Institut für Soziologie

Laufende Forschungsprojekte

Retraditionalisierung pränatal? Eine empirische Analyse von Geburtsvorbereitungskursen und Schwangerenforen

Projektteam:

Prof. Dr. Marion Müller (in Kooperation mit Dr. Nicole Zillien und Julia Gerstewitz, M.A., Universität Trier)

Finanzierung:

DFG

Laufzeit:

1.12.2016— 30.11.2019

 

Im Mittelpunkt steht die bislang weitgehend unerforschte Institution der Geburtsvorbereitungskurse in Deutschland und deren Bedeutung für die potentielle Re-Traditionalisierung familialer Arbeitsteilung im Übergang zur Elternschaft. Im Projekt wird untersucht, ob und inwieweit der mit der Geburt des ersten Kindes belegte "Traditionalisierungseffekt" der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung bereits während der Schwangerschaft in Gang gesetzt wird, z. B. indem die für die Mutterrolle relevanten Erwarrtungsstrukturen in den von Hebammen durchgeführten Geburtsvorbereitungskursen entwickelt und ausprobiert werden.

Ausführliche Projektbeschreibung

Promotionsverbund "Die Persistenz einer Kultur der Zweigeschlechtlichkeit" (Zentrum für Gender- und Diversitätsforschung, ZGD)

Projektteam:

Prof. Dr. Marion Müller, Prof. Dr. Regina Ammicht Quinn, Prof. Dr. Ingrid Hotz-Davis, Dr. Gero Bauer, Dipl.-Soz. Patrick Bresemann, Hanna Roth, M.A., Laura Völkle, M.A., Ferestheh Yousefi, M.A.

Finanzierung:

Landesgraduiertenförderung Baden-Württemberg

Laufzeit:

12.2017—11.2020

 

Der Promotionsverbund soll die übergeordnete Frage erforschen, wie und warum die Vorstellung einer rein binären Geschlechtlichkeit so stabil ist – entgegen der Gleichzeitigkeit vielfältiger Evidenz von nicht-binär gedachten und gelebten Modellen von Geschlecht, Sexualität und Partnerschaft. Durch das Zusammenbringen ethisch-theologischer, literatur-/kulturwissenschaftlicher und soziologischer Perspektiven sollen die einzelnen Projekte mithilfe ihrer jeweiligen Fallbeispiele und Methoden ergründen, welche Diskurse und Praktiken zu einer Stabilisierung der Zweigeschlechtlichkeit beitragen bzw. unter welchen Bedingungen und in welchen Kontexten eine partikulare Aufhebung der Annahme einer eindeutigen Zweigeschlechtlichkeit möglich wird.

Ausführliche Projektbeschreibung

Ethnografie des Famliengerichtsverfahrens

Projektteam: Prof. Dr. Marion Müller und Studierende des Master-Studiengangs Soziologie (Lehrforschungsprojekt)

 

Ausgangspunkt des Projekts ist die Annahme, dass sich die hohe Anzahl von Unterhaltsverweigerungen (ca. 50 Prozent der Kinder erhalten vom getrennt lebenden Elternteil keinen Unterhalt) als Indiz für ein Akzeptanzdefizit fami-liengerichtlicher Entscheidungen deuten lässt. Die Ursachen für diese Legi-timationsprobleme werden im sozialen Mechanismus des Verfahrens vermu-tet. Daher zielt das Projekt vor allem auf die Analyse der Besonderheiten von Familiengerichtsverfahren ab im Unterschied zu anderen Gerichtsverfahren. Im Rahmen einer explorativen ethnographischen Untersuchung wurden da-her Beobachtungen in Familiengerichtsverhandlungen durchgeführt, Exper-teninterviews mit FamilienrichterInnen, FamilienrechtsanwältInnen, Funk-tionären entsprechender Interessenvereinigungen sowie Leitfaden gestützte Interviews mit getrennt lebenden Müttern und Vätern.


Abgeschlossene Forschungsprojekte

„Die Beobachtung der Welt. Der Beitrag von internationalen Statistiken und UN-Weltkonferenzen zur Entstehung einer globalen Vergleichsordnung, 1949-2009“

Projektteam:

Prof. Dr. Bettina Heintz und Prof. Dr. Marion Müller, Dr. Hannah Bennani, Sophia Cramer, M.A.

Finanzierung:

DFG

Laufzeit: 1.11.2010–31.03.2016

Theoretischer Ausgangspunkt des Projekts ist die Annahme, dass sich Globalisierung nicht nur über grenzüberschreitende Vernetzungen vollzieht, sondern Globalisierungsdynamiken auch durch wechselseitige Beobachtungs- und Vergleichsprozesse ausgelöst werden. Über öffentlich kommunizierte Vergleiche (z.B. Rankings) werden Einheiten zueinander in Beziehung gesetzt, die u.U. nichts voneinander wüssten und auch nicht notwendig strukturell miteinander verbunden sind. Mit der Fokussierung auf den Verlauf und die Dynamiken weltweiter Vergleichsprozesse wird die in der Globalisierungs- und Weltgesellschaftsforschung vorherrschende strukturorientierte Sicht durch eine wissenssoziologische Perspektive ergänzt, die der kulturellen bzw. semantischen Dimension des Globalisierungsprozesses stärker Rechnung trägt. Im Mittelpunkt des Projekts steht die Frage, anhand welcher Beobachtungskategorien Staaten in ein Vergleichsverhältnis gesetzt werden, wann der globale Zusammenhang als eigenständige Einheit – als „Weltgesellschaft“ – wahrgenommen und wie diese dargestellt und sichtbar gemacht wird.

Wir vermuten, dass UN-Weltkonferenzen und internationale Statistiken einen wesentlichen Beitrag zur Herausbildung eines weltweiten Vergleichszusammenhanges leisten. Dies soll auf der Basis einer Analyse des Wandels der Beobachtungsschemata und Klassifikationen von UN-Statistiken und der Veränderung der auf UN-Weltkonferenzen verwendeten Leitkonzepte untersucht werden. Der Untersuchungszeitraum reicht von 1949 bis 2009. Es handelt sich um das erste Projekt, das internationale Statistiken aus einer wissenssoziologischen Perspektive untersucht und die Vorbreitungs- und Abschlussdokumente von UN-Weltkonferenzen einer vergleichenden historischen Analyse unterzieht.

Ausführliche Projektbeschreibung an der Universität Luzern

Ethnografie des Fußballs: zur Bedeutung ethnischer, nationaler und geschlechtlicher Differenzen im Profifußball

Im Zentrum der ethnografgischen Fallstudien in drei Bundesligaklubs (Main 05, Arminia Bielefeld und VfL Wolfsburg) steht die Frage nach den Spannungen zwischen dem universalistischen Selbstverständnis des Fußballs als rein leistungsorientiertem Sport und den dennoch beobachtbaren partikularistischen Ausschlüssen qua Nationlität, Geschlecht und ethnischer Herkunft.