Klinische Psychologie und Psychotherapie

Abschlussarbeiten

Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick über Forschungsprojekte des Arbeitsbereichs klinische Psychologie und Psychotherapie, in denen Masterarbeiten angeboten werden. Bachelorarbeiten werden in diesem Arbeitskreis nicht angeboten.

Generelle Informationen können Sie dem Dokument Informationen zur Masterarbeit in der klinischen Psychologie entnehmen.

Masterarbeiten

Schokoladen-Craving und Sexualhormone

Viele Frauen berichten von zyklusabhängigen Schwankungen in ihrem Verlangen (Craving) nach Schokolade, gezielte experimentelle Studien zum kausalen Zusammenhang fehlen jedoch. In diesem Projekt untersuchen wir dein Einfluss von Sexualhormonen auf das Essverhalten anhand unterschiedlicher Experimente, u.a., anhand von Reaktionszeitaufgaben, Eye Tracking und psychophysiologischen sowie Selbstberichtmaßen.

Projektspezifische Aufgaben:

  • Rekrutierung von Studienteilnehmerinnen
  • Durchführung von Erhebungen
  • Auswertung verschiedener Daten, je nach Interessensschwerpunkt und spezifischer Fragestellung
  • Schreiben einer wissenschaftlichen Arbeit (Masterarbeit) auf Englisch oder Deutsch

Bei Interesse melden Sie sich bitte bei Johanna Xemaire (johanna.xemairespam prevention@uni-tuebingen.de)

Modal and amodal representations of food in restrained and unrestrained eaters

Unserer Umgebung ist voller unterschiedlicher Hinweisreize auf Essen. Manche davon sind sehr sinnlich und direkt (z. B. der Kuchen im Schaufenster einer Bäckerei), andere eher abstrakt (z. B. ein Schild mit der Aufschrift „Hier gibt es Pizza“). Aus früheren Studien wissen wir, dass solche Reize die Aufmerksamkeits- und Inhibitionsprozesse bei Personen beeinflussen können, die anfällig für übermäßiges Essen sind. Noch ist jedoch unklar, ob das Format des Reizes (z. B. Bild, Wort, Geruch) diese Prozesse unterschiedlich beeinflusst. In diesem Projekt untersuchen wir daher, wie verschiedene Nahrungsmittelreize Personen mit abweichenden Essmustern beeinflussen – insbesondere Menschen, die versuchen, ihre Nahrungsaufnahme zu kontrollieren (restrained eaters).

Aktuell werden Masterarbeiten in zwei Studien angeboten:

  1. Eine Trainingsstudie mit restriktiven Esserinnen, in der gezielt Inhibitionsprozesse im Umgang mit Nahrungsreizen trainiert werden.
  2. Eine Studie mit einem Olfaktometer, in der wir untersuchen, wie Geruch (olfaktorische Reize) die Inhibitionskontrolle beeinflusst.

Projektspezifische Aufgaben:

  • Entwicklung neuer experimenteller Paradigmen
  • Unterstützung bei Datenerhebung
  • Auswertung von Daten

Masterarbeiten können auf Deutsch oder Englisch verfasst werden. Bei Interesse melden Sie sich bitte an Mechteld van den Hoek Ostende (mechteld.van-den-hoek-ostende@uni-tuebingen.de)

Neuromodulation visueller Areale bei der Körperunzufriedenheit

Bildgebende Studien haben gezeigt, dass die extrastriate body area (EBA) eine zentrale Rolle bei der Verarbeitung visueller Körperstimuli spielt. Bei Personen mit erhöhter Körperunzufriedenheit zeigt sich in diesem Areal eine veränderte neuronale Aktivität – zum Beispiel beim Betrachten von Körperbereichen, mit denen sie besonders unzufrieden ist.

In diesem Projekt untersuchen wir, ob eine gezielte Modulation der EBA-Aktivität im Rahmen eines fNIRS-basierten Neurofeedback-Trainings zur Verbesserung der Körperzufriedenheit beitragen kann. Die Teilnehmerinnen erhalten hierbei in Echtzeit Rückmeldung über ihre Gehirnaktivität beim Betrachten von Fotos ihres eigenen Körpers und lernen schrittweise, diese Aktivität zu regulieren.

Aufgaben im Projekt

  • Rekrutierung von Studienteilnehmerinnen
  • Einarbeitung in fNIRS und Durchführung von Neurofeedback-Sitzungen
  • Auswertung verschiedener Datentypen, die je nach Forschungsfokus ausgewählt werden können
    • Primäre und sekundäre klinische Outcomes (Körperunzufriedenheit, Symptomatik im Bereich der Depression, Angst, Stress und Essstörung)
    • Neuronale Maße (Aktivität in der EBA und präfrontalen Arealen, Konnektivitätsanalysen)
    • Augenbewegungen bei der Betrachtung von Körperbildern (Eye-Tracker)
    • Kurzfristige Veränderungen in state-Maßen während der Trainingssitzungen (Körperunzufriedenheit, positiver und negativer Affekt, körperbezogene Gedanken)

Melden bei: raphael.lorenz-de-laiguespam prevention@psychologie.uni-tuebingen.de

Wirksamkeit der Spiegelkonfrontation auf die Körperzufriedenheit

Körperunzufriedenheit ist besonders bei Frauen weit verbreitet und führt neben Essstörungen auch zu Selbstwertproblemen, depressiven Verstimmungen und einer schlechteren Lebensqualität. Die Spiegelkonfrontation ist eine effektive Methode zur Verbesserung der Körperzufriedenheit, allerdings sprechen nicht alle Personen gleichermaßen auf die Intervention an und die Mechanismen, die der Methode zugrunde liegen, sind noch weitestgehend unklar. In dieser Studie untersuchen wir die Wirkung einer hochdosierten Spiegelkonfrontation und setzen zum besseren Verständnis ihrer Wirkweise zusätzlich bildgebende Verfahren und psychophysiologische Methoden wie EEG, fNIRS und Eye-Tracking ein. Es sind mehrere Masterarbeiten im Rahmen des Projektes möglich.

