Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung

Master of Science

Empirische Bildungsforschung und Pädagogische Psychologie (EBPP)

Der Masterstudiengang Empirische Bildungsforschung und Pädagogische Psychologie (EBPP) ist ein stark empirisch und psychologisch geprägter Studiengang, der sich auf die Grundlagen und die Effektivität von Lehren und Lernen konzentriert. Nach Abschluss des Studiengangs eröffnen sich viele attraktive berufliche Möglichkeiten. Expertise in Sachen Bildung ist überall dort gefragt, wo Lehren und Lernen eine Rolle spielen: in der Forschung, in Bildungseinrichtungen, Regierungspräsidien, Schulämtern und Ministerien sowie bei der Ausbildung von Lehrenden und in der beruflichen und privaten Weiterbildung. In Kombination mit einem Bachelor in Psychologie wird unser Studiengang auch für eine Vollmitgliedschaft im Berufsverband Deutscher Psychologen (BDP) anerkannt.

Allgemeine Informationen
  • Studienbeginn: jeweils im Wintersemester
  • Regelstudienzeit: 4 Semester
  • Umfang: 120 ECTS-Leistungspunkte
  • Bewerbungsschluss: 15. Juni. Die Bewerbung erfolgt online.
  • Studiengangsflyer Master EBPP
     
Studienfachberatung

Dr. Moritz Fleischmann
master-ebppspam prevention@hib.uni-tuebingen.de

Sprechstunde
nach Vereinbarung per E-Mail

Online-Beratungsangebot
Self-Assessment Master EBPP

Fachschaft
Studierende und Studien-interessierte können sich auch via Facebook oder E-Mail an die Fachschaft wenden.

FAQ für immatrikulierte Studierende auf ILIAS. Das erforderliche Passwort kann per E-Mail erfragt werden.


Warum Master of Science EBPP in Tübingen studieren?

Mir gefielen am Master EBPP vor allem die Einblicke in die laufende Forschung am Hector-Institut. Aber auch aktuelle nationale und internationale Studien wurden in verschiedenen Seminaren behandelt. Die Dozentinnen und Dozenten sind sehr motiviert. Bei der Erstellung von wissenschaftlichen Arbeiten wurde ich hervorragend betreut.

Marlies, ehemalige Master-Studentin


Virtuelle Studienfahrt nach Berlin 2021

Auch in diesem Semester hat der Masterstudiengang EBPP auf seiner - durch die Corona-Pandemie virtuell stattfindenden - Studienfahrt zentrale Bildungsinstitutionen in Berlin besucht. Nachfolgend geben Studierende einen kurzen Einblick in die besuchten Institutionen.

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Brennglas Corona! Wie wird der Ausbau des digitalen Unterrichts an Schulen durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert?

Digitalisierung ist ein fester Bestandteil unserer Gesellschaft. Jugendliche sind Erwachsenen in der Bedienung von Smartphones, Computern oder Tablets häufig weit voraus. Nachrichten werden über Social Media konsumiert und Filme bei Netflix gestreamt. Unsere aktuelle und zukünftige Gesellschaft wird durch die zunehmende Digitalisierung in ihrer Art und Weise wie wir Lernen und Arbeiten stetig weiterentwickelt und verändert. Doch wie wird sich der Unterricht und die zukünftige Schule durch die Digitalisierung und Covid-19 verändern? Die Covid-19 Pandemie hat durch ein Brennglas gezeigt, wie wichtig der Umgang mit digitalen Medien für Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte sowie Eltern sein kann. Doch wie kann der digitale Unterricht an allen Schulen ausgebaut und gefördert werden?

