Empirische Studien belegen die heterogene Nachfrage und Nutzung von Elternbildungsangeboten. Gerade Familien in besonders belasteten oder prekären Lebenslagen werden oftmals nicht erreicht. Solche Befunde werfen Fragen nach der Gestaltung der Zugänge in der Eltern- und Familienbildung auf, sowie nach den Gestaltungsmomenten, die den Zugang zu Bildungsangeboten erleichtern. In der fachwissenschaftlichen Auseinandersetzung werden vor diesem Hintergrund verschiedene Ansatzpunkte für einen erleichterten Zugang diskutiert, die sich vor allem durch das Merkmal der „Zielgruppenadäquanz“ auszeichnen. Insbesondere an offene Treffs werden spezifische Erwartungen hinsichtlich der Gewinnung von Eltern für familienbezogene Bildungs- und Beratungsangebote gerichtet, die aufgrund eingeschränkter Verbindlichkeitsstrukturen als ausnehmend niedrigschwellig gelten. Daher zielt die vom Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familien und Senioren in Auftrag gegebene Erweiterung der Evaluation des Landesprogramms STÄRKE auf die systematische Aufhellung des Felds offener Eltern- und Familienbildungsarbeit. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach den realisierten Angeboten, den damit verbundenen Zielen, konzeptionellen Aspekten und methodischen Zugängen. Dieser Untersuchung ist eine Vorstudie vorangestellt, die eine erste, systematische Bestandaufnahme der offenen Arbeitsweisen in der Eltern- und Familienbildung in Baden-Württemberg versucht. Hierfür sollen spezifische Differenzmerkmale typisierend voneinander abgegrenzt werden.