldkänslor”, ”Ett bra bibliotek” (Claes Hylinger) ausgewählt und einem Ausschnitt aus dem Roman Snö von Ellen Mattson diskutieren die Teilnehmer mit Paul Berf die Herangehensweise an die Erstellung einer literarischen Übersetzung. Dazu werden im Vorfeld eigene Übersetzungen angefertigt. Auch werden die Teilnehmer mit Paul Berf üben, ein Verlagsgutachten zu einem schwedischen Buch zu schreiben.

An einem Nachmittag wird Ellen Mattson über ihre Tätigkeit als Autorin und über den schwedischen Buchmarkt Auskunft geben sowie übersetzungsbezogene Fragen zu ihren Texten beantworten.

Am 20. Mai 2011 findet im Rahmen des Workshops eine öffentliche Lesung mit Ellen Mattson und Paul Berf statt.

Veranstaltungstermin: 19. bis 21. Mai 2011

Veranstaltungsort: 19. und 20. Mai Stadtmuseum, Werkstattraum, 21. Mai, Brechtbau

Lesung mit Ellen Matson und Paul Berf: 20. Mai, 20.00 Uhr, Schloss Hohentübingen, Turmzimmer

Dr. Chrystyna Nazarkewytsch, Claudia Dathe: Literarisches Übersetzen Ukrainisch

Die Werkstatt „Literarisches Übersetzen Deutsch-Ukrainisch, Ukrainisch-Deutsch“ wird von dem deutsch-ukrainischen Tandem Chrystyna Nazarkewytsch und Claudia Dathe geleitet und ist eine Einführung in das praktische literarische Übersetzen. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen fertigen im Vorfeld des Workshops auszugsweise Übersetzungen aus ukrainischen und deutschen Werken der Gegenwartsliteratur an. Diese Übersetzungsproben bilden die Grundlage für die Arbeit im Workshop. Die Arbeit an den Textproben vollzieht sich in drei Stufen. Die erste Stufe bildet die übersetzungsbezogene Rezeption und Kontextualisierung des Ausgangstexts, auf der zweiten Stufe folgt die Analyse und Kategorisierung der Übersetzungsprobleme, in der dritten Stufe wird unter Rückbindung an (1) und (2) an der konkreten Lösung der Übersetzungsprobleme gearbeitet.

Darüber hinaus gilt die besondere Aufmerksamkeit der Arbeit mit Nachschlagewerken unter besonderer Berücksichtigung der spezifischen Wörterbuchsituation im Sprachpaar Deutsch-Ukrainisch mit vielen fehlenden zweisprachigen Wörterbüchern. Insbesondere wird auf die Arbeit mit Relaissprachen (Russisch, Polnisch, Englisch) und die sich daraus ergebenden Probleme eingegangen.

Den Abschluss des Workshops bildet eine praktische Berufskunde für literarische Übersetzer.

Termine des Workshops:

27. - 28. Mai 2011, 10.00-16.00 Uhr

1. - 2. Juli 2011, 10.00-16.00 Uhr

Veranstaltungsort: Brechtbau, Wilhelmstraße 50, Raum 028 und 011.

Renate Schmidgall: Literarisches Übersetzen Polnisch-Deutsch

Anhand eines Ausschnitts aus Andrzej Stasiuks Roman Taksim führt Renate Schmidgall in die Praxis des Übersetzens ein. Hintergrund bzw. Grundlage der praktischen Arbeit sollen dabei Überlegungen zum Stil und Ton des Autors bzw. Erzählers sein, sowie die Frage nach dem Profil der Zielgruppe der Übersetzung – wie sehen die potentiellen Leser der Übersetzung aus und was möchten wir ihnen vermitteln?

Ein zentrales Anliegen des Workshops ist es, deutlich zu machen, daß es die – richtige und einzige – Übersetzung eines Textes nicht gibt, daß jede Übersetzung eine Interpretation ist und ihren Autor, den Übersetzer, vor die Wahl stellt, wofür er sich im gegebenen Fall entscheiden möchte, was ihm an dem Text so wichtig erscheint, daß er es auf keinen Fall verlieren möchte und worauf er eventuell verzichten kann, wenn sich nicht alle Komponenten des Ausgangstextes erhalten lassen.

Termine:

24. Juni, 10.00-16.00 Uhr,

1. Juli, 10.00-16.00 Uhr,

8. Juli, 10.00-16.00 Uhr,

15. Juli, 10.00-16.00 Uhr

Veranstaltungsort: Brechtbau, Wilhelmstr. 50, Raum 426

Sława Lisiecka: Lässt sich das Unmögliche möglich machen? Literarisches Übersetzen Deutsch-Polnisch

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer übersetzen in dem Kurs von Sława Lisiecka ein Fragment aus Thomas Bernhards Text Amras und einen frei gewählten Text, die während des Workshops allseitig analysiert und gegeseitig korrigiert werden. Aufgrund der jeweiligen Texte sollen die daraus resultierenden Probleme der Übersetzungskunst besprochen und die besten Lösungen herausgearbeitet werden. Insbesondere handelt es sich hier um den Transfer des einzelnen Textes als Gesamtkunstwerk in die Zielsprache, wobei alle Ebenen des Übersetzens berücksichtigt werden. Von der sprachlichen her über die musikalische, rhythmische bis zur sinnvolen Wiedergabe bzw. Interpretation. Von der komplexen Ausgangsstruktur in der einen Sprache her bis zur höchst künstlerischen Vollendung in der anderen.

 

Termine:

24. Juni, 10.00-16.00 Uhr,

1. Juli, 10.00-16.00 Uhr,

8. Juli, 10.00-16.00 Uhr,

15. Juli, 10.00-16.00 Uhr

 

Veranstaltungsort: Brechtbau, Wilhelmstraße 50, Raum 526