Ausbau des digitalen Unterrichts an Schulen

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat es sich zur Aufgabe gemacht, lebenslange Bildungsprozesse zu fördern und zu unterstützen. Das Bildungssystem musste sich der Digitalisierung und weiteren Herausforderungen stellen, die für Bildung und ein daraus folgendes selbstbestimmtes Leben unerlässlich sind. Bildungs- und forschungspolitische Herausforderungen werden durch das BMBF mit dem Rahmenprogramm empirische Bildungsforschung gefördert. Darunter sind Projekte integriert, die Voraussetzungen, Bedingungen und Prozesse von Bildung sowie Wirkungen von Bildungsangeboten untersuchen. Verschiedene Projekte des BMBF fördern den Ausbau von digitalem Unterricht und die Lehrkräftebildung.

DigitalPakt Schule: Das smarte Klassenzimmer

Der DigitalPakt Schule wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) 2019 ins Leben gerufen. Insgesamt werden 5 Milliarden Euro (Basis-DigitalPakt) durch den Bund für einen Zeitraum von fünf Jahren für den Pakt zur Verfügung gestellt, um eine zeitgemäße digitale Ausstattung der Schulen zu fördern. Die einzelnen Bundesländer sind dafür zuständig wie diese Mittel verteilt werden - insgesamt können 40.000 Schulen in Deutschland gefördert werden. Der Umfang der Fördermittel betrifft nicht Geräte, die außerhalb der Schule für private Zwecke genutzt werden können. Dennoch können Schulen eigene digitale Angebote entwickeln und dafür die Mittel vom BMBF nutzen. Aktuell werden für Lehrkräfte Leihgeräte mit weitere 500 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung gestellt. Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler können die besten Lernmethoden in der Kombination aus digitalen und analogen Werkzeugen erproben und weiterentwickeln. Durch eine flexible Gestaltung des Unterrichtes mit digitalen Geräten kann auf die Bedürfnisse der Lernenden Einfluss genommen werden.

Qualitätsoffensive Lehrerbildung 

Lehrkräftebildung ist eine anspruchsvolle Aufgabe und wird seit Covid-19 auch in dem Bereich „digitaler Unterricht“ rasant angekurbelt. Um die Kompetenzen und Konzepte für digitales Lehren auszubauen wird seit 2020 der zusätzliche Schwerpunkt „Digitalisierung“ in der Förderlinie der Qualitätsoffensive Lehrerbildung (QLB) ergänzt. Damit Schulen vor Ort bei Medienkonzepten und digitalen Schulentwicklungsplänen beraten werden können, sollen gemeinsam mit den Ländern Kompetenzzentren für Digitales und digital gestützten Unterricht etabliert werden. Dennoch bleibt die Frage offen, wie die Förderung auf das Unterrichten mit digitalen Medien von angehenden Lehrkräften auf institutioneller und individueller Ebenen aussieht.

Digitale Bildungsplattform

Um einen individuellen und gleichzeitig übergreifend nutzbaren digitalen Zugang zu innovativen Lehr- und Lernformaten zu bekommen, hat das BMBF das Ziel, eine nationale Bildungsplattform als Metaplattform zu schaffen. Durch die Covid-19-Pandemie ist der Präsenzunterricht für Schülerinnen und Schüler häufig ausgefallen, eine Umstellung auf Home-Schooling und das Nutzen von digitalen Formaten wurde rasant ausgeweitet. Dieser Vorgang hat nicht nur Lehrkräfte zu einem schnellen Umdenken in der Unterrichtsgestaltung gezwungen – auch Eltern standen vor neuen digitalen Herausforderungen. Durch die Förderlinie „Digitale Bildungsplattform“ können alle Menschen, die sich im Umgang mit digitalen Werkzeugen und Angeboten weiterentwickeln möchten, einen sicheren Zugang zu qualifizierten Angeboten bekommen. Ebenfalls können Lehrkräfte dabei unterstützt werden, digitales Unterrichtsmaterial und passendes pädagogisches Lernmaterial zu finden.

