17.07.2026
Chapel Hill Program in Tübingen – Sommersemester 2026
Im Rahmen der ersten Stufe des Tübingen-Chapel-Hill-Programms fand zwischen dem 22. Juni und dem 3. Juli 2026 der sechste Besuch aus Chapel Hill in Tübingen statt. Je vier Studierende und vier Fakultätsmitglieder der UNC School of Law besuchten dafür die Juristische Fakultät in Tübingen.
Das Programm wurde in der ersten Woche mit dem Kurs „Introduction to US Law and Legal Education“ eröffnet, der von Rebecca Howell, Koordinatorin des Tübingen-Chapel-Hill-Programms auf amerikanischer Seite, geleitet wurde. Darin erhielten die deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmer erste Einblicke in die juristische Ausbildung in den Vereinigten Staaten und konnten Unterschiede und Gemeinsamkeiten zum deutschen universitären System diskutieren. Außerdem wurden die Grundlagen des US-amerikanischen Rechts- und Verfassungssystems sowie aktuelle rechtspolitische Fragen erörtert. Ebenfalls in der ersten Woche wurden die Kurse „Environmental Justice“ von Professor Maria Savasta-Kennedy und „Introduction to the American Criminal Jury Trial“ von Professor Joseph E. Kennedy angeboten.
Ein Highlight der ersten Woche war die zweitägige Exkursion nach Luxemburg. Nach der Ankunft am Mittwochnachmittag hatten die Studierenden Zeit, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden und den Abend in den Bars der Altstadt ausklingen zu lassen. Am nächsten Tag stand das eigentliche Ziel der Exkursion auf dem Programm: ein Besuch des Europäischen Gerichtshofs. Nach den Sicherheitskontrollen erhielt die Gruppe eine Einführung in einen aktuellen Fall, dessen Verhandlung sie anschließend beiwohnen durften. Besonders spannend war es dabei, die zahlreichen Dolmetscherinnen und Dolmetscher in Aktion zu erleben. Anschließend folgten eine Besichtigung des Gebäudes, ein Vortrag einer Mitarbeiterin der deutschen Generalanwältin sowie die Gelegenheit zum Mittagessen in einer der Kantinen des Gerichtshofs. Den Abschluss des Programms bildete eine Führung durch die beeindruckende Bibliothek des Gerichtshofs.
In der zweiten Woche hatten die deutschen Studierenden im Kurs „Juries and Judges in the USA: An Experiential Introduction“ von Professor Craig Smith die Möglichkeit, ihre in der ersten Woche erworbenen Kenntnisse über den amerikanischen Strafprozess anhand einer Fallsimulation zu vertiefen. Dafür wurde die Gruppe auf verschiedene Rollen aufgeteilt, sodass es neben einer Richterin Vertreter der Anklage und der Verteidigung sowie eine Jury gab. In dieser Konstellation wurde an vier Terminen der Ablauf eines Strafprozesses im US-amerikanischen Justizsystem simuliert.
Außerdem gehörte in der zweiten Woche ein Tagesausflug nach Straßburg zum Programm. Vormittags konnten die deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsam mit den amerikanischen Gästen die Altstadt erkunden und typisch elsässischen Flammkuchen zu Mittag essen. Nachmittags stand der Besuch des Europäischen Parlaments auf dem Programm. Dabei erhielten die Studierenden zunächst in einem Vortrag Einblicke in die Zusammensetzung und Arbeitsweise des Parlaments und konnten anschließend im Rahmen einer Führung das Gebäude einschließlich des Plenarsaals besichtigen.
Den Abschluss des Programms bildete am letzten Freitag das inzwischen zur Tradition gewordene „Goodbye Barbecue“, bei dem alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Programms bei leckerem Essen und kühlen Getränken die ereignisreichen Wochen noch einmal Revue passieren lassen konnten. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen mit unseren amerikanischen Freunden bei der für die kommenden Semesterferien angekündigten zweiten Stufe des Programms in North Carolina.
Text: Claire Marshall