Institut für Erziehungswissenschaft

Graduiertenkolleg "Doing transititons - Formen der Gestaltung von Übergängen im Lebenslauf"

Kooperatives DFG-Graduiertenkolleg mit der Goethe-Universität Frankfurt, siehe hier


Beteiligte: Prof. Dr. Barbara Stauber (Sprecherin), Prof. Dr. Petra Bauer, Prof. Dr. Markus Rieger-Ladich, Prof. Dr. Bernhard Schmidt-Hertha, Dipl.-Päd. Sibylle Walter (Koordinatorin)

Kollegiat_innen: Noreen Eberle (M.A.), Tabea Freutel (M.A.), Dipl.-Päd. Kathrin Henrich, Nils Klevermann (M.A.), Deborah Nägler (M.A.), Anna Reinhardt (M.A.)

Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft

Laufzeit: 01/2017 - 06/2021

Beschreibung:
Lebensverläufe sind durch eine Vielzahl von Übergängen strukturiert; sie vollziehen sich zwischen einzelnen Lebensphasen und Statuspositionen, zwischen unterschiedlichen Rollen und Selbstbildern. In der Vergangenheit interessierte sich die Forschung insbesondere für die Bedingungen, unter denen Übergänge erfolgreich verlaufen. Aus diesem Grund gerieten Übergänge – etwa der Wechsel von der Schule in den Arbeitsmarkt – häufig als Probleme in den Blick: Sie galten als unsicher und ungewiss, als Momente der Reproduktion sozialer Ungleichheit und als Risiken sozialen Ausschlusses. Daher begründete sich ihre Erforschung häufig mit dem Versprechen der Problemlösung. Auch neuere Beiträge zur Übergangsforschung sind davon nicht ganz frei. Sie lenken das Augenmerk auf Übergänge in andere Lebensalter und Lebensbereiche, auf jene in die Elternschaft, den Ruhestand oder ins Pflegeheim. In den Fokus geriet aber auch der Status des Geflüchteten, den man – je nach Aufenthaltsbestimmungen – erhalten, wieder verlieren oder aber ablegen kann.
So unterschiedlich diese Studien sind, ihnen ist gemeinsam, dass Übergänge hier als gegeben erscheinen. Auch die damit verbundenen Normalitätsannahmen, die über Erfolg und Scheitern entscheiden, werden kaum einmal problematisiert. Hier setzt das Graduiertenkolleg Doing Transitions ein und markiert einen Neuansatz. In das Zentrum rückt nun die Frage, worauf die unterschiedlichen Übergänge antworten, wie sie zustande kommen, wie sie gestaltet und dabei zugleich neu hergestellt werden. Dies wird in aktuell 12 Promotionsprojekten (6 davon am Tübinger Standort) und einem Postdoc-Projekt untersucht. Dabei kommen sowohl schon länger institutionalisierte Übergänge in den Blick, wie etwa Übergänge in Bildung, Arbeit oder Elternschaft, als auch neue, wie etwa im Kontext von Migration. Untersucht werden Formen der Gestaltung auf drei Ebenen: auf der Ebene von Diskursen, durch die Lebenslagen als Übergänge thematisiert und mit „Erfolg“ oder „Scheitern" verbunden werden; auf der Ebene institutioneller Mechanismen und sozio-kultureller Rituale, durch die von Übergänge reguliert werden; und nicht zuletzt auf der individuellen Ebene, auf der Übergänge in Prozessen des Lernens, der Bildung oder der Lebensführung bewältigt und gestaltet werden.
Erwartet werden theoretische wie empirische Einsichten in das Zustandekommen und die Gestaltung von Übergängen sowie in damit verbundene gesellschaftliche Ein- und Ausschlussmechanismen. Diese Erkenntnisse sind für die Übergangsforschung genauso relevant wie für die professionelle Begleitung von Übergängen.


Sprecher _innen des Gesamtprojekts sind Prof. Dr. Andreas Walther (Universität Frankfurt) und Prof. Dr. Barbara Stauber (Universität Tübingen).


Das Tübinger Team besteht aus den Erziehungswissenschaftler_innen Prof. Dr. Petra Bauer, Prof. Dr. Markus Rieger-Ladich, Prof. Dr. Bernhard Schmidt-Hertha und Prof. Dr. Barbara Stauber.

Das Frankfurter Team bilden die Erziehungswissenschaftler_innen Prof. Dr. Sabine Andresen, Prof. Dr. Barbara Friebertshäuser, Prof. Dr. Christiane Hof, Prof. Dr. Frank Oswald, Prof. Dr. Andreas Walther und die Soziologin Prof. Dr. Birgit Becker.

Mehr dazu auf www.doingtransitions.org