Literatur:

  • Alle Informationen zum digitalen Lehren und Lernen - BMBF. (2021, 28. Juni). Bundesministerium für Bildung und Forschung - BMBF. www.bmbf.de/de/bildung-digital-3406.html
  • DigitalPakt Schule, Das Smarte Klassenzimmer. (2021, 28. Juni). Bundesministerium für Bildung und Forschung. https://www.bmbf.de/upload_filestore/pub/DigitalPakt_Schule.pdf
  • Empirische Bildungsforschung. (2021, 28. Juni). Bundesministerium für Bildung und Forschung. www.empirische-bildungsforschung-bmbf.de/de/3028.php 
  • Rahmenprogramm empirische Bildungsforschung - EBF. (2021). Empirische Bildungsforschung. www.empirische-bildungsforschung-bmbf.de/de/3028.php
  • Redaktion: BMBF LS5 Internetredaktion. (2021, 10. Juni). Corona-Hilfe III: Leihgeräte für Lehrkräfte - BMBF DigitalPakt Schule. Bundesministerium für Bildung und Forschung - BMBF DigitalPakt Schule. www.digitalpaktschule.de/de/corona-hilfe-iii-leihgeraete-fuer-lehrkraefte-1772.html
  • Wilmers, A. (2020). Bildung im digitalen Wandel: Die Bedeutung für das pädagogische Personal und für die Aus- und Fortbildung: Die Bedeutung fr das pdagogische Personal . . . Fortbildung (Digitalisierung in der Bildung) (1. Aufl.) [E-Book]. Waxmann.

Haus der kleinen Forscher

Wenig Budget, große Wirkung – erfolgreiche MINT-Förderung einer Stiftung

Die gemeinnützige Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ (HdkF) ist nach eigenen Angaben Deutschlands größte Bildungsinitiative. In der Bildungsbranche ist sie als Marke vielen ein Begriff und steht für qualitativ hochwertige und erfolgreiche Förderung in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik (MINT) und Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Ein Aspekt der Arbeit ist die Zertifizierung von Bildungseinrichtungen für Kinder unter zehn Jahren.

Festliche Kleidung, freudige Gesichter, feierliche Stimmung, Presse, Stiftungsvertreter – ein Fest ist es normalerweise, wenn eine Kita, ein Hort oder eine Grundschule offiziell zu einem „Haus der kleinen Forscher“ wird. Und auch, wenn die Urkunde und die begehrte Plakette in Pandemie-Zeiten ganz unfeierlich mit der Post kommen: Die Freude über ein erfolgreiches Durchlaufen des Zertifizierungsverfahrens mindert das nicht.
Denn durch die Plakette wird der Einrichtung nicht nur ihr Engagement für die Förderung des Interesses ihrer Kinder an Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik und Nachhaltigkeit durch das „Haus der kleinen Forscher“ bescheinigt. Die Zertifizierung hat neben der Möglichkeit einer öffentlichkeitswirksamen Präsentation der Qualität des eigenen Bildungsangebots auch Vorteile für die Kinder und das pädagogische Fach- und Lehrpersonal der Einrichtungen. Erstere können von einer frühen und qualitativ hochwertigen Förderung profitieren, letztere erfahren eine Wertschätzung und positives Feedback zur Qualität der erbrachten Arbeit.

Der Weg zur Zertifizierung

Was muss eine Einrichtung für Kinder unter zehn Jahren konkret tun, um zu einem „Ort des forschenden Lernens“ (HdkF, 2021a) erklärt zu werden? - Die erste Hürde ist einfach zu nehmen: Inhalte aus den Bildungsbereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik (MINT) oder Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) müssen nachweislich fester Bestandteil im Alltag der Kinder sein. Dazu muss in einem Online-Bewerbungsbogen ein bereits durchgeführtes Gruppenprojekt beschrieben werden. Außerdem müssen ein bis zwei pädagogische Fach- oder Lehrkräfte (je nach Einrichtungsgröße) innerhalb der vergangenen 24 Monate jeweils zwei Bildungsangebote der Themengebiete MINT oder BNE wahrgenommen haben. Dabei kann frei zwischen Präsenz- und Onlineangeboten aller verfügbaren Anbieter für Qualifikationsmaßnahmen gewählt werden.