Projektspezifische Aufgaben:

  • Literaturrecherche und theoretische Einarbeitung in das Thema.
  • Übernahme einzelner Studienteile, z. B. Ableitung der EEG- und fNIRS-Messungen, Audioaufzeichnung der Körperexpositionssitzungen, Essensbegleitung sowie Betreuung von Versuchspersonen.
  • Datenanalyse und -auswertung.
  • Masterarbeiten können auf Deutsch oder Englisch verfasst werden.
  • Bachelorarbeiten können nicht betreut werden.

Bei Interesse kontaktieren Sie bitte ece-nur.uygurspam prevention@uni-tuebingen.de

Effekte einer Geschlechtsumwandlung in der virtuellen Realität auf das Körper- und Identitätsbild

Für Personen mit Geschlechtsinkongruenz besteht oftmals ein erheblicher Leidensdruck, der sich aus der Diskrepanz zwischen der erlebten Geschlechtsidentität und dem Geburtsgeschlecht ergibt.

 In diesem Projekt wird Virtual Reality (VR) Technologie genutzt, um personalisierte gleich- sowie gegengeschlechtliche Selbst-Avatare von Personen, die demnächst hormonelle geschlechtsangleichende Maßnahmen anstreben (trans-Männer und trans-Frauen) sowie von Cis-Kontrollpersonen zu erzeugen. Die Selbst-Avatare werden anschließend in zwei VR-Sitzungen mittels einer Ganzkörperillusion verkörpert, um Erleben und Verhalten mittels Fragebögen und Eye-Tracking in VR systematisch zu erfassen. Weiterhin soll die Geschlechtszugehörigkeit der erstellten Avatare anhand einer cis-normativen Stichprobe bewertet werden. 

Projektspezifische Aufgaben: 

  • Anpassung und Modellierung von Selbst-Avataren (nach Anleitung) mittels Photogrammetrie und moderner Computergrafik
  • Ggfls. Optimierung der Scan-Pipeline, Meshberechnung und Texturierung
  • Rekrutierung von Test- und Kontrollpersonen
  • Durchführung von Diagnostikterminen und Messung in VR
  • Datenanalyse und -visualisierung
  • Die Masterarbeit kann auf Deutsch oder Englisch angefertigt werden

Kontakt bei Interesse: philipp.schroederspam prevention@uni-tuebingen.de

Zyklisches Schokoladecraving und Inhibitionskontrolle

Craving und inhibitorische Kontrolle sind gegenläufige Mechanismen, die mit dem Nahrungsmittelkonsum und der Entstehung und Aufrechterhaltung von Essstörungen eng verknüpft sind. Defizite in der inhibitorischen Kontrolle wurden bei Erwachsenen und Kindern mit Übergewicht in bildgebenden und experimentellen Verhaltensstudien vielfach nachgewiesen (Davis et al., 2010; Guerrieri et al., 2008; Svaldi et al., 2015). Konzeptuell muss jedoch davon ausgegangen werden, dass Craving und inhibitorische Kontrolle nicht in Isolation operieren, sondern bei der Konfrontation mit Nahrungsmitteln dynamisch interagieren. 

Bei Konfrontation mit attraktiver Schokolade in Virtual Reality konnten wir in bisherigen Vorstudien korrelative Zusammenhänge zwischen Schokoladecraving und Inhibitionsfähigkeiten nachweisen (Schroeder et al., 2023, 2024, 2025). Natürliche Schwankungen im Craving sind zudem bei Frauen mit natürlichem Zyklus bekannt und betreffen mit 20-40.9% am häufigsten das Craving nach Schokolade vor und nach der Menses (perimenstruelles Craving) (Hormes & Niemiec, 2017; Hormes & Rozin, 2009; Zellner et al., 2004). 

Daher werden in diesem Projekt Probandinnen in ausbalancierter Reihenfolge während der Menses und der Ovulation in der Virtual-Reality Stopaufgabe getestet. Probadinnen mit natürlichem Zyklus und hohen Schokoladecravings erhalten Teststäbchen zur Messung des luteisierenden Hormons (LH) und die Instruktion, ihren Zyklus in Bezug auf Menses und Eisprung anhand der LH-Teststäbchen zu tracken. Neben dem erhöhten Schokoladecraving zur Perimenses vermuten wir eine Modulation der inhibitorischen Kontrolle. Die Untersuchung von Schwankungen im Craving über den Zyklus hinweg erlaubt eine systematische Betrachtung der Interaktion zwischen Craving und Inhibitionskontrolle und die Erkenntnisse könnten Anhaltspunkte für zeitliche Vulnerabilitätsfenster und gezielte Prävention bieten. 

Aufgaben im Projekt

  • Gemeinsame Erarbeitung und Pilotierung des Experiments
  • Rekrutierung von Studienteilnehmerinnen
  • Durchführung von Messungen mit Virtual Reality und ggfls. funktioneller Nahinfrarotspektroskopie (fNIRS)
  • Datenanalyse und Bericht von Ergebnissen
  • Masterarbeit auf Deutsch oder Englisch

Please contact: philipp.schroederspam prevention@uni-tuebingen.de