Klinische Psychologie und Psychotherapie

Klinische Psychologie und Psychotherapie

Masterarbeiten

Modal and amodal representations of food in restrained and unrestrained eaters

Unserer Umgebung ist voller unterschiedlicher Hinweisreize auf Essen. Manche davon sind sehr sinnlich und direkt (z. B. der Kuchen im Schaufenster einer Bäckerei), andere eher abstrakt (z. B. ein Schild mit der Aufschrift „Hier gibt es Pizza“). Aus früheren Studien wissen wir, dass solche Reize die Aufmerksamkeits- und Inhibitionsprozesse bei Personen beeinflussen können, die anfällig für übermäßiges Essen sind. Noch ist jedoch unklar, ob das Format des Reizes (z. B. Bild, Wort, Geruch) diese Prozesse unterschiedlich beeinflusst. In diesem Projekt untersuchen wir daher, wie verschiedene Nahrungsmittelreize Personen mit abweichenden Essmustern beeinflussen – insbesondere Menschen, die versuchen, ihre Nahrungsaufnahme zu kontrollieren (restrained eaters).

Aktuell werden Masterarbeiten in zwei Studien angeboten:

  1. Eine Trainingsstudie mit restriktiven Esserinnen, in der gezielt Inhibitionsprozesse im Umgang mit Nahrungsreizen trainiert werden.
  2. Eine Studie mit einem Olfaktometer, in der wir untersuchen, wie Geruch (olfaktorische Reize) die Inhibitionskontrolle beeinflusst.

Projektspezifische Aufgaben:

  • Entwicklung neuer experimenteller Paradigmen
  • Unterstützung bei Datenerhebung
  • Auswertung von Daten

Masterarbeiten können auf Deutsch oder Englisch verfasst werden. Bei Interesse melden Sie sich bitte an Mechteld van den Hoek Ostende (mechteld.van-den-hoek-ostende@uni-tuebingen.de)

Neuromodulation visueller Areale bei der Körperunzufriedenheit

Bildgebende Studien haben gezeigt, dass die extrastriate body area (EBA) eine zentrale Rolle bei der Verarbeitung visueller Körperstimuli spielt. Bei Personen mit erhöhter Körperunzufriedenheit zeigt sich in diesem Areal eine veränderte neuronale Aktivität – zum Beispiel beim Betrachten von Körperbereichen, mit denen sie besonders unzufrieden ist.

In diesem Projekt untersuchen wir, ob eine gezielte Modulation der EBA-Aktivität im Rahmen eines fNIRS-basierten Neurofeedback-Trainings zur Verbesserung der Körperzufriedenheit beitragen kann. Die Teilnehmerinnen erhalten hierbei in Echtzeit Rückmeldung über ihre Gehirnaktivität beim Betrachten von Fotos ihres eigenen Körpers und lernen schrittweise, diese Aktivität zu regulieren.

Aufgaben im Projekt

  • Rekrutierung von Studienteilnehmerinnen
  • Einarbeitung in fNIRS und Durchführung von Neurofeedback-Sitzungen
  • Auswertung verschiedener Datentypen, die je nach Forschungsfokus ausgewählt werden können
    • Primäre und sekundäre klinische Outcomes (Körperunzufriedenheit, Symptomatik im Bereich der Depression, Angst, Stress und Essstörung)
    • Neuronale Maße (Aktivität in der EBA und präfrontalen Arealen, Konnektivitätsanalysen)
    • Augenbewegungen bei der Betrachtung von Körperbildern (Eye-Tracker)
    • Kurzfristige Veränderungen in state-Maßen während der Trainingssitzungen (Körperunzufriedenheit, positiver und negativer Affekt, körperbezogene Gedanken)

Melden bei: raphael.lorenz-de-laiguespam prevention@psychologie.uni-tuebingen.de

Wirksamkeit der Spiegelkonfrontation auf die Körperzufriedenheit

Körperunzufriedenheit ist besonders bei Frauen weit verbreitet und führt neben Essstörungen auch zu Selbstwertproblemen, depressiven Verstimmungen und einer schlechteren Lebensqualität. Die Spiegelkonfrontation ist eine effektive Methode zur Verbesserung der Körperzufriedenheit, allerdings sprechen nicht alle Personen gleichermaßen auf die Intervention an und die Mechanismen, die der Methode zugrunde liegen, sind noch weitestgehend unklar. In dieser Studie untersuchen wir die Wirkung einer hochdosierten Spiegelkonfrontation und setzen zum besseren Verständnis ihrer Wirkweise zusätzlich bildgebende Verfahren und psychophysiologische Methoden wie EEG, fNIRS und Eye-Tracking ein. Es sind mehrere Masterarbeiten im Rahmen des Projektes möglich.

Projektspezifische Aufgaben:

  • Literaturrecherche und theoretische Einarbeitung in das Thema.
  • Übernahme einzelner Studienteile, z. B. Ableitung der EEG- und fNIRS-Messungen, Audioaufzeichnung der Körperexpositionssitzungen, Essensbegleitung sowie Betreuung von Versuchspersonen.
  • Datenanalyse und -auswertung.
  • Masterarbeiten können auf Deutsch oder Englisch verfasst werden.
  • Bachelorarbeiten können nicht betreut werden.