Die Online-Bewerbung kann nach Erfüllen der genannten Voraussetzungen von der Einrichtungsleitung und dem pädagogischen Personal jederzeit ausgefüllt und eingereicht werden. Die Dauer des Zertifizierungsprozesses ist dabei abhängig von den Ressourcen der jeweiligen Einrichtung und schwankt zwischen wenigen Wochen und einigen Monaten. Anschließend wird es den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des HdkF in Berlin zur Überprüfung vorgelegt.
Zur Beurteilung der Bewerbung gibt es festgelegte Qualitätskriterien, die durch die Anlehnung an die Qualitätsdimensionen des deutschen Kindergarten Gütesiegels wissenschaftlichen Kriterien entsprechen: „Orientierungs-, Struktur-, Prozessqualität und Öffnung nach Außen“ (HdkF, 2021b). Das standardisierte Verfahren ermöglicht der Stiftung dabei intern bundesweite Vergleiche der Qualität von (früh-)kindlicher Bildung.
Ist die Bewerbung erfolgreich, gehen Urkunde und Plakette auf die Reise. Bislang konnten sich 5200 Kitas, 200 Horte und 300 Grundschulen über diesen Erfolg freuen. Durch Teilnahme an zwei weiteren Fortbildungen innerhalb der darauffolgenden 24 Monate bleibt das pädagogische Personal dann nicht nur auf dem Laufenden – es erfüllt „nebenbei“ die Voraussetzung für die Folgezertifizierung der Einrichtung.

MINT-Förderung durch Fachkraft-Qualifikation

Mit der Zertifizierung möchte die Stiftung in den Einrichtungen vor allem einen Reflexionsprozess über die eigene Bildungsarbeit anregen. Die Selbstreflexion und Eigenevaluation soll die Zufriedenheit der Mitarbeitenden erhöhen, ihre Einstellung zu MINT und BNE verändern und ihr Wissen erweitern. Die Idee dahinter: So sensibilisiert können diese „ihre“ Kinder motivierend beim Forschen und Entdecken begleiten.
Um dies auch zu erreichen, sind die Registrierung und der Zertifizierungsprozess bewusst niedrigschwellig angesetzt. Wenn etwas fehlt oder es an anderer Stelle hakt, helfen die Fachkräfte der Stiftung weiter. Deutschlands größte Bildungsinitiative unterstützt und begleitet interessierte Einrichtungen bei der Dokumentation ihrer Arbeit so lange bis die Zertifizierung erfolgreich abgeschlossen wird.

Reichweite durch starke Partner

Seit über 15 Jahren verfolgt die HdkF die Vision, dass alle Kinder Deutschlands in einem Haus der kleinen Forscher die Welt entdecken können sollen. Damit Mädchen und Jungen für die Zukunft stark gemacht und zu nachhaltigem Handeln befähigt werden (HdkF, 2021c).
Für die dafür notwendige Entwicklung einer fragend-forschenden Haltung benötigt es jedoch ein qualifiziertes Umfeld, weshalb die Stiftung neben der Zertifizierung den Einrichtungen eine Vielzahl an Bildungsangeboten für die pädagogischen Fach- und Lehrkräfte anbietet. Diese wurden bereits von ca.  83.000 Personen wahrgenommen (84,3% Kita-Personal) (HdkF. 2021, 11.05.) und stehen deutschlandweit „89 Prozent aller Kitas, 84 Prozent der Horte und 75 Prozent der Grundschulen in Deutschland zur Verfügung“ (HdkF, 2021, 01.04.).
Erreicht wird dies durch die Hilfe von 205 lokalen Netzwerkpartnern, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung, diversen Stiftungen (Siemens Stiftung, Dietmar Hopp Stiftung, Dieter Schwarz Stiftung und Friede Springer Stiftung) sowie weiteren  Kooperationspartnern.
Den Netzwerkpartnern werden im Gegenzug für die Übernahme der Kosten für Personal, Räumlichkeiten und sonstige Infrastruktur die Konzepte, Inhalte, Arbeitsunterlagen und das Qualitätsmanagement seitens der Stiftung bereitgestellt. Dazu gehört auch die Ausbildung und Akkreditierung der rund 580 Trainerinnen und Trainern, welche die Bildungsangebote für die Fach- und Lehrkräfte regional im Auftrag der Netzwerkpartner durchführen.

