Universitätsbibliothek

Aktuell

27.03.2015

Forschungsnews:Jesse Millek erhält den Sean W. Dever Memorial Prize

 

 

Doktorand des Sonderforschungsbereichs 1070 RessourcenKulturen an der Universität Tübingen wird durch das<link http: www.aiar.org announcing-winner-of-sean-w-dever-memorial-prize-2015 external-link-new-window externen link in neuem> William F. Albright Institute of Archaeological Research in Jerusalem ausgezeichnet.

 

 

Der Sean W. Dever Memorial Prize wird jährlich für bahnbrechende Veröffentlichungen im Bereich syro-palästinischer und biblischer Archäologie vergeben und ist mit 650$ dotiert. Das traditionsreiche Institut, das seit 1920 Grundlagenforschung in biblischer Archäologie betreibt, honoriert damit einen innovativen Forschungsansatz.

 

 

Jesse Millek widerlegt in seiner Forschungsarbeit die bis heute in der biblischen Archäologie vieldiskutierte These, dass Seevölker aus dem nördlichen Mittelmeerraum für den Kollaps der Reiche in der Levante am Ende der Bronzezeit verantwortlich waren. Als Evidenz für diese Seevölker – Theorie gilt eine Inschrift aus dem Totentempel von Ramses dem III in Medinet Habu aus dem Jahr 1180 v.Chr. , auf der die Invasion von Fremden, die über das Meer kamen, als Grund für den Niedergang ägyptischer Nachbarreiche genannt wird. Daraus leitete die bisherige archäologische Forschung ab, dass Seevölker aus dem Mittelmeerraum auch für den ökonomischen Kollaps in der Levante verantwortlich waren. Nach neuesten Erkenntnissen spricht jedoch einiges dafür, dass die Ursachen für den starken Rückgang des Handels viel komplexer sind als bisher angenommen und eher auf einen internen, gesellschaftlichen Umwälzungsprozess und auf einen veränderten Umgang mit Ressourcen zurückzuführen sind.