Bei Interesse kontaktieren Sie bitte ece-nur.uygurspam prevention@uni-tuebingen.de

Grata Altera Ego: Self-Avatar Body Swapping to Study Body-Related Attention and Body Dissatisfaction in Advanced Virtual Reality

A negative subjective experience with the own body is one driving mechanism underlying the development and maintenance of eating disorders. A pronounced body dissatisfaction is also a predictor of health-damaging behaviors such as diet restrictions and suicidal ideation in adolescents.

According to the cognitive model of eating behaviors, body-related attention is involved in the maintenance of body dissatisfaction and empirical studies have established that several body-dissatisfied groups (e.g., patients with eating disorders, body-dissatisfied women, restrained eaters) exhibit a preferred attentional processing of self-declared ugly and weight-related body parts belonging to their own bodies. However, although pictures or mirror representations of the own body may reflect participants’ actual appearance, they might have a different cognitive schema of their own body. To investigate body-related attention and schemata, manipulating a person’s bodily appearance is a promising and well-suited tool. In virtual reality, participants can embody a self-avatar from the first-person perspective with plausible real-time animation according to real movements (self-avatar body swapping). Eye-tracking data from a previous study suggested an attentional bias of body-dissatisfied normal-weight women when embodying an overweight self-avatar, but not a normal-weight avatar. However, findings on body dissatisfaction and embodiment were inconclusive.

In this cross-sectional experiment, an advanced virtual reality scenario with photorealistic self-avatars and more comprehensive multimodal (visuo-motor, visuo-tactile, and neural) interactions is employed to enhance the illusion of body swapping. A systematic evaluation of the additional immersive factors and the enhancement of the body swapping illusion by neuromodulation of attention-related and control-related brain regions is planned. Results will inform future interventions in eating disorder patients with virtual reality therapies.

Project specific tasks

  • Developing study materials and procedures
  • Supporting recruitment, data collection and piloting in virtual reality
  • Analyses of piloting data (experiential, eye-tracking, or physiological data)
  • Master theses can be written in German or English

If interested, please contact philipp.schroederspam prevention@uni-tuebingen.de

Zyklisches Schokoladecraving und Inhibitionskontrolle

Craving und inhibitorische Kontrolle sind gegenläufige Mechanismen, die mit dem Nahrungsmittelkonsum und der Entstehung und Aufrechterhaltung von Essstörungen eng verknüpft sind. Defizite in der inhibitorischen Kontrolle wurden bei Erwachsenen und Kindern mit Übergewicht in bildgebenden und experimentellen Verhaltensstudien vielfach nachgewiesen (Davis et al., 2010; Guerrieri et al., 2008; Svaldi et al., 2015). Konzeptuell muss jedoch davon ausgegangen werden, dass Craving und inhibitorische Kontrolle nicht in Isolation operieren, sondern bei der Konfrontation mit Nahrungsmitteln dynamisch interagieren. 

Bei Konfrontation mit attraktiver Schokolade in Virtual Reality konnten wir in bisherigen Vorstudien korrelative Zusammenhänge zwischen Schokoladecraving und Inhibitionsfähigkeiten nachweisen (Schroeder et al., 2023, 2024, 2025). Natürliche Schwankungen im Craving sind zudem bei Frauen mit natürlichem Zyklus bekannt und betreffen mit 20-40.9% am häufigsten das Craving nach Schokolade vor und nach der Menses (perimenstruelles Craving) (Hormes & Niemiec, 2017; Hormes & Rozin, 2009; Zellner et al., 2004). 

Daher werden in diesem Projekt Probandinnen in ausbalancierter Reihenfolge während der Menses und der Ovulation in der Virtual-Reality Stopaufgabe getestet. Probadinnen mit natürlichem Zyklus und hohen Schokoladecravings erhalten Teststäbchen zur Messung des luteisierenden Hormons (LH) und die Instruktion, ihren Zyklus in Bezug auf Menses und Eisprung anhand der LH-Teststäbchen zu tracken. Neben dem erhöhten Schokoladecraving zur Perimenses vermuten wir eine Modulation der inhibitorischen Kontrolle. Die Untersuchung von Schwankungen im Craving über den Zyklus hinweg erlaubt eine systematische Betrachtung der Interaktion zwischen Craving und Inhibitionskontrolle und die Erkenntnisse könnten Anhaltspunkte für zeitliche Vulnerabilitätsfenster und gezielte Prävention bieten. 

Aufgaben im Projekt

  • Gemeinsame Erarbeitung und Pilotierung des Experiments
  • Rekrutierung von Studienteilnehmerinnen
  • Durchführung von Messungen mit Virtual Reality und ggfls. funktioneller Nahinfrarotspektroskopie (fNIRS)
  • Datenanalyse und Bericht von Ergebnissen
  • Masterarbeit auf Deutsch oder Englisch

Please contact: philipp.schroederspam prevention@uni-tuebingen.de