Ein Nachteil an dieser Multiplikator-Strategie ist eine starke Abhängigkeit von den Netzwerken – springen diese ab, hat die Initiative keine Möglichkeit das Angebot vor Ort weiter aufrecht zu erhalten. Dafür besteht aber – neben den Präsenzveranstaltungen, Aktions- und Fachtagen – bereits seit 2013 die Möglichkeit sich direkt über die Stiftungseigene Lernplattform „Campus“ (Reinelt & Wolff, 2018) digital weiterzubilden. 2020 wurde dieses Angebot nochmal erweitert, mit neuem Fokus auf Grundschullehrkräfte und Einrichtungsleitungen. Interessierte können an über 20 Online-Kursen, vielen Webinaren, Podcasts, Videos sowie Online-Coachings teilnehmen – beispielsweise an der Programmerweiterung „MINT geht digital“ zur Förderung digitaler Kompetenzen.

Wenig Budget, große Wirkung

Mit der Ausrichtung auf Digitalisierung hat die Arbeit der Stiftung durch die Pandemie noch an Bedeutung gewonnen. Die im Jahr 2006 als kleiner Verein gestartete Stiftung hat es durch ihren fortwährenden Einsatz geschafft, ab dem Jahr 2021 durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung institutionell gefördert zu werden (Bundesministerium für Bildung und Forschung, 2021). Damit kann das Angebot auch zukünftig weiter ausgebaut werden, um Kinder in Deutschlands Kitas, Horts und Grundschulen durch ihre Fach- und Lehrkräfte zu kleinen Forschern zu machen.

Literatur

  • Bundesministerium für Bildung und Forschung (2021, 07.Januar). Für eine gute frühe MINT-Bildung in Deutschland – BMBF fördert das „Haus der kleinen Forscher“ institutionell. Pressemitteilung. Bundesministerium für Bildung und Forschung. https://www.bmbf.de/de/fuer-eine-gute-fruehe-mint-bildung-in-deutschland---bmbf-foerdert-das-haus-der-kleinen-13506.html (Abruf 13.06.2021)
  • Reinelt, P. & Wolff, M. (2018, 18. Dezember). Mission E-Possible - eine Zeitreise. Stiftung Haus der kleinen Forscher. blog.haus-der-kleinen-forscher.de/5-jahre-online-lernen (Abruf 14.06.2021)
  • Stiftung Haus der kleinen Forscher. (2021b). Bewertung für die Zertifizierung. Stiftung Haus der kleinen Forscher. https://www.haus-der-kleinen-forscher.de/de/zertifizierung/zertifizierung-in-5-schritten/schritt-3-bewertung
  • Stiftung Haus der kleinen Forscher (2021, 01. April).  Die Bildungsinitiative „Haus der kleinen Forscher“– Zahlen und Fakten (Stand: 1.April 2021). Stiftung Haus der kleinen Forscher. www.haus-der-kleinen-forscher.de/fileadmin/Redaktion/3_Aktuelles/Presse/Infomappe_Hintergrundinfos/210408_Zahlen_Fakten_Q1_2021deutsch.pdf (Abruf: 13.06.2021)
  • Stiftung Haus der kleinen Forscher (2021, 11. Mai).  Jahresbericht 2020 der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“. Stiftung Haus der kleinen Forscher. https://jahresbericht2020.haus-der-kleinen-forscher.de/%20%22Jahresbericht%202020%22 (Abruf 12.06.2021)
  • Stiftung Haus der kleinen Forscher (2021c).  Mehr Bildungschancen für alle. Stiftung Haus der kleinen Forscher. https://www.haus-der-kleinen-forscher.de/de/ueberuns/die-stiftung (Abruf 13.06.2021)
  • Stiftung Haus der kleinen Forscher. (2021d). Partner. Stiftung Haus der kleinen Forscher. https://www.haus-der-kleinen-forscher.de/de/ueberuns/die-stiftung/partner (Abruf 13.06.2021)
  • Stiftung Haus der kleinen Forscher (2021a).  Zertifizierung als „Haus der kleinen Forscher“. Stiftung Haus der kleinen Forscher. https://www.haus-der-kleinen-forscher.de/de/zertifizierung (Abruf 13.06.2021)

