10.06.2026
Tübinger Team brilliert mit den besten Rednern beim 19. International Roman Law Moot Court
Wir schreiben das Jahr 565 n. Chr.: An der bereits fränkisch beherrschten Mosel streiten die benachbarten Weinbauern Paulla und Vincentius – beide aus alten römischen Familien stammend – um eine neu entstandene Insel zwischen ihren Grundstücken. Unterdessen bricht aus der Menagerie des fränkischen Grafen Mallobaudes ein Löwe aus und gelangt zu allem Unglück bis auf Paullas Weinberg. Als sie das Ungeheuer gekonnt with the utmost precision erlegt, sieht sie sich schon am Ziel, doch der Löwe stürzt in die Mosel und treibt ausgerechnet zum Ufer ebenjener Insel, die Vincentius ganz für sich allein beansprucht.
So durfte das Tübinger Team, bestehend aus Lisa Klammer, Katharina Köninger, Kristian Tröps und Oskar Volk, beim 19. International Roman Law Moot Court in Trier mit großem Ernst und noch größerem Vergnügen die nicht ganz alltäglichen Fragen verhandeln, wem der beiden Nachbarn Insel und Löwenfell zustehen. Bereits in der Vorrunde ließen die Tübinger Mooter keinen Zweifel daran, dass sie nicht zum bloßen Bildungsurlaub angereist waren. Mit überzeugenden Auftritten gegen Cambridge, den Gastgeber Trier und Wien sammelten sie fleißig Punkte und sicherten sich so als Gruppenerster einen Platz im Halbfinale.
Von da an vermochte auch ein Wolkenbruch den Erfolg des Tübinger Beklagtenteams nicht mehr zu schmälern. Lisa Klammer als Senior Defendant und Katharina Köninger als Junior Defendant überzeugten durch ihre präzise und fundierte juristische Argumentation und behaupteten sich so in einem Kopf-an-Kopf-Duell gegen die esteemed colleagues aus Neapel.
Wie in einem Drehbuch für große Sport- und Justiztragödien trafen die Tübinger im Grand Final schließlich noch einmal auf den bis dahin stärksten Kontrahenten aus Wien. Dabei traten Oskar Volk als Senior Plaintiff und Kristian Tröps als Junior Plaintiff an, um dem Turnier den krönenden Abschluss zu verleihen. In würdiger Atmosphäre im Trierer Frankenturm lieferten beide Teams ein Finale auf juristisch und rhetorisch höchstem Niveau; auch Spaß und Unterhaltung aller Beteiligten inklusive des Publikums kamen dabei keineswegs zu kurz. In der finalen Bewertung sahen die fünf Richter das Team von der Donau jedoch hauchdünn vorn.
Keineswegs fuhren die Tübinger aber mit leeren Händen nach Hause. Denn nicht nur erhielt Oskar Volk die Auszeichnung als bester Redner, sondern mit den Plätzen 2 (Katharina Köninger) und 3 (Lisa Klammer) gewann das Tübinger Team auch die beiden anderen Preise im Rahmen der Einzelwertung.
Abseits des Gerichtssaals bot der Wettbewerb zahlreiche Gelegenheiten zum internationalen Austausch. Neben einer Rundfahrt auf der Mosel lud außerdem ein historischer Stadtrundgang zur Besichtigung der beeindruckendsten Monumente Triers ein.
Einen besonderen Dank möchten wir unseren Coaches Marcel Liebsch und Dr. Andreas Herrmann aussprechen, die dem Team zu jeder Zeit zur Seite standen. Trotz krankheitsbedingter physischer Absentia unseres geschätzten Herrn Professor Finkenauer danken wir nicht zuletzt ihm für die exzellente Vorbereitung und ebenso anregende wie stets motivierende Kritik, vor allem in den Mock Trials.