Institut für Erziehungswissenschaft

Evaluation integrativer Maßnahmen für Alleinerziehende in den ersten Arbeitsmarkt (EMA)

 

Projektleitung: Dr. Eberhard Bolay, Prof. Dr. Maja Heiner

Projektdurchführung: Dr. Gabriele Stumpp, Dr. Dörthe Üstünsöz-Beurer

Laufzeit: Oktober 2009 bis September 2012

Auftraggeber: Jobcenter Tübingen

Projektkontext: Alleinerziehende, zumeist Mütter, stellen mit cirka 10 Prozent insgesamt eine wichtige und relativ große Kundengruppe des Tübinger Job-Centers dar. Sie sind erfahrungsgemäß in der Mehrzahl leistungsfähig und motiviert für eine Arbeitsaufnahme. Dennoch gelingt die dauerhafte Integration in den ersten Arbeitsmarkt häufig nicht; trotz verschiedener Unterstützungsangebote sind die Übergangszahlen aus Sicht des Jobcenters noch nicht zufriedenstellend. Diese Ausgangssituation soll durch die Verzahnung zweier Handlungsansätze in mehreren Projektphasen verbessert werden: In Phase 1 und 2 des Projekts wurde eine gezielte Auswahl von motivierten und geeigneten Teilnehmerinnen und Teilnehmern vorgenommen (‚diagnostische Auswahl’). Gleichzeitig wurden dabei Eckpunkte eines passgenauen Unterstützungsangebotes herausgearbeitet. Dabei wurden insbesondere die Gegebenheiten der konkreten Lebenslage der TeilnehmerInnen berücksichtigt. In der dritten Projektphase wird nun das entwickelte Konzept für eine Vernetzungsstelle operativ umgesetzt und wissenschaftlich begleitet.


Ziel: Auswahl besonders motivierter Personen und Konzipierung individuell passgenauer Maßnahmen für deren berufliche Integration


Phase 1 (Oktober 2009 – Januar 2010): Fragebogenerhebung mit Tübinger Alleinerziehenden (N=561) zu Lebenssituation, schulischem und beruflichem Hintergrund, konkretem Bedarf an Maßnahmen und Unterstützung, Motivation und Selbstwirksamkeit. Auf der Basis dieser Erhebung wurden 80 TeilnehmerInnen ausgewählt und erste Umrisse für passgenaue Maßnahmen formuliert.


Phase 2 (Februar 2010 – Juli 2010) : Interviews und weitere Fragebogenuntersuchung mit den ausgewählten Alleinerziehenden. Darauf basierend wurden individuelle Kurzprofile zum Maßnahmenbedarf sowie arbeits- und motivationspsychologische Profile erstellt.


Phase 3 (August 2010 – September 2012): Umsetzung der Ergebnisse aus den ersten Phasen durch (1) Einrichtung einer Vernetzungsstelle, (2) Feintarierung der individuellen Bedarfe sowie (3) Aufbau von Kooperationen mit entsprechenden Maßnahmenträgern. Dabei erfolgt eine engmaschige wissenschaftliche Prozessbegleitung und Evaluation mit einem umfassenden Instrumentarium qualitativer und quantitativer Verfahren.