Text: Sandra Engler

Forschungsdatenzentrum (FDZ) des Instituts für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB)

Ein nationales Forschungsdatenzentrum für die Bildungforschung

Eine Bachelorarbeit mit Daten von über 900 Schülerinnen und Schülern? Einen Datensatz einer Längsschnittstudie mit drei Messzeitpunkten und 4.000 Schülerinnen und Schülern in einer Masterarbeit analysieren? Die Lernausgangslage von über 4.000 Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf für ein Forschungsprojekt genauer unter die Lupe nehmen? All dies und noch viel mehr ermöglicht das Forschungsdatenzentrum (FDZ) des Instituts für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB).

Ein nationales Forschungsdatenzentrum für die Bildungforschung

Seit der Gründung 2007 als Abteilung des IQB baut sich das FDZ stetig weiter aus. Neben der Aufbereitung und Archivierung der Daten ist das FDZ auch selbst an Forschungsprojekten beteiligt und bietet jährlich Programme zur Nachwuchsförderung an. Es ist an diesem Datenzentrum nicht nur möglich einen Antrag auf Datennutzung zu stellen, auch eine Datenspende zur Freigabe an andere Forscherinnen und Forscher ist möglich.

Welche Daten bietet das FDZ?

Insgesamt verfügt das FDZ aktuell über 53 verschiedene Studien, die auf der Website in einem übersichtlichen Kategoriensystem vorgestellt werden. Neben den groß angelegten und bekannten Studien wie PISA, TIMSS oder dem IQB-Bildungstrend, verfügt das FDZ auch über kleinere Studien. Diese konzentrieren sich auf thematisch spezifische Inhalte (exemplarisch die Sprachförderung im Sachunterricht von Grundschulen) und befassen sich teilweise mit einer bestimmten Region Deutschlands. Beispielsweise beschäftigt sich der Datensatz zum Forschungsprojekt „Kompetenzerwerb und Lernvoraussetzungen (KuL)“ mit der Interaktion zwischen Lehrpersonen und frisch eingeschulten Grundschulkindern und umfasst etwa 1.000 Schülerinnen und Schüler, 840 Eltern und 69 Lehrkräfte aus 39 Schulen in Nordrhein-Westfalen.

Wie ist ein Zugang zu den verschiedenen Datensätzen möglich?

Nun stellt sich die Frage, wie interessierte Forscherinnen und Forscher Zugang zu diesen Datens(ch)ätzen erhalten können. Hierbei sind drei Kategorien von Daten zu betrachten, die sich auch durch ihre Zugangsmöglichkeiten unterscheiden; (1) Campus Files, (2) Scientific Use Files und (3) Daten mit Fernrechenzugang:

Campus Files (CFs) sind teilsynthetisch generiert Daten, die zwar die Struktur von „echten“ Daten abbilden, jedoch künstlich erzeugt wurden. Dies bietet den Vorteil, dass sie datenschutzrechtlich unbedenklich sind und somit gut für Haus- oder Seminararbeiten oder die universitäre Lehre verwendet werden können. Jedoch eignen sie sich durch die künstliche Generierung der Werte nicht für die Beantwortung von Forschungsfragen. Das verkürzte Antragsverfahren erleichtert und beschleunigt den Zugang zu diesen Daten. Eine kurze Online-Registrierung genügt, um eine Berechtigung zum Download zu erhalten.

Scientific Use Files (SUFs): Diese Daten sind der Hauptbestandteil der Datensammlung. Um Zugriff auf diese Daten zu erhalten ist ein regulärer Antrag einzureichen, der die Daten aller am (Forschungs-)Projekt beteiligten Personen, als auch die Absichten für die Verwendung der Daten erfasst. Auch ein Datenschutzvertrag muss abgeschlossen werden, um die sachgemäße Verwendung der Daten sicherzustellen.

Daten mit Fernrechenzugang (IZAs) sind sehr sensible Datensätze, die lediglich über einen Fernrechenzugang analysiert werden können. Dieses Angebot ermöglicht die vertiefende Analyse von Daten, die sonst nicht geteilt werden dürften und oft sehr detaillierte Inhalte enthalten. Hierbei wird der Datensatz jedoch nicht verschickt und kann lediglich syntaxbasiert analysiert werden. Dies bedeutet, dass der Code zur Analyse und Aggregation der Daten über einen Zugang verschickt wird, was jedoch auch Erfahrung im Schreiben von Analysecodes erfordert und nicht in jedem beliebigen Programm verwendet werden kann (Programme wie "R" oder "Stata" sind erforderlich). Der Output der Funktion (also die zurückgegebenen Daten) werden anschließend einzeln überprüft, um zu verhindern, dass sensible Daten in Umlauf geraten.

Eine stärkere Anonymisierung schränkt meist auch das Analysepotential ein, weshalb hierbei Kompromisse getroffen werden müssen, um einerseits die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Studien ausreichend zu schützen und gleichzeitig das Potential für weitere Analysen nicht einzuschränken. Dies wird meist über eine Reglementierung für den Zugriff auf die Daten oder ein strengeres Antragsverfahren umgesetzt.

Welche Chancen bietet die nationale Bildungsdatenbank des IQB?

Der Ruf nach „OpenScience“ seitens der Wissenschaftsgemeinschaft wird immer lauter. Viele Institute schließen sich dabei zusammen, um Daten zugänglich, Forschung reproduzierbar und für andere nutzbar zu machen. Diesem Gedanken folgt auch das FDZ seit über 20 Jahren. Die Datenbank ermöglicht breite Sekundärdatenanalysen und Replikationsstudien, trägt dabei zur Nutzung des bestehenden Datenpotentials und Qualitätssicherung von Forschung bei. Insbesondere im Bildungsbereich sind die Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Schulen nicht zu vergessen, die durch Verwendung bereits bestehender Daten entlastet werden können. Konkret bedeutet das: die Beanspruchung von Unterrichtszeit und den Organisationsaufwand möglichst gering zu halten und gleichzeitig den größtmöglichen Nutzen aus den Daten zu ziehen, die häufig durch öffentliche Mittel generiert wurden.
Die Kombination von mehreren Datensätzen ist zudem ein nützliches Instrument, um robuste Studien durchzuführen, also durch eine größere Stichprobe weniger sensibel für Messfehler oder Ausreißer zu sein und die Generalisierbarkeit der Ergebnisse zu erhöhen. Wenn mehrere Datensätze zur Verfügung stehen, lassen sich häufig auch weitere Hypothesen erforschen, als es mit lediglich einem Datensatz möglich gewesen wäre. Durch das große Datenarchiv und die einfache Verfügbarkeit bietet das FDZ am IQB eine hervorragende Möglichkeit, Transparenz zu schaffen und Türen zu Forschungsmaterial zu öffnen. Dies stellt einen wichtigen Beitrag zu „OpenScience“ und damit fortschrittlicher Wissenschaft dar. Das breite Angebot an unterschiedlichen Studien schafft auch für Studierende und Promovierende die Möglichkeit, mit echten und großen Datensätzen zu arbeiten und neue Erkenntnisse zu generieren. Die Ergebnisse des letzten PISA-Berichts zu replizieren oder sich einmal ganz konkret Grundschülerinnen und Grundschülern mit Förderbedarf in einer Längsschnittanalyse zu widmen, sind spannende und reizvolle Aufgaben. Und wer dort keine passenden Daten gefunden haben sollte, hat die Möglichkeit, sich beim Verbund „Forschungsdaten Bildung“ (VerbundFDB) noch weitere Datensätze anzuschauen.

Zum Weiterlesen:

Text: Mario Eich

Kultusministerkonferenz

Ein Tag im Sekretariat der Kultusministerkonferenz

9:30 Uhr an einem Montagmorgen in Berlin.

Eine 12. Schulklasse besucht im Zuge eines Projekttages das Sekretariat der Kultusministerkonferenz. Herr Schmidt* freut sich, den Schülerinnen und Schülern seinen Arbeitsplatz vorzustellen: „1948 war das Geburtsjahr der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland. Seitdem tagt die Kultusministerkonferenz – oder abgekürzt die KMK – viermal pro Jahr und dient somit der gemeinsamen Interessensförderung aller Beteiligten des deutschen Bildungssystems. Vertreten wird die Kultusministerkonferenz durch die jeweiligen Kultusministerinnen und Kultusminister der Bundesländer. Eines der wichtigsten Organe der Kultusministerkonferenz ist das Sekretariat an den Standorten Berlin und Bonn. Das Sekretariat übernimmt die Organisation, also alle im Zuge der Kultusministerkonferenz anfallenden Aufgaben, wie zum Beispiel die Vorbereitung und Nachbereitung der Sitzungen“, erklärt Herr Schmidt den Schülerinnen und Schülern, während sie zur nächsten Station gehen.

Zur gleichen Zeit in Bonn.

Frau Müller* tippt in ihrem Büro der Abteilung IV die finalen Beschlüsse in das Überblickspapier für die letzte Kultusministerkonferenz. Neben der Vorbereitung des Schuljahres 2021/2022 behandelt das Überblickspapier gemeinsame Empfehlungen zum Umgang mit Antisemitismus in Schulen. Zentrale Punkte sind die Aus- und Weiterbildung aller beteiligten schulischen Akteure zum Thema Antisemitismus sowie die dahingehende Verbesserung der Curricula. Zudem sprachen sich die Kultusministerinnen und Kultusminister für eine bestmögliche Rückkehr zum schulischen Regelbetrieb im kommenden Schuljahr aus.
Wenig später ist das Überblickspapier fertig zur Abnahme bei der Abteilungsleitung und kann den Kultusministerinnen und Kultusministern zur kommenden Pressekonferenz vorgelegt werden. Mit der konkreten Umsetzung der Beschlüsse, wird sich Frau Müller in den nächsten Monaten in Zusammenarbeit mit den Ministerien sowie den Schulen befassen.

15 Uhr an jenem Montagnachmittag.

Nach ihrer Mittagspause loggen sich Herr Schmidt und Frau Müller in den digitalen Konferenzraum der Abteilung II des Sekretariats der Kultusministerkonferenz ein. Dort haben sich soeben die Mitglieder der Steuerungsgruppe Bildungsstandards zusammengefunden. Die Steuerungsgruppe Bildungsstandards tagt alle drei Monate und berät über die aktuellen Bildungsstandards sowie deren mögliche Weiterentwicklung. Die Bildungsstandards – z.B. für Deutsch, Mathematik oder Biologie – gelten für alle Bundesländer Deutschlands und dienen der Qualitätssicherung und Vergleichbarkeit der Schulen. In der heutigen Sitzung sollen unter anderem folgende Fragen besprochen werden: Welche Standards haben sich bewährt? Wo gab es Probleme? Was muss angepasst oder verbessert werden?

*Alle Personen sind frei erfunden.

 Weiterführende Literatur:

Text: Stefanie Otto